Bersets rechte Hand soll in einen Strafprozess verwickelt sein

Musste Peter Lauener deshalb gehen?

Bersets rechte Hand soll in einen Strafprozess verwickelt sein

Der engste Mitarbeiter von Bundesrat Alain Berset, sein Sprecher Peter Lauener, soll den Job nicht freiwillig aufgegeben haben. Laut verschiedenen Medienberichten musste er gehen, weil er in ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren verwickelt war.

Gepostet: 24.06.2022 um 17:58

Warum hat die rechte Hand von Gesundheitsminister Alain Berset (50) überraschend das Handtuch geworfen? Der plötzliche Rücktritt von Berset-Sprecher Peter Lauener vor knapp drei Wochen war das grosse Thema in Bern.

Die Spekulationen schossen in die Höhe: Ist Lauener nach zwei Jahren Pandemie – und dem entsprechenden Arbeitspensum – einfach nur müde und muss seine Batterien wieder aufladen? Hatte er sich im Zuge seines privaten Abenteuers mit seinem Chef gestritten? Oder steht Berset kurz vor dem Rücktritt und Lauener hat gerade ein gutes Angebot bekommen? Oder umgekehrt: Hat Berset angedeutet, dass er auch nach der nächsten Wahl 2023 noch lange im Bundesrat bleiben will, und hat Lauener geglaubt, er habe genug?

in ein Strafverfahren verwickelt

Alles falsch, schreibt jetzt die „Weltwoche“. Lauener musste überstürzt gehen, weil er in einen Strafprozess wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses “verwickelt” war. Ob Lauener angeklagt ist, schreibt der Autor, der ehemalige SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli (61), nicht. Nicht einmal, was sonst noch involviert sein könnte.

Wie «Schweiz übers Wochenende» berichtet, soll die mutmassliche Verletzung im Zusammenhang mit dem Fall Crypto stehen, der von der Bundesanwaltschaft (AB-BA) untersucht wird. Er ernannte den ehemaligen Zürcher SVP-Oberrichter Peter Marti zum ausserordentlichen Bundesanwalt, um aufzuklären, wie die vertraulichen Berichte der Wirtschaftsprüfungsdelegation vorzeitig an die Medien gelangten. Die Delegation hatte Anzeige wegen schwerer mehrfacher Amtsgeheimnisverletzung erstattet.

Dies ist das kryptografische Problem

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) und der US Foreign Intelligence Service (CIA) kauften in den 1970er Jahren heimlich die Firma Zug Crypto AG. Dieser verkaufte Verschlüsselungsgeräte, um geheime Kommunikationen auf der ganzen Welt zu verschlüsseln.

Die Ermittlungen von SRF und ZDF sowie der Washington Post ergaben, dass die kryptografischen Geräte so manipuliert worden waren, dass die Geheimdienste trotz Verschlüsselung die Kommunikation lesen konnten. Mehr als hundert Länder sollen von Abhörungen betroffen gewesen sein.

Ob auch der Bundesrat und die Schweizer Geheimdienste diese Hintertür kannten und bestenfalls davon profitierten, ist unklar. Das wäre heikel, wenn es um die Politik der Neutralität geht.

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) und der US Foreign Intelligence Service (CIA) kauften in den 1970er Jahren heimlich die Firma Zug Crypto AG. Dieser verkaufte Verschlüsselungsgeräte, um geheime Kommunikationen auf der ganzen Welt zu verschlüsseln.

Ermittlungen der Fernsehsender SRF und ZDF sowie der Washington Post ergaben, dass die kryptografischen Geräte so manipuliert worden waren, dass die Geheimdienste die Kommunikation trotz der Verschlüsselung lesen konnten. Mehr als hundert Länder sollen von Abhörungen betroffen gewesen sein.

Ob auch der Bundesrat und die Schweizer Geheimdienste diese Hintertür kannten und bestenfalls davon profitierten, ist unklar. Das wäre heikel, wenn es um die Politik der Neutralität geht.

Keine Untersuchung durch den Sonderermittler

Unter anderem zitierte Martí zahlreiche Journalisten und befragte sie als Zeugen, die möglicherweise alle von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht haben. Laut “Weltwoche” wollte Martí auf Anfrage keine Angaben machen. Auch die Abteilung Berset will den Artikel nicht kommentieren.

Aber diese Geschichte ist für Berset peinlich.

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