Minister Kocher und Landesrat Danninger besuchten die Brauerei Zwettl. Sie leidet zwar unter den Energiepreisen, garantiert aber die Versorgung.
Vor allem hohe Energiepreise und Inflation in ganz Europa stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Dies gilt auch für Waldviertler Unternehmen. Bundesminister Martin Kocher und Wirtschaftsminister Jochen Danninger sprachen mit dem Geschäftsführer der Privatbrauerei Zwettl, Karl Schwarz. Die Privatbrauerei Zwettl mit ihren 133 Mitarbeitern produziert jährlich 210.000 Hektoliter Bier und alkoholfreie Getränke. Die Bierherstellung ist eine besonders energieintensive Produktion und mit erheblichen Kostensteigerungen konfrontiert.
Der Chef der Brauerei Schwarz sagte gegenüber der Politik: „Wir erleben derzeit in fast allen Bereichen einen plötzlichen und beispiellosen Kostenanstieg. Neben den hohen Energiekosten werden wir auch durch Logistik und Verpackung belastet. Das macht uns natürlich Sorgen.“ Alternativen zu Gas, die kurzfristig nicht umsetzbar sind. Mir ist bewusst, dass die staatlichen Eingriffsmöglichkeiten hier begrenzt sind. Um Planungssicherheit zu haben, ist es wichtig zu wissen, ob wir als Lebensmittelhersteller berücksichtigt werden in einer bevorzugten Energievergabe. Hier sind Klarheit und Transparenz gefragt. Allerdings ist die Versorgungssicherheit mit Bier aus dem Hause Zwettler gewährleistet. Da wir seit langem eng mit der regionalen Landwirtschaft zusammenarbeiten, werden die Rohstoffe Hopfen und Malz zur Herstellung benötigt Bier sind gesichert, zumal die diesjährige Ernte gut und ertragreich zu werden verspricht.“
So will die Politik helfen
Bundesminister Kocher hob beim Besuch des Unternehmens das Hilfspaket der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 28 Milliarden Euro hervor: „Inländische Unternehmen profitieren von den Maßnahmen in Höhe von rund 1 Milliarde Euro für Mitarbeiter von bis zu 3.000 Euro und die direkte Förderung von Energieunternehmen das Fortschreiten der Erkältung unterdrücken, deshalb haben wir ein umfassendes Paket auf den Weg gebracht, das die Bevölkerung und die Unternehmen deutlich entlasten wird.“
Zwettler.FOLTIN Jindrich Bierfässer / WirtschaftsBlatt / picturedesk.com
Wirtschaftsminister Danninger betonte: „Die regionale Wirtschaft ist das Rückgrat unseres Wirtschaftsstandortes. Ich freue mich sehr, dass Martin Kocher in seinem neuen Amt als Wirtschaftsminister das Waldviertel für einen ersten Besuch in Niederösterreich ausgewählt hat. Steigende Energiekosten gepaart mit hoher Inflation sind die größte Herausforderung für unsere Unternehmen seit dem Zweiten Weltkrieg. Deshalb müssen wir alles tun, um uns aus der Abhängigkeit von russischem Gas zu befreien. Wichtig ist nun auch, den Unternehmen klare Informationen darüber zu geben, was eine mögliche Abschaltung der Gasversorgung und der Energiesteuerung konkret für das jeweilige Unternehmen bedeutet. Zudem müsse jetzt alles dafür getan werden, dass Bundeshilfen, wie etwa die Direktzuschüsse für energieverbrauchende Betriebe, schnell bei den Unternehmen ankommen. Wir sollten uns jetzt auch darauf einstellen, dass sich die unsichere Lage der Energieversorgung weiter verschärft, damit für unseren Betrieb schnell weitere Schutzmaßnahmen umgesetzt werden können.“
Nav-Compte hora min19.07.2022, 19:00 | Zeit: 19.07.2022, 19:00