Bezirksamt Mitte beginnt: Die Berliner Verwaltung beginnt mit der digitalen Aktenkonvertierung
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Ton: rbb 88,8 | 13.06.2022 | Natascha Gutschmidt | Bild: dpa/B. pedersen
Nur ein Viertel der Verwaltungsverfahren in Berlin kann online erledigt werden. Immer noch werden Aktenwagen durch die Gänge geschoben. Jetzt will Innensenator Spranger mehr Zug in die Digitalisierung einfließen lassen.
Berlin will in den nächsten eineinhalb Jahren deutliche Fortschritte bei der Digitalisierung der Verwaltung machen. Immer wieder gab es in der jüngeren Vergangenheit Kritik an den Behörden, etwa dass Termine bei Bürgerämtern wochenlang reserviert seien und zu wenige Online-Services zur Verfügung stünden. Die Arbeit mit digitalen Akten soll künftig vieles möglich und vor allem schneller machen, wie Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Montag mitteilte.
Bis 2024 soll laut Spranger die elektronische Aktenführung auf allen Ebenen eingeführt werden.
Das Bezirksamt Mitte ist die erste Behörde, die das neue System nutzt: Rund 3.000 Beschäftigte werden ab Donnerstag sukzessive eingeführt. Die Ausfahrt erfolgt durch den Kontrolldienst.
Künftig sind Dokumente mit wenigen Klicks digital verfügbar
„Das digitale Archiv gehört für mich zur Grundausstattung einer modernen Verwaltung“, so Spranger weiter. Er kündigte an, dass noch in diesem Jahr 15 weitere Behörden auf die elektronische Aktenführung umstellen werden. Mit ihrer Hilfe sollen Beschäftigte im Land Berlin Dokumente mit wenigen Klicks digital erstellen können.
Auch sei es möglich, von überall, etwa im Homeoffice, auf die Datei zuzugreifen und sie mit Kollegen zu teilen, so Spranger. “Es wird vieles verändern und vereinfachen.” Und es sei auch ein Beitrag zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so der SPD-Politiker. Es trägt auch dazu bei, die Verwaltung zu einem attraktiven Arbeitgeber für junge Menschen zu machen.
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dpa / Jörg Carstensen
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Gothe: „Mit dem Aktenwagen auf der anderen Seite des Ganges“
Bislang haben die Berliner Behörden ein ziemlich angestaubtes Image. Der stellvertretende Bürgermeister von Berlin-Mitte, Ephraim Gothe (SPD), beschrieb die Realität so: Im Sozialamt etwa müssen die Mitarbeiter noch immer mit Aktenwagen die Gänge bewegen. Die Einführung des digitalen Archivs soll Schluss machen mit den Umlaufmappen, die von Büro zu Büro transportiert werden. „Das ist ein großer Schritt für die Verwaltung, aber ein kleiner Schritt für die Menschheit“, räumte Gothe ein, denn in vielen Unternehmen gehört die elektronische Aktenführung längst zum Alltag.
Berlins Staatssekretär für Verwaltungsmodernisierung Ralf Kleindiek stellte fest, dass Berlin im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht dasteht: Die gesamte Verwaltung der Hauptstadt werde in die Einführung digitaler Archive einbezogen: Hauptverwaltungen, Bezirke und nachgeordnete Behörden. „Das ist keineswegs selbstverständlich. Mit dieser Lösung sind wir in Deutschland einzigartig“, so Kleindiek.
Nur jeder vierte Behördengang ist digital möglich
Es gab bereits viele Ankündigungen, die Verwaltung in Berlin zu digitalisieren. Nun gibt es einen Fahrplan, wie es weitergehen soll: Ende des Jahres die Innere Verwaltung gemeinsam mit Polizei, Justiz, Bezirksämtern wie Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf und Marzahn-Hellersdorf .. wie die Landesämter für Flüchtlings- und Ausländerangelegenheiten, erklärte Kleindiek: insgesamt 15 Verwaltungen. „Nächstes Jahr kommen 25 weitere hinzu, der Rest 2024.“
Bisher konnten die Berliner weniger als ein Viertel der 575 möglichen Verwaltungsverfahren online erledigen.
Ausstrahlung: rbb24, 13.06.2022, 16:00 Uhr