Stand: 25.07.2022 10:18 Uhr
Bundesinnenminister Faeser und Sozialminister Heil sind in der Ukraine eingetroffen. Sie sollen die zerstörte Stadt Irpin und die Hauptstadt Kiew besuchen. Der Wiederaufbau soll im Mittelpunkt der Gespräche mit Regierungsvertretern stehen.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Sozialminister Hubertus Heil haben die Ukraine zum ersten Mal besucht. Sie kamen mit dem Nachtzug aus Polen an. Neben der Hauptstadt Kiew wollen SPD-Politiker auch die kriegszerstörte Stadt Irpin besuchen. Der Vorort der Hauptstadt, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Kiew, gleicht einer Geisterstadt. Vor Beginn des russischen Angriffskrieges lebten hier rund 50.000 Menschen. Wie im nahen Stadtteil Bucha sollen auch in Irpin russische Besatzer Kriegsverbrechen begangen haben.
Michael Stempfle, ARD Berlin, jetzt Kiew, über Wiederaufbaugespräche in der Ukraine mit Innenminister Faeser und Sozialminister Heil
Tagesschau 14:00 Uhr, 25.7.2022
Lieferung von Hilfsmaterial geplant
Geplant sind Treffen mit ukrainischen Politikern, darunter Faesers Amtskollege Denys Monastyrskyj, Zivilschutzchef Serhij Kruk, Vizepremierministerin und Wirtschaftsministerin Julia Swyrydenko, Sozialministerin Oxana Zholnowych und Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko. Auch Hilfsgüter, darunter Stromgeneratoren und eine Drohne zur Luftaufklärung, werden geliefert.
Trotz anhaltender Kämpfe in Teilen der Ukraine werden sich die Gespräche insbesondere auf Fragen des Wiederaufbaus konzentrieren. Konkret zum Beispiel, wie im Land zerstörte Polizeiwachen, Feuerwehren, Rettungsdienste und Zivilschutz wieder verbessert werden können. Bei dem Treffen zwischen Faeser und Monastyrskyj soll auch über komplexe Cybersicherheit, Waffenschmuggel, Minenräumung und forensische Untersuchung von Kriegsverbrechen gesprochen werden.
In den Gesprächen zwischen Heil und Swyrdenko geht es um die Situation ukrainischer Flüchtlinge, ihren Status und ihre Perspektiven in Deutschland, aber auch um ihre Rückkehrmöglichkeiten in die Ukraine.
Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar wurden mehr als 915.000 Kriegsflüchtlinge in der deutschen Ausländerzentralbehörde registriert. Darunter sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums 890.605 ukrainische Staatsangehörige (Stand: 19. Juli). Wie viele Menschen sich derzeit noch in Deutschland aufhalten, ist unklar. Eine beträchtliche Anzahl ist möglicherweise bereits in andere Länder gereist oder in die Ukraine zurückgekehrt.
Ukraine: Faeser und Heil sind in Kiew eingetroffen
Marc Dugge, HR, 25.7.2022 · 09:57 Uhr