Im Restaurant Casanova in Baden gibt es eine Busse von fünf Franken, wenn man das Buffetgericht aller Art nicht isst.
Naim Benjelloun / Pexels
Veröffentlicht am 1. Juli 2022, 17:00 Uhr
Ein Einzelhändler in Baden setzt sich mit einem kleinen Bußgeld gegen Lebensmittelverschwendung ein. Warum und wie seine Gäste es finden, erklärt er im Interview.
Küchenchef Sulman Ghauri betreibt eines der beliebtesten Restaurants Badens. Das Casanova bietet indische Spezialitäten in Form eines Buffets mit allem, was man essen kann, und die Google-Bewertungen seiner Gäste können sich sehen lassen.
Aber nicht nur Qualität und Service wirken hier besonders, auch Ghauris Engagement im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ist erstaunlich: Vor zwei Jahren führte er eine Fünf-Franken-Strafe für Gäste ein, die das Buffetgericht nicht aufgegessen haben.
Erwachsene sensibilisieren
Im kostenlosen Buffet des Casanova stehen täglich zehn Gerichte zur Auswahl, davon drei mit Fleisch und sieben vegetarisch.
Sein Heimatland Indien betrachtet Lebensmittel als wertvoll. Hierzulande scheine man das oft zu vergessen, sagt Ghauri.
Restaurant Casanova
Casanova-Besitzer Sulman Ghauri an seiner Restaurantbar.
Restaurant Casanova
Die Aktion soll ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. „Als Kinder lernen wir essen. Dieses Lebensmittel ist etwas Besonderes, das man nicht einfach wegwirft. Für Erwachsene scheint das plötzlich nicht mehr zu gelten“, erzählt uns Sulman Ghauri.
Das soll sich mit seiner Bestrafung ändern. Ghauri möchte das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung schärfen und seine Gäste neu aufklären.
Das Feedback ist positiv
Denn die Umwelt liegt Ghauri am Herzen. Er arbeitet bereits mit der Plattform Too Good To Go zusammen, um sich gegen Lebensmittelverschwendung einzusetzen. Führen Sie die Gastronomiebetriebe auf, bei denen Essensreste für einen geringeren Betrag angeboten und abgeholt werden können. “Das Feedback der Gäste ist sehr positiv. Ich habe viele Anrufe und E-Mails von Leuten erhalten, die sagten, dass ihnen die Kampagne gefallen hat.”
Auf die Frage, wie genau die Bußgeldandrohung erfolgt sei, antwortete er: „Ich begleite die Gäste trotzdem zum Buffet. Um sie nach Vorlieben, Ernährung oder Allergien zu fragen. Gleichzeitig mache ich auf meine Kampagne dagegen aufmerksam.“ Lebensmittelverschwendung.”
Bitte nichts wegwerfen! Casanova Indische Gerichte sollen im Magen landen, nicht im Müll.
Getty Images
Für CHF 20.– können sich die Gäste vom Buffet nehmen, was sie wollen. Als Koch freut sich Ghauri, wenn seine Gäste viel essen oder sich mehrmals am Buffet gegenseitig helfen. Wenn Sie jedoch bemerken, dass das Gericht vollständig beladen und das Essen nicht gegessen wurde, warnen Sie.
„Dann sage ich: Heute hast du Reste auf deinem Teller. Pass auf, dass beim nächsten Mal nichts mehr übrig ist, sonst musst du fünf Franken bezahlen.“ Wichtig sei ihm, immer nett zu sein.
Nie aufgeladen
Ihr Ziel ist es jedoch nicht, so viel Geld wie möglich zu verdienen, sondern dazu beizutragen, dass keine Lebensmittel verschwendet werden. „Die Leute sind es gewohnt, Essen liegen zu lassen. Sie vergessen, dass es schlecht ist, oder sie gehen sogar zurück zum Buffet, um etwas anderes zu holen.“
Fünf Franken musste Ghauri aber noch nie verlangen, nicht in den zwei Jahren, seit es die Bussen gibt. Auskünfte, von denen sie bis zu drei pro Gast ausstellt, reichten bisher immer aus. „Ich finde mein Konzept gelungen, weil ich in den letzten Jahren nie ein Bußgeld verlangen musste. Ich möchte einfach etwas für die Umwelt tun.“
Essen Sie im Restaurant immer Ihren leeren Teller? Oder lässt du etwas zurück?