- Bei einem Polizeieinsatz in einer der größten Favelas der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen.
- Die Polizei sagte, 16 von ihnen seien mutmaßliche Kriminelle. Eines der beiden anderen Opfer war ein Polizist.
- Das brasilianische Nachrichtenportal „G1“ berichtete über einen ermordeten Bewohner des „Complexo do Alemão“ im Norden Rios.
Das Durchgreifen in dem Komplex, der aus mehreren Favelas besteht und rund 70.000 Einwohner zählt, war eine Bande, die Fahrzeug- und Frachtdiebstähle begangen und Banken ausgeraubt haben soll.
„Ich hätte es vorgezogen, wenn sie nicht reagiert hätten, aber leider haben sie es vorgezogen, die Polizei anzugreifen“, sagte Polizeisprecher Ronaldo Oliveira auf einer Pressekonferenz. Der Einsatz begann in den frühen Morgenstunden und umfasste rund 400 Polizisten, unterstützt von vier Hubschraubern und zehn gepanzerten Fahrzeugen.
Die tödlichste der Welt durch Polizeieinsätze
Im Mai starben bei einem Polizeieinsatz im Armenviertel Vila Cruzeiro in Rio 24 Menschen. Vor mehr als einem Jahr töteten Polizisten bei der blutigsten Operation in der Geschichte Rios mindestens 28 mutmaßliche Mitglieder einer Drogenbande in der Favela Jacarezinho.
Mächtige Banden kämpfen in den Slums um die Kontrolle über den Drogenhandel und Wirtschaftsschutzgeschäfte. Die Gewalt schwappt immer wieder auf andere Teile von Rio über und trifft Zuschauer. In keinem anderen Land der Welt sterben so viele Menschen bei Polizeieinsätzen wie in Brasilien.