„böses Erwachen“ für viele potenzielle Immobilienkunden

Der Baufinanzierungsvermittler Interhyp rechnet mit einem weiteren Anstieg der Immobilienzinsen auf 3,5 bis 4 Prozent bis zum Jahresende. Aktuell liegt der durchschnittliche Zinssatz für zehnjährige Kredite bei 3,1 Prozent, mehr als dreimal so viel wie noch zu Jahresbeginn. Das teilte Vorstandsmitglied Mirjam Mohr am Mittwoch in München mit. Weil gleichzeitig die Bau- und Immobilienpreise weiter gestiegen sind, können sich laut Interhyp viele Interessenten ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung nicht mehr leisten. “Viele Menschen in Deutschland spüren dieses böse Erwachen.”

Im vergangenen Jahr habe es auf dem Wohnimmobilienmarkt eine „Last-Minute-Panik“ gegeben, sagte der Manager bei der Präsentation der neuen „Wohntraum-Studie“ des Unternehmens. Viele Interessierte hatten dieses Jahr ein ganz anderes Gefühl: „Ich habe den Zug verpasst.“ Die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen ist nach wie vor hoch, aber zumindest einige Stakeholder erhalten aufgrund begrenzter finanzieller Mittel und zu hoher Kosten keine Finanzierungszusagen mehr. Für die Studie ließ Interhyp im Februar und März 2.180 Personen befragen.

Die Stadtflucht treibt die Preise in den Vororten in die Höhe

Nur 13 % wollen sich den Traum vom Wohnen in teuren Städten erfüllen. 42 Prozent derjenigen, die von der Stadt aufs Land ziehen, geben als Grund „günstigeres Wohnen“ an. Die Studie zeigt auch eine etwas nachlassende Lust auf die eigenen vier Wände: Weniger Menschen als im Vorjahr wollen in den eigenen vier Wänden leben (68 Prozent nach zuvor 72 Prozent), aber die Hälfte von ihnen (34 Prozent) wagt es kaufen. nicht finanziell. Die Zahlen zeigen auch, dass das Einfamilienhaus der Liebling der Wohnträume bleibt und Energiesparen immer wichtiger wird.

Eine Folge der hohen Preise in den Städten ist laut Interhyp die Stadtflucht, mit der Folge, dass die Preise im Umland von Berlin, Frankfurt und Hamburg im ersten Quartal deutlich stärker gestiegen sind als in der realen Stadt. Als Beispiel nannte Mohr Berlin. Im Berliner Umland stiegen die Preise im ersten Quartal um mehr als 12 Prozent, in der City aber nur um 4 Prozent.


Demnach sind viele Städter gezwungen, ein Haus oder eine Wohnung in ländlicher Umgebung zu kaufen und zunächst nicht sehr zufrieden. „Stadt, Land, Frust“, sagte Mohr. Grund dafür sind die Einschränkungen bei den drei Ks: Soziale Kontakte, Kultur und Konsum. Der Umfrage zufolge ringen mindestens 42 Prozent der Käufer ländlicher Immobilien mit ihrer Entscheidung.

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Einen generellen Rückgang der deutschlandweiten Preise für Wohnimmobilien erwartet Interhyp nicht. „Wir gehen davon aus, dass die Preise langsamer steigen werden“, sagte Mohr. In einigen Regionen kann es zu Preissenkungen kommen, aber nicht im Allgemeinen.


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