Das Auto kracht in Berlin in eine Menschenmenge: ein Toter, mehrere Verletzte

In Berlin-Charlottenburg ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Eine Person wurde getötet und mehrere verletzt. Der 29-jährige Fahrer wurde festgenommen.

Ein Autofahrer hat eine Menschengruppe in der Nähe der Gedächtniskirche in Berlin erfasst und einen Professor in Hessen getötet. Unter den vielen Verletzten waren auch zahlreiche Zehntklässler aus Bad Arolsen. Nach derzeitiger Lage ist ein Lehrer schwer verletzt worden. Das teilte die hessische Landesregierung am Mittwoch mit.

Die Gruppe war also auf Klassenfahrt in die Hauptstadt. Die Hintergründe waren noch nicht klar, die Trauer und Anteilnahme aus ganz Deutschland groß. Nach Angaben aus dem Polizeikreis soll der Tatverdächtige an einer psychischen Störung leiden.

In dem Auto, das von einem in Berlin lebenden 29-jährigen Deutsch-Armenier gefahren wird, wurden nicht nur Dokumente gefunden, sondern auch Plakate mit Aufschriften. „Es gibt kein richtiges Bekennerschreiben“, sagte die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Aus Polizeikreisen hieß es zuvor, im Auto sei ein Geständnisbrief gefunden worden. Spranger sprach von „Plakaten“, die Aussagen zur Türkei enthalten würden. Die genaue Motivation des Fahrers müsse geprüft werden, die Aussagen würden genau geprüft.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sprach von einem „Verdächtigen“, der sich nun im Krankenhaus befinde. Derzeit liegen keine relevanten Erkenntnisse über eine politische Motivation vor. In den Aussagen wurde kein zufälliger Unfall erwähnt. Hessische Studenten würden psychologisch betreut, sagte Spranger. Er kündigte an, den Verdächtigen in alle Richtungen zu kontrollieren. Der Fahrer wurde ins Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben der Feuerwehr wurden bei dem Vorfall am Mittwochmorgen insgesamt sechs Menschen verletzt. Außerdem gab es drei Schwerverletzte und mehrere Leichtverletzte. Die genaue Gesamtzahl der Opfer des Vorfalls in Ku’damm und Tauentzienstraße war zunächst nicht bekannt.

Für den Abend war eine Gedenkfeier in der Gedächtniskirche angekündigt, in deren Nähe sich der Vorfall ereignete. Die Polizei richtete eine Hotline für Angehörige ein, und es gab auch Pastoren.

Der Fahrer des Autos war festgenommen worden. Er sei zunächst von Passanten festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. Die Polizei überprüfte, ob es sich um einen Unfall, einen medizinischen Notfall oder eine vorsätzliche Handlung handelte. Laut dpa fuhr der Fahrer ein Auto seiner älteren Schwester. Er soll der Polizei wegen verschiedener Straftaten bekannt gewesen sein, die jedoch nicht mit Extremismus in Verbindung stehen.

Ku’damm: Mit einem Kleinwagen auf dem Bürgersteig

Nach derzeitigem Stand lief der Vorfall am Mittwoch so ab: Der Mann fuhr mit dem Renault-Kleinwagen an der Ecke Ku’damm/Ecke Rankestraße in den späten Morgenstunden auf den Bürgersteig des Ku’damms und zu der Menschengruppe . Dann fahren Sie bis zur Kreuzung und knapp 200 Meter weiter östlich auf die Tauentzienstraße. Kurz vor der Ecke Marburger Straße fuhr er mit seinem Auto von der Fahrbahn auf den Bürgersteig, touchierte ein anderes Auto, überquerte die Marburger Straße und landete in einem Parfümerie-Schaufenster.

Die Bundesregierung, Innenministerin Nancy Faeser (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigten sich bestürzt über das Geschehene. „Meine Gedanken sind bei den Schwerverletzten und sehr ernst beim Tod“, sagte Steinmeier. „Und sie sind bei denen, die Schreckliches durchmachen mussten. Mein tiefstes Beileid gilt ihnen, all ihren Angehörigen und Überlebenden.“ Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sagte den Betroffenen Unterstützung zu.

Die Polizei war nach eigenen Angaben an diesem Mittwochmorgen mit rund 130 Mann im Einsatz, die Beamten nutzten einen Hubschrauber, um sich aus der Luft einen Überblick zu verschaffen. Die Feuerwehr rückte mit 100 Mann an. Das Areal wurde großflächig abgesperrt. Die Polizei forderte die Menschen auf, keine Fotos des tödlichen Vorfalls in der Internet-Einkaufsstraße zu veröffentlichen.

Hessischer Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte: „Wir haben sofort Notfallteams nach Bad Arolsen geschickt, um Angehörigen, Mitschülern und Lehrern zu helfen.“ Ein Schulteam macht sich auf den Weg nach Berlin, um lokale Jugendliche und ihre Eltern zu unterstützen.

Der Unfallort liegt unweit der Breitscheidplatz-Gedächtniskirche in Berlin-Charlottenburg. Im Dezember 2016 betrat dort ein islamistischer Killer einen Weihnachtsmarkt. Durch die Spätfolgen starben insgesamt 13 Menschen und mehr als 70 wurden verletzt.

Die Gegend, in der sich der tödliche Vorfall am Mittwoch ereignete, ist aufgrund der vielen Geschäfte, Cafés und Sehenswürdigkeiten oft sehr belebt. Es ist ein Magnet für in- und ausländische Touristen.

Der Fall weckte in Berlin auch Erinnerungen an einen Zusammenstoß auf der Autobahn A100 im August 2020, als ein Autofahrer drei Motorradfahrer absichtlich einwickelte. Er wurde vom Gericht in die Psychiatrie eingewiesen.

(APA/dpa/Reuters/Hrsg.)

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