Buchungsboom in Reisebüros: Wo die Schweiz Ferien macht

Die Reiselust der Schweizer Bevölkerung kehrt zurück. 57 Prozent planen einen Urlaub im Ausland. Bild: Shutterstock

Weder Inflation noch steigende Kronenzahlen halten die Schweizer von ihren Sommerferien ab. Das Geschäft mit Reisebüros boomt. Je nach Branche gibt es einiges nachzuholen.

16.06.2022, 05:0316.06.2022, 06:11

Konsequenzen

Zwei Jahre lang saßen Schweizer Reisebüros fest. Doch jetzt, mit dem Wegfall der Corona-Maßnahmen und der gestiegenen Reiselust von Herrn und Frau Schweizer, zieht das Geschäft wieder an.

57% der Schweizer Bevölkerung planen eine Auslandsreise. Das zeigt die Studie Travel Trust des Versicherungsunternehmens Allianz-Partners. Urlaubswahn erfreut die angeschlagene Reisebranche.

Kuoni ist mit der aktuellen Entwicklung der Reserven «sehr zufrieden». «Für bestimmte Destinationen verzeichnen wir sogar mehr Buchungen als 2019», sagte Kuoni-Sprecher Markus Flick. Es werden nicht nur viele Urlaube gebucht, sondern auch immer mehr Geschäftsreisen.

„Die kumulierte Nachfrage nach Ferien im Ausland ist sehr stark.“

Nicole Pfammatter, Leiterin Hotelplan-Suisse

Hotelplan Suisse und Globetrotter verbuchen in Corona bereits mehr Reservationen als im Vorjahr. „Die kumulierte Nachfrage nach Ferien im Ausland ist extrem stark“, sagte Hotelplan Suisse am Montag auf einer Pressekonferenz. Der Buchungsboom hält bereits seit einigen Wochen an.

Die griechischen Inseln sind bei Frau und Herrn sehr beliebt. Schweizer. Im Bild die Insel Kos. Bild: tui.ch

„Bei den klassischen Badeurlaubsmarken und Städtetrips Hotelplan und Migros Ferien übertrifft die Gesamtzahl der Buchungen bereits 2019“, so Hotelplan Suisse. Das Vertrauen in das Reisen ins Ausland ist definitiv zurückgekehrt. Hotelplan Suisse-Geschäftsführerin Nicole Pfammatter erklärt, dass Kunden ihre Ferien auf längere Zeiträume umbuchen: «Nicht nur die kommenden Sommerferien, sondern auch die diesjährigen Herbstferien werden aktiv gebucht.»

Mittelmeerregionen und modische USA

Die meisten Hotelplan-Gäste wollen Urlaub an den Mittelmeerstrand machen. Am beliebtesten sind die griechischen Inseln Kreta, Kos und Rhodos, gefolgt von Spanien, Zypern, der Türkei und Italien. Die Türkei ist das am schnellsten wachsende Ziel. Das Reisebüro Tui Suisse erwartet für Griechenland ein grösseres Buchungsvolumen als vor der Pandemie.

Die Kundenpräferenzen von Kuoni sind ähnlich: Griechenland ist auch dort ein beliebtes Ziel. Aber auch Spanien, die USA, Italien und Kanada sind sehr beliebt. Reisen nach Nordamerika, Afrika, Costa Rica und Nordeuropa sind bei Globetrotter vor allem Reiselustigen vorbehalten.

Sie haben etwas Neues zu tun: Mitarbeiter von Schweizer Reisebüros. Bild: KEYSTONE

Krönung und Aufblasen sind kein Reisehindernis

Weder die Krone noch der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene unsichere Wirtschaftslage hindern Schweizerinnen am Reisen. Im Gegenteil: Für den perfekten Sommerurlaub muss man noch tiefer in die Tasche greifen. Da die Nachfrage derzeit hoch ist, steigen auch die Preise.

“Viele werden jetzt behandelt.”

Constanze Adrianello, Sprecherin von Tui Suisse

Und Herr und Frau Schweizer wollen es sich gut gehen lassen. Laut Tui Suisse gibt es einen Trend zu längeren Reisen und höherwertigen Angeboten. „Viele lassen sich jetzt behandeln. Wer früher zehn Tage unterwegs war, entscheidet sich eher für einen 14-tägigen Urlaub. Oder bucht Meerblick zum Standardzimmer“, sagt Sprecherin Constanze Andrianello.

Ein ähnlicher Trend ist auch bei Globetrotter zu erkennen: „Aktuell werden hochwertige Unterkünfte und Reisen gebucht“, sagt Vertriebsleiterin Caroline Bleiker. Dass sich Herr und Frau Schweizer den Urlaub nicht leisten konnten, ist daher kein Problem.

Italienische Frauen bleiben zu Hause

Ganz anders sieht es im benachbarten Italien aus. Laut der oben erwähnten Studie von Allianz Partners verbringen 81 Prozent der Italiener ihre Sommerferien im eigenen Land. In Spanien sind es 75 Prozent. Und 67 Prozent der Amerikaner verbringen auch den Sommer zu Hause. Grund dafür ist vor allem die wirtschaftliche Lage. Viele können sich Auslandsreisen nicht leisten oder sparen lieber.

Nicht so die Schweizer. Viele werden in den Sommerferien in der Ägäis baden oder den Meerblick vom Hotelzimmer aus genießen.

Mit Material von sda

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