Seit 2008 hat Co-Regisseurin Sheryl Sandberg die Facebook-Gruppe Meta verlassen
01.06.2022, 23:27
Seit Jahren arbeitet er eng mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zusammen. Nun verlässt Sheryl Sandberg das Unternehmen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Gerüchte über eine unterkühlte Beziehung zum Facebook-Chef.
Top-Managerin Sheryl Sandberg, die lange Zeit als rechte Hand des Gründers Mark Zuckerberg der Facebook-Gruppe Meta galt, verlässt den Online-Riesen. „Nach 14 Jahren werde ich Meta verlassen“, schrieb Sandberg auf seiner Facebook-Seite. Die Jahre “an der Seite von Mark” Zuckerberg, dem Chef und Gründer des Unternehmens, waren eine große Ehre, doch jetzt verlässt er den Posten des CEO.
Sie wolle sich künftig stärker auf ihre Wohltätigkeitsorganisationen konzentrieren, sagt die 52-Jährige. Der Abgang ist für den Herbst geplant, wenn seine Untergebenen neue Vorgesetzte bekommen hätten. Die Aktien von Meta fielen nach der Nachricht von der Veröffentlichung um etwa 4 Prozent.
Sandberg sammelte seine ersten Erfahrungen bei Google und kam 2008 zu Facebook.
In den letzten Jahren wurde über eine kalte Beziehung zwischen Zuckerberg und Sandberg, 38, spekuliert, die stets zurückgewiesen wurde. Sandberg wird weiterhin im Vorstand von Meta, dem Aufsichtsgremium der Gruppe, sitzen.
Architekt des Facebook-Werbegeschäfts
CEO Zuckerberg erkannte Sandberg als den Architekten des Werbegeschäfts von Facebook an. „Das ist das Ende einer Ära“, sagte Milliardär Zuckerberg. Er erinnerte sich, dass er 2008 im Alter von 23 Jahren zu Sandberg kam. Unternehmensführung habe er damals nicht verstanden.
Die Idee, Informationen über Nutzer und deren Interessen zu nutzen, um Werbetreibenden den Zugang zu den gewünschten Zielgruppen zu ermöglichen, stellte sich als sehr lukrativ heraus.
Als die Nutzer vor einem Jahrzehnt von Computern auf Smartphones umstiegen, war Facebook zunächst unvorbereitet auf seine Werbebanner. Aber Sandbergs Team entwickelte schnell ein System, bei dem zwischen einzelnen Veröffentlichungen Werbung auf der Anwendung platziert wurde.
Es sei “ziemlich unwahrscheinlich”, dass er einen neuen Job in einem Unternehmen oder in der Politik annehme, sagte Sandberg gegenüber Bloomberg Financial Services. Andererseits hat er längst gelernt, keine Zukunftsprognosen zu machen. Sandberg machte sich auch einen Namen als Verfechterin einer wichtigeren Rolle von Frauen in der Wirtschaft.
Facebook und Meta stehen unter Druck
Gleichzeitig weisen Kritiker darauf hin, dass Facebook-Datenskandale wie der Streit um die Analysefirma Cambridge Analytics unter Sandberg in der obersten Etage untergingen. In den letzten Jahren wurde über eine kalte Beziehung zwischen Zuckerberg und Sandberg, 38, spekuliert, die stets zurückgewiesen wurde. Sandberg wird weiterhin im Vorstand von Meta, dem Aufsichtsgremium der Gruppe, sitzen.
Facebook und Meta stehen derzeit aus verschiedenen Richtungen unter Druck. Die Politik fordert dessen Durchbruch, und auch Wettbewerbskontrollbehörden nehmen die Tech-Giganten zunehmend ins Visier. Auch Apples Maßnahmen für mehr Datenschutz auf dem iPhone erschweren Facebooks Geschäft. Vor einem Jahr hat Apple durchgesetzt, dass App-Entwickler wie Facebook zunächst die ausdrückliche Erlaubnis von Benutzern einholen müssen, um Informationen über ihr Verhalten auf verschiedenen Diensten und Websites sammeln zu können. Viele Nutzer lehnten dies ab.
Meta beschwert sich jedoch, dass dies die Anpassung Ihrer Anzeigen erschwert hat. Sandberg solle nicht durch jemanden mit identischem Job ersetzt werden, schrieb Zuckerberg in einem Facebook-Post. Ich bin mir nicht sicher, ob dies möglich gewesen wäre, da Sandberg ein “Superstar” ist.
Gleichzeitig zeigte sich Zuckerberg aber auch unzufrieden mit der bisherigen Ausgestaltung der Metastrukturen: Es sei ohnehin an der Zeit, Geschäft und Produkte besser zu verbinden, schrieb er. Facebook bekam zuletzt mit seinen kurzen Videoclips die Konkurrenz der Videoplattform Tiktok zu spüren. Meta zielt jetzt auf seine eigenen Apps wie Facebook und Instagram für ähnliche kurze Videos ab.