Stand: 04.08.2022 10:28 Uhr
Im Live-Ticker informiert Sie NDR.de außerdem heute, Donnerstag, 4. August 2022, über die Folgen der Coronavirus-Pandemie für Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Zum Lesen: Blog vom Mittwoch.
Das Wesentliche in Kürze:
- Breite Kritik an den Corona-Plänen der Bundesregierung
- Die Bundesregierung fördert die Entwicklung des Corona-Nasensprays
- Der Bundesausschuss beschließt, wieder in den Krankenstand zu gehen
- Zahl der aktuellen Fälle im Norden: 2.228 in Schleswig-Holstein, 7.463 in Niedersachsen, 1.479 in Hamburg
- RKI registriert 74.645 Corona-Neuinfektionen, die Inzidenz liegt bei 451,3
Tabellen, Grafiken und Karten zu Inzidenz, Impfrate und anderen Daten
10:28 Uhr
Breite Kritik an den Corona-Plänen der Bundesregierung
Ärztekammern und Patientenschützer kritisieren die Corona-Pläne der Bundesregierung für Herbst und Winter. Nach Ansicht der Bundesärztekammer sind Teile des neuen Infektionsschutzgesetzes zu ungenau. Es gibt zu wenige Regelungen auf nationaler Ebene. Auch sei nicht klar, was passieren soll, wenn die Gefahr einer Überlastung der medizinischen Infrastruktur bestehe, sagte Dr. Präsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Lehrerverband ist unzufrieden, weil es in der Grundschule keine Maskenpflicht gibt. In Grundschulen würden offenbar eher Schulschließungen oder Fehlzeiten in Kauf genommen, sagte der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Deutschen Verlagsnetzwerk (RND). Der Deutsche Städtetag sieht noch einige offene Fragen, insbesondere ob im Herbst kostenlose Tests für Bürgerinnen und Bürger wieder eingeführt werden und wie es mit der Impfpflicht in Bezug auf Einrichtungen weitergeht. Mit Antworten der Bundesregierung werde sehr bald gerechnet, sagte Stadtratsvorsitzender Helmut Dedy der Mediengruppe Funke Zeitungen.
Der Regierung wurde zudem vorgeworfen, einige der vorgeschlagenen Maßnahmen seien nicht alltagstauglich. Ausnahmen von der Maskenpflicht soll es beispielsweise für Getestete, frisch Geimpfte und Genesene in Restaurants sowie bei Kultur- und Sportveranstaltungen geben. „Aktuell“ bedeutet, dass die überstandene Covid-Impfung oder -Erkrankung nicht länger als drei Monate zurückliegen darf. Wie dies in der Praxis im Alltag überprüft werden soll, sei nicht klar, sagte der Präsident der Hausärztekammer, Ulrich Weigelt, der „Rheinischen Post“. Das Vorstandsmitglied der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte den RND auf, die geplanten Ausnahmen von der Testpflicht für frisch Geimpfte und Genesene in Pflegeheimen aus dem Entwurf zu streichen. Inzwischen sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass auch Geimpfte und Genesene das Virus übertragen können.
09:04 Uhr
Erster Quartalsgewinn der Lufthansa seit Beginn der Corona-Pandemie
Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie schreibt Lufthansa in einem Quartal wieder schwarze Zahlen. Der Konzern habe zwischen April und Juni einen Nettogewinn von 259 Millionen Euro erzielt, teilte er am Donnerstag mit. Im Vorjahreszeitraum lag das Endergebnis angesichts der Pandemie bei weniger als 756 Millionen Euro. Der Umsatz betrug 8,5 Milliarden Euro, fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis wurde vor allem von der Logistiksparte getrieben, einzelne Airlines wie Lufthansa, Austrian Airlines und Eurowings blieben im Minus.
Konzernchef Carsten Spohr sprach nach einem für Passagiere und Mitarbeiter herausfordernden Halbjahr von einem „starken Ergebnis“. Der gesamte Flugbetrieb muss weiter stabilisiert werden. Für den Rest des Jahres ist Lufthansa optimistisch und rechnet mit einem operativen Jahresgewinn von mindestens 500 Millionen Euro. In der zweiten Jahreshälfte will das Unternehmen rund 5.000 neue Mitarbeiter einstellen. Bis 2020 hatte der Konzern jedoch mehr als 30.000 Stellen gestrichen. Die gesamte Luftfahrtbranche und insbesondere Flughäfen haben derzeit aufgrund der raschen Erholung des Flugverkehrs nach der Pandemie mit Personalengpässen zu kämpfen. Die Zahl der Gäste an Bord der Konzern-Airlines stieg im zweiten Quartal auf 29 Millionen, nach sieben Millionen im Vorjahreszeitraum.
Mehr Informationen
Aktuell gibt es in den Bundes- und Nordländern nur relativ wenige Corona-Beschränkungen. Das soll sich im Herbst ändern. Die Regeln auf einen Blick. Monat
8:30 Uhr
Virologe Martin Stürmer kritisiert das neue Infektionsschutzgesetz
Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer kritisiert vor allem die Zuständigkeitsübertragung auf die Bundesländer und die unklaren Kriterien. Er droht erneut mit einem unüberschaubaren Flickenteppich. Außerdem muss bei der aktuellen Infektionsdynamik davon ausgegangen werden, dass eine neue Variante des Virus auftaucht, vor der eine überstandene Infektion nicht schützt. Stürmer sieht die am stärksten gefährdeten Gruppen gefährdet.
AUDIO: Virologe Martin Stürmer kritisiert das neue Infektionsschutzgesetz (5 min)
7:51 Uhr
Der Bundesausschuss beschließt, wieder in den Krankenstand zu gehen
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheidet heute über die Rückkehr zur telefonischen Krankschreibung. Das Thema steht auf der Tagesordnung der Beratungen des G-BA: Bei einem entsprechenden Beschluss soll es möglich sein, sehr bald telefonisch Krankschreibungen zu schreiben. Da die Regelung ausgelaufen ist, ist eine Kündigung nur noch nach einem Arztbesuch oder einer Videosprechstunde möglich. Während der Corona-Pandemie hat der G-BA für Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen die neue Möglichkeit geschaffen, sich bis zu sieben Kalendertage telefonisch krankschreiben zu lassen. Der Krankenstand konnte einmalig um weitere sieben Tage verlängert werden. Die Regelung lief jedoch Ende Mai aus.
06:42 Uhr
RKI: 1.479 neue Corona-Fälle in Hamburg
Das Robert-Koch-Institut hat in Hamburg 1.479 neue Corona-Fälle registriert (Vorwoche: 1.235). Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Panel bei 306,8 (Vorwoche: 359,2). Zwei Menschen sind am Coronavirus gestorben.
06:32 Uhr
Niedersachsen meldet 7.463 Neuinfektionen
Die Inzidenz ist rückläufig, dennoch bleibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen mit 7.463 Neuinfektionen (Vorwoche: 12.510) auf einem relativ hohen Niveau. 475,4 beträgt die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner pro Woche laut Robert-Koch-Institut (Vorwoche: 710,0). 42 Menschen starben an dem Virus.
5:55 Uhr
Die Bundesregierung fördert das Corona-Nasenspray mit 1,7 Millionen Euro
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fördert die Bundesregierung erstmals die Entwicklung eines nasalen Impfstoffs. Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger sagte der „Augsburger Allgemeinen“, dass das Projekt der Münchner Uniklinik namens Zell-Trans mit knapp 1,7 Millionen Euro unterstützt werde. Der Impfstoff muss mit einem Nasenspray auf die Nasenschleimhaut aufgetragen werden. Damit könne es „direkt dort wirken, wo das Virus in den Körper eindringt“, sagte der FDP-Politiker. Mit der Schleimhautimpfung würden die Coronaviren direkt im Nasenrachenraum bekämpft, sie könnten sich dort nicht einmal ansiedeln. Ein solches Präparat könnte laut Stark-Watzinger im Idealfall nicht nur vor symptomatischen Erkrankungen, sondern auch vor Infektionen schützen.
5:50 Uhr
Die Kroneninzidenz in Schleswig-Holstein sinkt auf 380,0
Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist weiter auf 380,0 gesunken (Vorwoche: 499,1). Das geht aus Daten des Landesregisteramtes hervor. Auch in Schleswig-Holstein ging die Zahl der Corona-Neuinfektionen zurück: Am Mittwoch waren es noch 2.228, eine Woche zuvor noch 2.748. Den Angaben zufolge wurden 428 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus in Kliniken behandelt (Vorwoche: 483). Demnach lagen 34 Corona-Patienten auf Intensivstationen (Vorwoche: 36), davon wurden 14 beatmet. Die Inzidenz von Krankenhauseinweisungen liegt bei 6,25 (Vorwoche: 8,24). Im ganzen Land starben fünf weitere Infizierte. Unter den kreisfreien Städten und Landkreisen hatte Flensburg mit 581,7 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz. Es folgen Lübeck (519,2) und der Kreis Ostholstein (472,7). Die niedrigste Inzidenz verzeichnete der Kreis Stormarn (265,7).
5:45 Uhr
RKI meldet bundesweit 74.645 Neuinfektionen
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Sieben-Tage-Morgen-Inzidenz bundesweit mit 451,3 angegeben. Am Vortag lag der Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner pro Woche bei 477,9 (Vorwoche: 630,4; Vormonat: 650,7). Deutschlands Gesundheitsämter meldeten dem RKI zuletzt 74.645 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 104.126) und 192 Todesfälle (Vorwoche: 157) an einem Tag.
Hinweis zu aktuellen Zahlen: Inzidenzwerte liefern kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit langem davon aus, dass es eine Vielzahl von Fällen geben wird, die vom RKI nicht erfasst werden, vor allem weil längst nicht alle Infizierten einen PCR-Test haben. In die offizielle Statistik gehen nur positive PCR-Tests ein. Zudem können durch verspätete Anmeldungen oder Übertragungsprobleme einzelne Tageswerte verfälscht werden.
5:40 Uhr
Kommentar: Die Länder müssen sich stärker an der Infektionskontrolle beteiligen
Die Bundesregierung hat den ab Oktober geltenden erweiterten Corona-Regeln zugestimmt. Demnach sollen Bundesländer ab der fünften Klasse eine Maskenpflicht im Nahverkehr, im öffentlichen Raum oder in Schulen vorschreiben können. Die Bundesregierung will FFP2-Masken für Flug- und Bahnreisende auf der Langstrecke vorschreiben. In Krankenhäusern und Pflegezentren müssen Masken und Tests obligatorisch sein. Doch der Gesetzesentwurf überzeugt ARD-Korrespondentin Nadine Bader noch immer nicht: In ihrem Kommentar macht sie deutlich, dass es Nachbesserungen braucht und die Länder sich besser einmischen müssen, um…