Cum-Ex: Olaf Scholz nach WhatsApp-Chat unter Druck – CDU reagiert

Es kommt Bewegung in die Cum-Ex-Causa: Die Kölner Staatsanwaltschaft ist laut WDR-Ermittlungen auf eine brisante Chatstory gestoßen, in der ein „teuflischer Plan“ geschrieben steht. Die Fraktion der CDU will nun den Termin der nächsten Aussage von Olaf Scholz (SPD) vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss verschieben. Der Vorsitzende der SPD, Milan Pein, kritisiert die Veröffentlichung der Nachricht.

Bei sogenannten Cum-Ex-Geschäften können Banken, Anleger oder Aktienhändler einmalig gezahlte Steuern doppelt erstattet bekommen. An diesen Transaktionen war auch die Hamburger Warburg Bank beteiligt. 2016 ließ Hamburg eine mögliche Steuernachforderung von 47 Millionen Euro verjähren, weil eine Steuerhinterziehung nicht nachgewiesen werden konnte. Allein im Jahr 2017 wurde nach Intervention des Bundesfinanzministeriums eine weitere Forderung in Höhe von 43 Millionen Euro geltend gemacht.

WhatsApp-Chat der Steuerbehörde: „Teuflischer Plan“ ging auf

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss soll den Vorwurf klären, dass führende SPD-Politiker den Cum-Ex-Skandal beeinflusst haben könnten. Vor allem geht es um den ehemaligen Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz und den jetzigen Bürgermeister Peter Tschentscher, der damals Senator des Finanzministeriums war. Sie wiesen diesbezüglich alle Vorwürfe zurück.

Doch nun sorgt ein WhatsApp-Chat für Aufsehen: Nach Ermittlungen des WDR soll ein Staatsanwalt in Hamburg einem Kollegen geschrieben haben, sein „teuflischer Plan“ sei aufgegangen, kurz nachdem die Finanzbehörden Einspruch gegen die 47-Millionen-Euro-Steuerforderung gegen Warburg erhoben hatten 2016 beschloss die Bank. Das geht aus den der Staatsanwaltschaft Köln vorliegenden Unterlagen hervor.

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Nach Angaben der SPD-Bundestagsfraktion hatte die Untersuchungskommission schon länger um die Übermittlung dieser Dokumente gebeten. SPD-Präsident Milan Pein kritisiert die Veröffentlichung: „Es wurde eine beschlagnahmte private Chat-Nachricht veröffentlicht, deren Hintergründe und Umstände unbekannt sind und daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilt werden können“.

Es geschah, bevor die Nordrhein-Westfalen-Tests öffentlich wurden. „Der Inhalt der Olearius-Zeitung wurde zunächst gekürzt wiedergegeben, sodass kurz vor der Hamburger Wahl ein falscher Eindruck vermittelt wurde“, sagt Pein.

CDU-Sprecher: „Herr Scholz muss sich den Ergebnissen stellen“

In den Jahren 2016 und 2017 traf sich der damalige Bürgermeister und jetzige Bundeskanzler Olaf Scholz laut seinen Tagebucheinträgen mehrmals mit Warburg-Miteigentümer Christian Olearius. Gegen Olearius liefen bereits Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung. An Gespräche mit Aktionären der Bank im fraglichen Zeitraum konnte sich Scholz bei der ersten Befragung durch den Ausschuss nicht erinnern.

Die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft will nun die nächste geplante Äußerung von Olaf Scholz am 19. August vor der Untersuchungskommission verschieben. „Sollte nun aus den Chat-Nachrichten hervorgehen, dass zwischen Mitarbeitern der Finanzverwaltung ein ‚teuflischer Plan‘ ausgearbeitet wurde, kann das nur der Anfang weiterer Ermittlungen sein“, so Götz Wiese, Sprecher der Bundestagsfraktion in der Kommission Dies ist zu erwarten. “Herr Scholz muss sich den Nachwirkungen stellen, damit er sich besser erinnern kann.”

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2020 hat die Warburg Bank Steuerforderungen in Höhe von 155 Millionen Euro für die Jahre 2007 bis 2011 endgültig beglichen. Dies ist jedoch nicht als Schuldeingeständnis zu werten. Vielmehr geht die Münzstätte weiterhin juristisch gegen die Steuersätze vor. (dpa/mp)

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