Stand: 04.08.2022 21:52
Lufthansa und die Gewerkschaft ver.di haben sich auf eine Gehaltserhöhung für die rund 20.000 Bodenarbeiter der Airline geeinigt. Das teilte Lufthansa mit. Das bedeutet, dass weitere Streiks vom Tisch sind.
Die rund 20.000 Bodenmitarbeiter der Lufthansa können mit mehr Geld rechnen. Die Airline und die Gewerkschaft ver.di einigten sich am Abend auf eine Tariferhöhung. Es seien nennenswerte Lohnerhöhungen vereinbart worden, die für die untersten Lohngruppen überproportional ausgefallen seien, teilte die Lufthansa mit.
Nach zwei Jahren Freistellung aufgrund der Corona-Krise sieht die Vereinbarung ab dem 1. Juli 2022 eine Gehaltserhöhung von 200 Euro pro Monat vor. Ab dem 1. Januar 2023 steigen die Löhne um 2,5 Prozent und ab dem 1. Juli 2023 um weitere 2,5 Prozent.
Keine Streiks mehr
Das bedeutet, dass spätere Streiks der Mitarbeiter beim Check-in oder beim Abfertigen von Flugzeugen wahrscheinlich vom Tisch sind. Ein eintägiger Streik hatte in der vergangenen Woche an den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München für mehr als 1.000 Flugausfälle gesorgt. Und das mitten in der Hochsaison, die den Reisenden durch Unterbrechungen des Flughafenbetriebs aufgrund von Personalmangel in Europa bereits viel Geduld abverlangt.
Der Ausstieg kostete Lufthansa laut Finanzvorstand Remco Steenbergen rund 35 Millionen Euro. Für den Fall, dass es zu keiner Einigung kommen sollte, hatte ver.di-Verhandlungsführerin Christine Behle bereits in der Hauptreisezeit mit weiteren Arbeitskämpfen gedroht.
Der Konzern erwartet einen gesunden Gewinn
Zudem wurde berichtet, dass die Lufthansa trotz anhaltender Probleme offenbar in die Gewinnzone zurückkehrt. Spohr verkündete den ersten operativen Jahresgewinn seit Ausbruch der Corona-Krise. Der in der Pandemie vom Staat gerettete Konzern rechnet für das laufende Jahr mit einem Gewinn (bereinigtes EBIT) von mehr als einer halben Million Euro. Für 2021 hatte Lufthansa bei dieser Kennzahl einen Verlust von mehr als 2,3 Milliarden Euro ausgewiesen.