20. Juli 2022
Weißhaidinger ließ Eugene leer aus © APA/AFP/BEN STANSALL
Der Diskus-Wettkampf am Dienstag (Ortszeit) bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Eugene, Oregon, endete mit einer großen Enttäuschung für Olympia-Dritten Lukas Weißhaidinger. Der Österreicher lag mit 63,98 m nur auf dem zehnten Platz. Der slowenische Favorit Kristjan Ceh gewann Gold mit einem WM-Rekord von 71,13 m vor den beiden Litauern Mykolas Alekna (69,27) und Andrius Gudzius (67,55).
Weißhaidinger kam in den ersten drei Versuchen nicht über 63,98 m hinaus, was dazu führte, dass er von den letzten zwölf bis zur endgültigen Entscheidung der ersten acht, die wiederum über drei Würfe verfügen, nicht kam. Damit endete auch die Serie des 30-Jährigen, der Bronze bei der EM 2018, der WM 2019 und den Olympischen Spielen 2021 gewonnen hatte, mit den Schweden Daniel Stahl und Simon Pettersson, die die Plätze vier und fünf belegten Drei Medaillengewinner der Tokyo Summer Games marschierten mit leeren Händen.
„Es ist der Sport, das gehört dazu. Leider konnte ich mich nicht zum Wettkampf durchringen. Leider gibt es solche Momente auch“, sagte Weißhaidinger, der in der Gesamtwertung einen souveränen Eindruck hinterlassen hatte. „Wenn man bei der WM da ist und die Besten der Besten zusammenkommen und alles nicht passt, dann wird es schwierig. Es war nicht sehr weit, aber da war es auch nicht. Damit muss man leben Dass es nicht geht, tut natürlich weh. Die Form wäre auf jeden Fall perfekt gewesen.“
Als Weißhaidinger kurz vor 18:00 Uhr (Ortszeit) im Stadion ankam, trat er zunächst auf den Rasen und blickte in Richtung Landeplatz der Scheibe, als wolle er auf eine Stelle zeigen, wo die Scheibe hingehört wenn möglich landen. . Erst dann betrat er den Wurfkreis, testete den Halt der Schuhe und machte eine Drehbewegung. Der am weitesten entfernte der drei Starts landete bei 67 m. „Wurf und Wettkampf sind zweierlei“, sagte Weißhaidinger später.
Laut Taktik riskierte Weißhaidinger viel, er wollte die Konkurrenz überraschen: Der Plan ging nicht auf. Mit 61,72 m startete er schlecht, die 63,98 m der zweiten Runde reichten nur für den zehnten Platz. Dass er beim dritten Versuch das Ausscheiden verhindern musste. Allerdings landete die Scheibe nur bei 62,45. Die ersten acht waren 1,12 m kurz. „Ich habe meinen linken Fuß zu spät aufgesetzt, leider ist der Ablauf im Wettkampf nicht gut gelaufen“, sagte der 30-Jährige.
Trainer Gregor Högler zeigte sich nach dem Qualifying am Sonntag sehr zuversichtlich: „Der Schuss hat mir sehr gut gefallen. Gute Beinstellung und etwas Platz nach vorne, das werden wir auch brauchen“, sagte er. „Ich bin seit 30 Jahren hier, ich bin mir sicher, dass ich noch nie einen so guten Wettkampf live gesehen habe. Alles ist da. In dem Kampf steckt so viel Potenzial, dass es sehr spannend wird“, war die Vorfreude auf die Medaillenentscheidung. Auch er war spannend und von großer Klasse, aber sein Schützling Weißhaidinger spielte keine tragende Rolle.
Ceh, 1,80 Meter groß, hat in dieser Saison jedes Diamond-League-Meeting gewonnen. Er hat eine sehr gute Technik, er setzt seinen Arm viel ein, profitiert aber auch von einer tollen Wurfhöhe. Ceh wird vom Esten Gerd Kanter trainiert, der ein Gegner von Virgilijus Alekna, dem Vater von Mykolas Alekna, war. Beide Senioren waren Olympiasieger und Weltmeister. Auch die junge Alekna verblüfft Högler. „Er ist 19 Jahre alt, ich frage mich auch, wie er das macht. Ich habe gehört, dass es eine sehr gute Sprungleistung hat, was sich dann erklären lässt. Bei Technik, Größe, Gewicht könnte ich das nicht einordnen, wie es funktioniert.“