Ein junger Mann aus Afghanistan wird von den Taliban mit dem Tod bedroht. Sein in Österreich lebender Bruder will ihn retten.
Baran F. (Name geändert) kann kaum schlafen. Der in Wien lebende Afghane fürchtet um das Leben seines Bruders Ali (umbenannt). Der 25-Jährige war in seinem Heimatland für die nationale Sicherheit zuständig. Er brachte Ausländer vom Flughafen Kabul zu ihren Botschaften und umgekehrt. Seit die Taliban vor einem Jahr an die Macht zurückgekehrt sind, lebt Ali in Afghanistan in Todesangst.
„Sie gingen zu seinem Haus, verbrannten alle seine Dokumente und seinen Pass, damit er Afghanistan nicht verlassen konnte. Einer von ihnen verletzte meinen Bruder. Sie drohten, ihn und seine Frau zu töten, wenn er nicht zu den Taliban desertiert“, sagte Baran . F. schildert verzweifelt im Gespräch „Heute“.
„Er schwebt in Lebensgefahr“
Der Wahlwiener und seine Eltern leben seit sechs Jahren in Österreich und haben seit 2019 einen positiven Asylentscheid. Nun versucht die Familie, Ali F. auch hierher zu bringen, um ihn an einen sicheren Ort zu bringen. „Das Leben meines Bruders ist in Gefahr. Die Taliban haben bereits neun seiner Kollegen enthauptet. Er könnte der nächste sein“, sagte Baran F. entsetzt. Seinem gefolterten Bruder gelang die Flucht nach Pakistan, wo er heute illegal lebt. “Wenn sie ihn finden, muss er nach Afghanistan zurückkehren und er wird sterben.”
Ali F. habe bereits einen Antrag auf Familiennachzug bei der österreichischen Botschaft in Pakistan gestellt, „aber er wurde von der MA 35 abgelehnt“, sagt sein Bruder. Auf „Heute“-Anfrage sagte der Magistrat: „Aufenthaltstitel sind kein vordringliches Instrument, um die Ausreise aus Krisenregionen zu ermöglichen. Dafür gibt es humanitäre Visa und Asylmöglichkeiten, beide unterliegen der Bundeshaftung, das heißt BMI und das BMEIA.“
Appell an den Präsidenten
Da der Afghane über 18 Jahre alt ist, ist ein Nachzug zu seinen Eltern und seinem Bruder in Österreich durch das Ministerium nicht möglich. Deshalb versuchte Ali F. auch als Schlüsselkraft oder in einem Mangeljob die Rot-Weiß-Rot-Karte zu beantragen. Aber auch diese Anfrage lehnte die MA35 ab.
„Bitte helfen Sie meinem Bruder, sonst wird er geköpft“, flehte Baran F.. “Bitte lass nicht zu, dass ein Vorschlag dein Leben bestimmt und dich an einen sicheren Ort bringt!”
Nav-Account sk Zeit29.05.2022, 06:00 | Akt: 29.05.2022, 06:56