Corona: „Die Pandemie ist hier, um zu bleiben“

Aus . – 22.08.2022 05:00 (akt. 22.08.2022 10:03)

Corona – Gartlehner sagt: „Die Pandemie wird definitiv bleiben.“ ©APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)

Wie lange dauert die Corona-Pandemie? Der Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation der Donau-Universität Krems, Gerald Gartlehner, sagt: „Die Pandemie wird definitiv bleiben.“

SARS-CoV-2 „vergeht“ buchstäblich nicht mehr. Die wichtigste Gegenmaßnahme ist eine vollständige Kernimmunisierung plus die empfohlenen „Auffrischungsimpfungen“. Impfstoffe gegen Covid-19 sind die am besten untersuchten Medikamente der Medizingeschichte. Dies erklärten die österreichischen Experten am Samstagabend bei einer Diskussionsrunde beim Gesundheitsforum Praevenire in Alpbach in Tirol.

Corona: Gartlehner über die Pandemie

„Die Pandemie wird definitiv bleiben. Es wird immer Wellen geben“, sagt Gerald Gartlehner, Leiter des Lehrstuhls für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Donau-Universität Krems. Bleibt man bei Omikron als „relativ weniger krankheitsverursachende Variante“ – ausgenommen anfällige Personen – wird es eine immer stärkere Immunität geben. Doch wenn eine weitere, gefährlichere Mutation „um die Ecke“ käme, könnte die Situation wieder anders aussehen.

Corona-Impfstoffe für den wissenschaftlichen Fortschritt

Ähnlich äußerte sich Florian Thalhammer, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin: „Das Virus bleibt dort.“ Für den Wissenschaftler stellen die Impfstoffe gegen Covid-19 einen enormen Fortschritt dar: „Ich denke, dass die heute verfügbaren Impfstoffe die am besten untersuchten Medikamente sind.“ Wo Sie Medikamente mit “einer Milliarde Probanden” hätten. Beim Antibiotikum Ciprofloxacin, das seit 1962 auf dem Markt ist, würden nun nach 60 Jahren potenzielle Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit von einer von drei Millionen Anwendungen auftreten. Die Chancen, Milliarden von Anwendungen in Bezug auf Covid-19-Impfstoffe zu betrachten, sind viel, viel besser geeignet, selbst äußerst seltene potenzielle Nebenwirkungen in kürzester Zeit zu bemerken.

Was stimmt laut Thalhammer nicht: „Wir haben zu wenig Eigenverantwortung. Dagegen muss man ‚immunisieren‘.“ Die österreichischen Empfehlungen sind sehr klar. Der Infektiologe: „Wir sprechen hier von einer Grundimmunisierung mit drei Teilimpfungen. Eine Infektion ist ein immunologischer Vorgang, zählt aber nicht zur Impfung. Der ‚vierte Punkt‘ wird klar für alle Altersgruppen ab fünf Jahren empfohlen.“ Die Effektivität ist mit 95 Prozent extrem hoch. „Neben der Grippeimpfung ist der Covid-Impfstoff ‚Kaiser‘“. Grippeimpfstoffe boten nur 50 bis 60 Prozent Schutz.

Verschiedene Corona-Impfstoffe

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe verschiedener Covid-19-Impfstoffe: mRNA-Impfstoffe (Pfizer/BioNTech, Moderna), Vektor-Impfstoffe (AstraZeneca), proteinbasierte (Novavax) – neuerdings wird auch ein inaktivierter Impfstoff gegen ganze Viren eingesetzt (Valneva ). in der EU zugelassen. Es gibt also schon eine Menge Auswahl. Aber das ist nicht das Ende. Christa Wirthhumer-Hoche, Leiterin der medizinischen Marktüberwachung AGES: „Impfstoffe werden weiter entwickelt und zugelassen. Es ist ein Segen, dass wir diese Impfstoffe haben. Jeder sollte den ‚vierten Punkt‘ bekommen.“

Objektive Beratung ist wichtig, insbesondere durch Hausärzte. Auch das Thema Impfung gegen Covid-19 dürfe nicht das gesamte Arzt-Patienten-Verhältnis stören, erklärte Erwin Rebhandl, Gründer einer Primärversorgung in Oberösterreich: „Wir sagen: ‚Es ist nicht unsere Entscheidung, ob Sie impfen Es ist Ihre Entscheidung. “. Meine Erfahrung ist, dass die wahren Impfskeptiker durch keinen Impfstoff glücklich gemacht werden können. Sie lehnen Impfungen ab. Wir stimmen ihnen zu, dass wir aufhören zu reden.” Schließlich gibt es neben Covid-19 eindeutig andere wichtige Gesundheitsthemen, mit denen Menschen einen Arzt aufsuchen sollten (sollten).

„Wer sich nicht impfen lässt, landet auf der Intensivstation“

Allerdings, so Thalhammer: „Jeder, der sich nicht (gegen Covid-19, Anm.) impfen lässt, landet auf der Intensivstation und geht krank nach Hause. Ich denke, das muss man deutlich sagen.“

Der Präsident der österreichischen Krankenkasse, Andreas Huss, verwies darauf, dass die soziale Krankenversicherung in Österreich gerade in der Pandemie eine neue Verantwortung für Impfstoffe übernommen habe. Sie sind auch über die aktuelle Gesetzeslage hinausgegangen: „Die Impfung ist die wichtigste Vorsorgeleistung im Gesundheitssystem. Die gesetzlichen Krankenkassen fühlen sich dafür verantwortlich. Uns ist sehr wichtig, was der Gesetzgeber dazu sagt.“ Der damalige Spitzenverband der Sozialversicherungsträger wies in der Vergangenheit immer wieder darauf hin, dass Impfstoffe in erster Linie Sache des Bundes (Prävention, Gesundheitsministerium) seien. Die Krankenkassen würden für die Gesundheitsversorgung zuständig sein. Dies änderte sich schließlich langsam mit der Verfolgung kostenloser Impfstoffe für Kinder.

Corona-Impfung: Sie haben Nachholbedarf

In Österreich gibt es vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen noch großen Nachholbedarf, wenn es um die Impfung gegen Covid-19 geht. In der Zielgruppe der 12 bis 14 Jahre sind weniger als 30 % geimpft (Stand: 17.08.2022) und knapp 50 % zwischen 15 und 24 Jahren.

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