Cannabis im Einsatz in Krankenhäusern

Die Gesundheit

Der Konsum von Cannabis oder Marihuana soll bald auch in Deutschland weitgehend erlaubt sein. Auch in Österreich gibt es Bereiche, in denen Cannabis seit mehr als einem Jahrzehnt legal verwendet wird, beispielsweise in Krankenhäusern als Medizin.

18.07.2022 17.34

Online ab heute, 17.34 Uhr

Cannabisarzneimittel sind in Österreich hauptsächlich in Form von Tropfen und Tabletten erhältlich. Rauchverbot in Krankenhäusern. Mittlerweile ist Cannabis ein fester Bestandteil in Krankenhäusern in Oberösterreich geworden, zum Beispiel in der Palliativstation des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern in Linz. Jeder zehnte Patient wird mit Cannabismedikamenten behandelt, meist um den Appetit anzuregen.

Der Wirkstoff stammt aus dem Labor

Die meisten dieser Medikamente enthalten keine Cannabispflanzen. Der Wirkstoff kommt aus dem Labor, erklärt der Leiter der Apotheke des Elisabethinen-Krankenhauses in Linz, Wolfgang Ibrom: „Der Vorteil der vollsynthetischen Herstellung liegt darin, dass das Produkt standardisiert ist, der THC-Gehalt konstant und somit einfach zu verschreiben ist.“ .

ORF Oberösterreich

Patienten haben manchmal Hindernisse vor der Einnahme von Cannabis

Elisabethhinen stellt unter anderem seit zwölf Jahren Cannabis-Medikamente her. Patienten stehen Medikamenten manchmal skeptisch gegenüber. „Jetzt werde ich süchtig oder ich bin süchtig: Das sind häufige Fragen, und natürlich nicht“, sagt der Leiter der Palliativstation der Sisters of Mercy, David Fuchs.

Deutschland will Cannabis legalisieren

Anders als Österreich will Deutschland Cannabis auf den Markt bringen. Der Schutz vor gesundheitlichen Risiken muss bei der geplanten kontrollierten Freisetzung von Cannabis in Deutschland eine zentrale Rolle spielen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte Ende Juni bei einer Expertenanhörung zur Vorbereitung eines geplanten Gesetzgebungsverfahrens in Berlin, man werde dem Grundsatz „Safety first“ folgen. Die Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP hatten sich darauf geeinigt, die zuvor verbotene Droge zu legalisieren.

Cannabis sollte zu Erholungszwecken verkauft werden

Der deutsche Koalitionsvertrag sieht vor, einen “kontrollierten Verkauf von Cannabis an Erwachsene zu Freizeitzwecken in autorisierten Geschäften” einzuführen. Lauterbach sagte, das Projekt sei “alles andere als trivial”. Zu klären sind Aspekte des Jugendschutzes, aber auch des Strafgesetzbuches, des Steuerrechts oder des Freizügigkeitsrechts. Nach mehreren Expertenanhörungen solle im Herbst ein Eckpunktepapier auf dieser Grundlage und ein Gesetzentwurf zum Jahresende vorgelegt werden, „damit wir im nächsten Jahr in den Gesetzgebungsprozess starten können.“ .

Cannabis für therapeutische Zwecke

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat einen Antrag auf „Aufhebung des Cannabisverbots“ abgelehnt. In den Nachbarländern ist das anders: Nach Tschechien muss Cannabis auch in Deutschland weitgehend legalisiert werden. Es gibt aber auch Gebiete in Österreich, in denen Cannabis seit Jahrzehnten erlaubt ist.

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