Geschäftsbank
Die Commerzialbank Mattersburg hat vor zwei Jahren geschlossen. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft für Wirtschaft und Korruption wegen angeblicher Bilanzfälschung, die durch eine Selbstanzeige am 14. Juli 2020 ans Licht kam.
14.07.2022 05.02
14. Juli 2022 um 17:02 Uhr
Konkret wird gegen 24 Personen und zehn Vereine ermittelt, meist gegen den ehemaligen Bankchef Martin Pucher. Nach ihrer Selbstauskunft schloss die Finanzmarktaufsicht die Bank. Bis heute wurden 11.888 der 13.500 Kunden der Bank freigegeben. Knapp 465 Millionen Euro wurden bezahlt. Etwa 15 Millionen Euro sind noch offen, die meisten davon statt anonymer Spareinlagen. 1.500 Kunden wurden noch nicht gemeldet.
ORF/Knotzer Ermittlungen im Fall Commerzialbank gehen weiter
Selbst nach zwei Jahren fast keine Reaktion
Denn zwei Jahre nach dem Ausscheiden der Bank war die Commerzialbank eine Konstruktion, eine Erfindung, die auf erfundenen Einlagen, gefälschten und nicht existierenden Krediten basierte. Die Bank war eine Blase, fast dreißig Jahre lang unentdeckt. Die Frage, warum es so lange funktioniert haben könnte, bleibt offen. Das Geld floss auch an den SV Mattersburg, der Bundesligist ging an die Bank.
Puchers Anwalt Norbert Wess schloss im vergangenen Jahr in einem Interview etwas aus, was seinen Mandanten nicht bereichert hatte: „Familienleben und sonstiges Vermögen sowie Lebensstil und Lebensstandard.“ Das Leben meines Mandanten wurde sehr genau angeschaut, das kann ich das. 100 Prozent ausschließen, dass so etwas passiert ist“, sagte Rechtsanwalt Norbert Wess.
ORF Einen Termin für einen Prozess gibt es noch nicht
Die Ermittlungen dauern an
Millionen werden noch vermisst. Rund 12 Millionen Euro hat der Insolvenzverwalter aus dem Restvermögen der Bank, Immobilien zum Beispiel, entnommen, 22 weitere sollen Forderungen an reale Kreditnehmer anmelden. Die Ermittlungen dauern an und ein Ende ist nicht in Sicht.
Die ÖVP sieht die SPÖ weiterhin in der Verantwortung
Zwei Jahre nach Ausbruch des Commerzialbank-Skandals sieht die ÖVP die SPÖ noch immer in der Verantwortung: Sie sei eine der Hebammen der Bank gewesen und habe auch davon profitiert, so Landesparteipräsident Christian Sagartz. Die Haftung hat kein Ablaufdatum, sagt Sagartz. Der Unterausschuss kam zu dem Schluss, dass das Land nicht schuld sei; Weitere Informationen hierzu finden sich im Abschlussbericht des Unterausschusses.
Zwei Jahre Commerzialbank-Skandal
Vor genau zwei Jahren, in der Nacht zum 14. Juli, ging die Commerzialbank Mattersburg bankrott.