Brandherde, Mittagshitze, Lüftung: Zwölf Hitzemythen im Faktencheck

Brandherde, Mittagshitze, Lüftung Zwölf Hitzemythen im Faktencheck

Von Björn Alexander 19.07.2022, 17:32

Die Hitzewelle sorgt nicht nur in den sozialen Medien für hitzige Diskussionen. Viele Behauptungen werden aufgestellt: Es gibt keine Sonnenbrände im Schatten, extreme Temperaturen lösen Waldbrände aus und Werte von 40 Grad sind in Deutschland normal. Aber ist das wahr?

40 Grad im Sommer sind in Deutschland normal

In den letzten Tagen wurde die 40-Grad-Marke in Wetterberichten geradezu inflationär verwendet. Das liegt natürlich an den Vorhersagen von Wettercomputern, mit denen uns Vorhersagen sagen könnten, dass 40 Grad in Deutschland ganz normal sind. Gleiches gilt für Social-Media-Kommentare wie „Endlich Sommer – endlich Hitze“. Die 40 Grad in Deutschland sind alles andere als normal.

Die 40-Grad-Marke ist eine Schallmauer, die 1983 in der deutschen Zeitgeschichte erstmals offiziell überschritten wurde. Und zwar am 27. Juli 1983 im bayerischen Gärmersdorf mit 40,2 Grad. Dann folgte eine weitere lange Pause, bevor die extreme Hitze Deutschland mehrfach mit neuen Rekorden aus den Tiefen der Sahara traf, nämlich 2015 mit 40,3 Grad und dann noch einmal im Juli 2019 mit Spitzenwerten von bis zu 40,5 Grad am 24. Juli und mehr als 41. Juli Grad am 24. Juli. 25. Juli 2019.

Mittags ist es heißer (“Mittagshitze”)

Die höchsten Temperaturen des Tages werden übrigens nicht mit der sogenannten Mittagshitze erreicht, sondern meist erst am Nachmittag. Es sei denn, es kommt zwischendurch ein Sturm oder eine Luftmassenänderung. Auch ein Windumschwung, beispielsweise an der Küste, kann dazu führen, dass die Temperaturspitzen früher ansteigen. Aber das ist ziemlich selten.

Verbrenne die Sonne nicht im Schatten

Auch im Schatten ist ein Sonnenbad nicht ganz ungefährlich. Etwa ein Drittel der UV-Strahlung erreicht den Hautschatten. In jedem Fall ist Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor nach wie vor erforderlich, insbesondere bei empfindlichen Hauttypen und Kindern.

Die Sommer sollten trocken und heiß sein

Auch hier vermitteln die sozialen Medien und die geäußerten Meinungen oft ein falsches Bild vom Sommer. Besonders die Monate Mai bis August sind in unseren Breitengraden von hohen Niederschlägen geprägt. Denn die Luft ist warm und kann daher viel Feuchtigkeit transportieren, eine ideale Basis für Sommergewitter mit entsprechenden Regenmengen. Im Schnitt fallen in den Sommermonaten etwa 70 bis 80 Liter pro Quadratmeter und Monat an, während es im Winter mehr als etwa 50 bis 60 Liter sind.

Die Hitze löst Waldbrände aus

Wenn die Hitze wirklich für die Brände verantwortlich wäre, müssten es zwischen 300 und 400 Grad sein. Die höchsten jemals auf der Erde gemessenen Temperaturen liegen jedoch bei etwa 55 Grad. Das reicht nicht, auch wenn diese Temperaturen im Schatten und in zwei Metern Höhe gemessen werden. Höhere Werte am Boden und in der Sonne sind möglich. Aber selbst diese sind zu klein, um ein Feuer anzuzünden.

Feuer von weggeworfenen Glasflaschen

Dass zerbrochenes Glas als Brennglas wirken und auf diese Weise Waldbrände auslösen kann, ist zwar nicht ganz auszuschließen, aber nicht wahrscheinlich. Die meisten Brände haben andere Ursachen – und sind fast ausschließlich auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen: offene Flammen, Grillen, vernachlässigte Zigarettenkippen oder sogar Waldbrände – um nur einige zu nennen.

Lüften Sie nur morgens und abends

Lüften morgens, abends und abends ist auf jeden Fall empfehlenswert. Aber auch tagsüber ist frische Luft wichtig. Auch wenn es heiß ist. Eine Entlastung gegen Temperaturen bringt Bewegung in die Luft, dh Wind, zB durch Ventilatoren. Oft muss es nicht der riesige Propeller sein, aber ein kleines Gerät reicht aus, um dich etwas abzukühlen.

Im Sommer brauchen wir nur kaltes Wasser zu trinken

Zunächst ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Alkohol- und zuckerfreie Getränke: kalt, warm oder was auch immer vertragen wird. Aber bitte mehr als die oft diskutierten zwei bis zweieinhalb Liter pro Tag. Drei Liter oder mehr werden empfohlen. Gerade für ältere Schüler ist das ein großes Problem, denn im Alter bedeutet ausreichend trinken meist mehr Anstrengung.

Hitze ist Hitze

Trockene Hitze, etwa in der Wüste oder in einer aufgussfreien Sauna, ist viel angenehmer als feuchte Hitze. Denn je mehr Wasserdampf sich in der Luft löst, desto anstrengender und unangenehmer wird es für uns. Außerdem behindert feuchte Luft die Verdunstung, die – angetrieben durch das Schwitzen – wichtig für die Kühlung unseres Körpers ist.

Tropische Nächte, Sommer und heiße Tage: Was ist was?

In der bunten Sommerwelt kommt es immer wieder zu Begriffsverwirrungen. Es ist ein Sommertag, wenn die Temperatur im Sommer 25 Grad erreicht. Steigt der Wert auf 30 Grad und mehr, ist es ein heißer Tag. In unseren Breitengraden spricht man meist ab 35 Grad von extremer Hitze. 20 Grad hingegen sind die Untergrenze für eine Tropennacht. Kühlt es nachts nicht unter 20 Grad ab, ist es tropisch warm.

Verbannen Sie die Kissen, Decken und Kopfkissen aus der Wohnung

Was uns wärmt, wärmt noch lange nicht unsere vier Wände. Folglich ist es ziemlich absurd, Kissen oder Decken zu verbieten. An der Hitze ändert sich dadurch überhaupt nichts. In der Zwischenzeit ist es natürlich sehr sinnvoll, das Sonnenlicht zu verbieten.

Die Hitze ist harmlos: Was sind „stille Gewitter“?

Stürme werden oft von Schlägen und Schlägen begleitet. Schließlich handelt es sich per Definition um extreme Wetterereignisse und spielen nach unserer Wahrnehmung in den Nebel von Stürmen, Gewittern oder Starkregen. Hitzewellen sind aber auch extreme Wetterereignisse, aber stille oder stille Stürme, die leider mit einer großen Zahl von Opfern einhergehen können. Vor allem Temperaturen über 35 Grad erhöhen die Sterblichkeitsrate deutlich. Im extrem heißen Sommer 2003 bedeutete dies beispielsweise, dass Zehntausende Menschen direkt oder indirekt durch die enorme Hitze in ganz Europa gestorben waren.

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