Vom Luxusgemüse zum Ladenhüter …!
2022 bleibt den Spargelbauern ein Großteil ihrer Ernte überlassen, ein Trend in ganz Deutschland. Bauernpräsident Joachim Rulwied: „Die Leute sind zurückhaltender, der Rückgang ist moderat.“
Dies ist wohl eine Folge steigender Preise in allen Lebensbereichen: Wenn Kraftstoff, Heizung und alle anderen Lebensmittel deutlich teurer werden, meiden viele Menschen das frühere Lieblingsgemüse der Deutschen.
„Andererseits drohen unseren Erzeugern gedumpte Importe, etwa drei Euro pro Kilo Spargel aus Italien“, erklärt Rulwied. So kann man nicht produzieren.
Supermärkte (z. B. Edeka, Berlin) bieten jetzt 500 Gramm für 2,99 Euro an, günstiger als Tomaten. “Weißes Gold” wird bei einem Sale verkauft. Der Durchschnittspreis für deutschen weißen Spargel beträgt 6,92 pro Kilo, 14 % weniger als im Vorjahr.
Rolf Meinhardt, Spargelbauer in Südhessen, verzichtet auf ein Drittel seiner Ernte, mehr als 60 Tonnen. Meinhardt zu BILD: „Das lohnt sich nicht. Ich pflücke meinen Spargel lieber nicht, bevor ich ihn an Discounter verkaufe.“ Die Kosten der Ernte würden den Verkaufspreis schlicht übersteigen: Meinhardt hat seine Erntehelfer bereits nach Hause geschickt. In seinem Gebiet haben Berichten zufolge in diesem Jahr vier Unternehmen die Spargelproduktion eingestellt.
Der Spargelbauer weiter: „Wer regionale Produkte aus Deutschland will, muss sich der Produktionskosten bewusst sein. Diese „billig ist super“-Einstellung vieler Kunden macht es uns allerdings schwer.“
Zwischen 9 und 11 Euro pro Kilo soll Spargel kosten, um ihn in Deutschland rentabel produzieren zu können, erklärt Meinhardt.
Allerdings wird der Mindestlohn von 12 Euro im nächsten Jahr den Preis weiter in die Höhe treiben.