Bundespräsident zum Katholikentag Steinmeier fordert Rücktritt

Stuttgart – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66, SPD) forderte einen Verzicht auf den Katholikentag in Stuttgart.

„Wenn wir wirklich etwas gegen Hunger und Leid tun wollen, müssen wir selbst denken“, sagte Steinmeier. „Wir müssen über unseren Anteil an der globalen Klimakrise und unseren Lebensstil nachdenken.“

Die Forderung des Bundespräsidenten: „Dann werden wir anders leben, wir werden anders wirtschaften – und ja – wir werden auf manches verzichten müssen, liebe Freunde!“

Bischof Gebhard Fürst bei der Eucharistiefeier

Foto: Marijan Murat / dpa

Zum Krieg in der Ukraine sagte das Staatsoberhaupt: „Herr Putin, beenden Sie das Leid und die Zerstörung in der Ukraine. Zieh deine Truppen ab!“ Der russische Präsident sollte direkte Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten nicht ablehnen.

Steinmeier: “Das Sterben in der Ukraine muss ein Ende haben.”

Hunderte Gläubige versammelten sich am Donnerstag auch in der Innenstadt. Die meisten Teilnehmer tragen das offizielle rot-weiße Katholikentagstuch mit dem Slogan „Leben teilen“.

Rund 3.000 Gläubige bevölkerten am Mittwoch die Innenstadt

Foto: Marijan Murat / dpa

Der Katholikentag wird vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken organisiert, das die aktiven Gläubigen vertritt. Daher ist es kein Akt der Bischöfe, sondern des Nichtklerus. Das zehn Millionen Euro teure Fest des Glaubens umfasst rund 1.500 Veranstaltungen, darunter Trades, Podien und Workshops.

Solidarität mit der Ukraine

Foto: Marijan Murat / dpa

Weniger als ein Drittel der Teilnehmerzahl früherer Katholikentage wird in Stuttgart erwartet. Vor vier Jahren kamen 90.000 Menschen zum letzten Katholikentag nach Münster, jetzt werden rund 30.000 erwartet, vor allem wegen der Corona-Pandemie.

Aber auch der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und die allgemeine Entfremdung vieler Gläubiger in der Kirche könnten eine Rolle spielen. Umfragen zufolge genießt die katholische Kirche in der Bevölkerung wenig Ansehen.

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