von. – 10.06.2022 12:46 (akt. 10.06.2022 12:46)
Finanzminister Magnus Brunner kritisierte die Verteuerung von Fernwärme in Wien. © APA / HELMUT FOHRINGER (Symbolbild)
Die Fernwärme Wien möchte ihre Tarife um 92 Prozent erhöhen, was für mehr Kritik sorgt. Oberbürgermeister Michael Ludwig versprach am Donnerstagabend eine besondere Kundenbetreuung, Finanzminister Magnus Brunner kritisierte die Preiserhöhung.
Inflationsbekämpfung kann nicht alleinige Aufgabe der Bundesregierung sein. „Das erfordert alle politischen Entscheidungsträger, auch die Wiener Stadtregierung“, sagte Finanzminister Magnus Brunner.
Brunner kritisiert den Durchgang der Fernwärme in Wien
„Das Land, staatsnahe Betriebe und natürlich eine Stadt und ihre Betriebe sollten nicht von der Krise profitieren“, sagte er in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Vier Milliarden Euro gehen an den Bund im Bereich der Energiekosten wurde zur Abfederung der Auswirkungen eingestellt und beispielsweise die Energie- und Erdgassteuer auf das zulässige Mindestmaß festgelegt, die Ökostrom-Förderung und die Flatrate ausgesetzt oder der Energiegutschein geschaffen.
Brunner: Der Verbund sollte positiv auffallen
Auch das Netzwerk sei positiv hervorzuheben, erklärte Brunner. Dies hat die Kundenrechnungen für zwei bis vier Monate ausgesetzt. Übermäßige Gewinne würden durch eine Sonderdividende an den Staat zurückfließen.
Am stärksten steigen die Preise für Fernwärme in Wien
„Daraus können wir wiederum Soforthilfe finanzieren. Das zeigt, dass es für Unternehmen guten Glaubens Möglichkeiten gibt, Menschen in der aktuellen Situation zu entlasten, insbesondere wenn Unternehmen im Besitz einer kommunalen Gebietskörperschaft sind, wie z. B. Wien Energie.“ Der Minister wies auch darauf hin, dass in anderen Bundesländern die Heizpreise nicht so stark steigen würden wie in der Bundeshauptstadt, sondern nur im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, etwa in Tirol.
Wien Energie will die Preise für Fernwärme um 92 Prozent erhöhen
Wien Energie hat angekündigt, die Preise für Fernwärme um 92 Prozent zu erhöhen. Das Unternehmen hat einen Antrag auf Anpassung der amtlichen Preisausschreibung gestellt. Es wird nun vom Stadtrat bzw. der Behörde geprüft. Die Maßnahme verursachte nicht nur bei der Opposition, sondern auch bei Arbeiterkammer und Gewerkschaft großes Unbehagen.
Ludwig verwies auf das Energieförderpaket
Oberbürgermeister Ludwig verwies am Donnerstag auf das lang erwartete Energiestützungspaket, das darauf abzielt, einkommensschwächere Leistungsempfänger zu entlasten. Zudem werde es auch weitere Stützungsmaßnahmen geben, um die „drohende Mehrbelastung“ abzufedern. „Wir werden Maßnahmen ergreifen, um die Preiserhöhung für die Kunden deutlich abzufedern“, versprach Ludwig. Die Details sollen nach APA-Informationen Anfang nächster Woche vorgestellt werden.
Die FPÖ fordert Ludwig auf, die Preiserhöhungen zu stoppen
Die Wiener FPÖ erwartet davon wenig. „Die von Oberbürgermeister Ludwig angekündigte Unterstützung gegen die Verdopplung der Fernwärmepreise ist ein herber Schlag“, sagte Parteichef Dominik Nepp am Freitag. Einerseits würde der Bürgermeister einem durchschnittlichen Haushalt 540 Euro für Heizung und Warmwasser aus der Tasche nehmen, andererseits käme nur ein Teil dieser Preiserhöhung an wenige zurück.“ fordert Ludwig, den Preis zu stoppen Zunahme.