Bitcoin und Terra Luna: Der Untergang der Kryptografie erinnert an das Platzen der Dotcom-Blase

„Ich sehe sehr, sehr starke Parallelen zur Dotcom-Blase. Viele Anleger investierten in eine einzelne Aktie und glaubten, dass dieses Unternehmen das nächste große Ding ist“, sagt Emden. Die Blockchain-Technologie hat sich noch nicht wie erwartet durchgesetzt. „Es wird Zeit brauchen, das Vertrauen zurückzugewinnen. Die Luft ist über den Sommer weg“, sagte der Analyst.

Aber es gibt durchaus optimistischere Stimmen in der Branche: „Der relativ plötzliche Einbruch könnte auch zu einer kürzeren Baisse als in früheren Herbstphasen führen“, sagt etwa Alexander Braun. Er weist auf die positiven Nachrichten hin, die sich trotz der Krise abzeichnen.

Große Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether haben sich in der Krise als deutlich widerstandsfähiger erwiesen als viele andere Währungen. Zudem ist das Vertrauen der Investoren groß: In den letzten 15 Monaten, während des Booms der Branche, sind fast 42 Milliarden Dollar in neue Krypto-Projekte geflossen.

Miner checken ihre Computer (Symbolbild): Steigende Strompreise und strengere Vorschriften setzen Miner unter Druck, die Kryptowährungstransaktionen verschlüsseln und neue Währungen generieren. (Quelle: Matt Hunt / imago-images-Bilder)

Auch Kleinanleger reagierten nach Aussage großer Anbieter deutlich gelassener, als es der Markt vermuten ließe. In einem Interview mit t-online berichteten Bitpanda, Bison und Coinbase, auf ihren Plattformen keine Verkäufe zwischen Privatanlegern erlebt zu haben und widersprachen damit der Aussage einiger Analysten.

„Für viele Anleger ist diese Phase ziemlich gesund“, sagt Ulli Spankowski, CEO und Mitbegründer des Kryptowährungshändlers Bison. “Der Rückgang erinnert sie daran, dass sie in eine sehr volatile Anlageklasse investieren.”

War es für Bitcoin und Co.?

Nicht, wenn Sie den Stimmen der Branche vertrauen wollen. Bei Makleranbietern und Börsenmaklern herrscht trotz Katerstimmung keine Angst. „Dieser Unfall wird die Branche nur widerstandsfähiger machen“, sagt Binance-Gründer Changpeng Zhao, obwohl er beim Erdcrash Milliarden verloren haben soll.

Dass Terra, eine der 10 wichtigsten Kryptowährungen, fast über Nacht seinen gesamten Wert verloren hat, beunruhigt auch Alexander Braun nicht. „Bis auf wenige Ausnahmen waren die Top 10 Währungen des vorherigen Haussemarktes nicht mehr in den Top 10 des nächsten Haussemarktes vertreten“, sagt der Experte. Daher ist die aktuelle Entwicklung keineswegs außergewöhnlich.

Einkommensmöglichkeiten für Anleger?

Zwar kann der Vergleich mit der Punkteblase Anleger beispielsweise abschrecken, wenn sie an Aktien denken, die zu Beginn des Jahrtausends nie wieder an Wert gewonnen haben. Aber es kann auch Gelegenheiten fördern und signalisieren.

„In der Dotcom-Blase sind selbst große Unternehmen wie Amazon um fast 90 Prozent gefallen“, erklärt Braun. Heute gehört das Unternehmen zu den Tech-Giganten und die Aktien sind besonders beliebt am Markt. In den letzten fünf Jahren sind die Aktienkurse um mehr als 120 Prozent gestiegen, obwohl die Anleger seit Anfang des Jahres Technologieaktien hart bestraft haben.

Wer also wirklich an die Technologie hinter Bitcoin, Ethereum und Co. glaubt, hat jetzt womöglich gute Chancen, wieder in den Markt einzusteigen. Denn dieser rückt nun etwas weg von kurzfristigen Spekulanten und verlangt wieder nach überzeugten Anlegern. Ein Kreislauf, den man bereits vom letzten großen Unfall 2018 erkennen kann.

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