Botschafter Melnyk lobt Scholz an Illner und verteilt ihn dann wieder

Besucht Scholz Putins starke Niederlage?

Putins Biografin Katja Gloger betonte die Tragweite der Ankündigung. “Die Ukraine hat eine europäische Perspektive und damit eine politische und wirtschaftliche Zukunftsperspektive. Wladimir Putin kann das wirklich nicht anders interpretieren als eine große politische Niederlage”, sagte der ehemalige Korrespondent gegenüber Moskau und den USA dem “Stern”. Anne Gellinek, Leiterin der ZDF-Studios in Brüssel, sah das ganz anders, da sie mit einer überraschend schlechten Internetverbindung verbunden war.

„Ehrlich gesagt bedeutet es erstmal gar nichts, Kandidat für einen Beitrag zu sein“, sagte er und verwies auf das Prinzip der Einstimmigkeit unter den 27 EU-Mitgliedern. “Ob es den dreien gelingt, alle anderen Skeptiker zu überzeugen, bleibt abzuwarten.” Zur Dauer möglicher Beitrittsverhandlungen sagte der ZDF-Journalist: „Wir sprechen definitiv von einem Jahrzehnt.“

Melnyk: “Du kannst noch so viel mehr machen”

Deshalb stellt Melnyk klar: „Natürlich ist die Aussicht ein sehr starkes Signal. Aber diese Zukunft ist noch weit entfernt, aber jetzt müssen wir überleben. Dazu brauchen wir schwere Waffen.“ Der Botschafter war hier Diplomat. “Es ist keine Schuldfrage, aber nach diesem wichtigen Besuch ist man sich bewusst, dass noch viel mehr getan werden könnte und sollte.”

Deutschland verfügt beispielsweise über mehr als 800 Fuchs-Transportpanzer und 200 bis 300 Marder-Panzer. Auch antike Panzer könnten einen wertvollen Beitrag zur Rückeroberung russisch besetzter Gebiete leisten. „Wir geben den Deutschen eine historische Chance, spätestens heute mit so viel mehr anzufangen.“

“Mitgliedschaft ist kein Geschenk für die Ukraine”

Melnyk warnte davor, in die psychologische Kriegsführung des Kremls zu geraten. Putin konzentriert derzeit die zweitgrößte Armee der Welt auf ein kleines Gebiet im Donbass und erobert dort täglich etliche Dörfer. Auf diese Weise schaffen russische Herrscher ein Gefühl der Unbesiegbarkeit Russlands.

“Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen”, forderte Melnyk. Der Botschafter wollte auch klarstellen: „Die EU-Mitgliedschaft ist kein Geschenk für die Ukraine. Sie ist auch im besten Interesse der Bundesrepublik. Kein anderes Land hat mehr von der EU-Osterweiterung profitiert.“

Andererseits erhielt Scholz vom Botschafter einen persönlichen Dank für die Entscheidung, das hochmoderne Flugabwehrsystem IRIS-T in die Ukraine zu liefern. “Deutschland hat hier das Eis gebrochen”, bezeugte Melnyk.

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