Die Chinesen werden mit Krypten gelöst
“Bitcoin wird bald 0 Dollar wert sein”
Bitcoin wird von chinesischen Staatsmedien für „tot“ erklärt. Was dahintersteckt und warum Kryptowährungsinvestoren zuletzt wieder Hoffnung schöpfen konnten.
Gepostet: vor 38 Minuten
Investoren in Kryptowährungen wie Bitcoin machen gerade schwierige Zeiten durch. Seit Anfang des Jahres wurden die meisten Krypten halbiert. Mitte Juni unterschritt der Bitcoin-Branchenführer sogar mal die 20.000-Dollar-Marke und war mit knapp 19.000 Dollar so niedrig wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Im November 2021 kostete ein Bitcoin mehr als 69.000 US-Dollar.
In der Szene ist bereits von einem „kryptografischen Winter“ die Rede. Gemeint ist damit dauerhafte Ruhe bei Stürzen und Seitengängen. Dies erfolgt in der Regel nach der sogenannten „Trommelphase“, die von kürzerer Dauer ist und sich durch einen starken Anstieg der Preise auszeichnet. Der letzte Kryptowährungswinter liegt einige Jahre zurück und dauerte von 2018 bis 2020, nachdem digitale Währungen wie Bitcoin und Ethereum 2017 erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden. Nach dem überaus erfolgreichen Jahr 2021 scheinen Kryptowährungen in den Winterschlaf zurückzukehren.
Rückzug aus China
Wie in der Vergangenheit stellt sich in solch schwierigen Zeiten immer wieder die Glaubensfrage. Bitcoin wird dieser Tage und Wochen tot umgeschrieben: Die größte Kritik kommt aus China. Anleger sollten sich des Risikos bewusst sein, dass der Preis von Bitcoin „auf Null fällt“, schreibt die staatliche Economic Daily. “Bitcoin ist nichts anderes als eine Reihe digitaler Codes, und seine Erträge stammen hauptsächlich aus niedrigen Käufen und hohen Verkäufen.” Und weiter: „Wenn in Zukunft das Vertrauen der Anleger sinkt oder souveräne Staaten Bitcoin für illegal erklären, wird es wieder auf seinen ursprünglichen Wert zurückfallen, der einfach keinen Wert mehr hat.“
Kein Wunder, Bitcoin und Co. von allen Orten in China für “tot” erklärt werden. Die Regierung von Peking hat in den letzten Jahren fast alle Aktivitäten mit dezentralen Kryptowährungen wie Bitcoin verboten. Sogar der Handel wurde 2021 eingestellt. Gleichzeitig wurden Pläne für die Einführung einer staatlich kontrollierten digitalen Währung bekannt gegeben: dem chinesischen digitalen Yuan (e-CNY).
Kritiker verweisen daher auf Chinas Voreingenommenheit. Sie wollen E-Yuan stärken und Kryptowährungen als Konkurrenzprodukt schwächen.
Buffett gibt sich auch mit Bitcoin zufrieden
Allerdings steht Peking mit seiner Kritik an Krypten nicht alleine da. Auch an der Wall Street in den USA hat Bitcoin viele Gegner. Der wohl berühmteste ist der legendäre Investor Warren Buffett (91), der im Mai sagte: „Wenn du mir alle Bitcoins der Welt für 25 Dollar anbieten würdest, würde ich sie nicht annehmen.“
Trotz aller Kritik war diese Woche ein kleiner Lichtblick für Kryptowährungsinvestoren. Bitcoin stieg um fast vier Prozent, andere digitale Währungen verzeichneten in den letzten sieben Tagen sogar ein Plus von etwa 10 Prozent. Die Kurse sind vorerst ausgeglichen und zeigen einen leichten Aufwärtstrend. Aber wenn der „kryptografische Winter“ gerade erst begonnen hat, müssen sich die Anleger auf weitere Turbulenzen einstellen. (nein)