Das Familienministerium hisst eine nicht autorisierte Version der Regenbogenfahne

Deutschlandfahnenstreit

Das Familienministerium hisst eine nicht autorisierte Version der Regenbogenfahne

Stand: 26.07.2022 | Lesezeit: 2 Minuten

Die sogenannte Regenbogenfahne des Fortschritts im Bundesfamilienministerium – soll fortschrittlicher sein als die übliche Regenbogenfahne

Quelle: pa/Fotostand/Reuhl

Vor dem Bundesfamilienministerium weht eine Regenbogenfahne, allerdings in einer nicht genehmigten Version. Das zuständige Bundesinnenministerium wies auf den Verstoß hin, doch Grünen-Ministerin Lisa Paus will die Fahne hochhalten.

Fahnenstreit zwischen zwei Bundesministerien: Seit dem Jahrestag des „Christopher Street Day“ am 28. Juni weht die sogenannte Regenbogenfahne des Fortschritts vor dem Bundesfamilienministerium, obwohl das Bundesinnenministerium (BMI) , die für Fahnen in Bundesgebäuden zuständig ist, hatte zuvor schriftlich mitgeteilt, dass sie dazu nicht befugt sei.

Am Dienstag bestätigten beide Ministerien einen entsprechenden Bericht von “Achtung, Reichelt!”, dem YouTube-Kanal des ehemaligen “Bild”-Chefredakteurs Julian Reichelt.

Die Regenbogenflagge des Fortschritts enthält zusätzliche Streifen in verschiedenen Farben, die in Dreiecksform aufgebracht sind, und einen zusätzlichen Punkt. Sie soll auch die Interessen von Transsexuellen und Intersexuellen, Schwarzen und Farbigen vertreten, die ebenfalls von Rassismus betroffen sein können.

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Kritiker bemängeln, dass die Fahne des Fortschritts auch unter Anhängern der Identitätspolitik weit verbreitet ist, einer Weltanschauung, in der Menschen nach Merkmalen wie Sexualität, Geschlecht, Hautfarbe oder ethnischer Zugehörigkeit differenziert werden, um daraus Forderungen und politische Rechte abzuleiten.

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In einem Schreiben vom 6. April an Ministerien, Bundestag und Bundesrat hat unter anderem das Bundesinnenministerium das Hissen der traditionellen Regenbogenfahne an Bundesgebäuden genehmigt. Auch am Reichstagsgebäude wurde erstmals die Regenbogenfahne gehisst.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hat am 28. Juni die nicht genehmigte Version der Regenbogenfahne gehisst

Quelle: pa/Fotostand/Reuhl

Am 13. Juni sandte das SPD-geführte Ministerium einen weiteren Brief an das grün-geführte Familienministerium. Laut IMC wurde festgestellt, „dass das Hissen weiterer Logo-Flaggen nicht durch das IMC-Schreiben vom 6. April 2022 gedeckt ist und auch nicht anderweitig genehmigt werden kann“.

Eine Sprecherin des Familienministeriums sagte auf die Frage, warum diese Flagge anstelle der Regenbogenfahne gehisst wurde: „Als Ministerium für Chancengleichheit sind wir stolz darauf, dieses Jahr die Regenbogenfahne des Fortschritts gehisst zu haben, um eine besondere Solidarität zu zeigen mit allen Trans- und Inter-Menschen. Damit bringt das Haus unmissverständlich zum Ausdruck, dass es alle queeren Menschen verteidigt.“ Die Flagge soll den Angaben zufolge noch bis zum 29. Juli vor dem Ministerium wehen.

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Das Zeigen von Flaggen, die nicht der Flaggenverordnung der Bundesregierung entsprächen, sei rechtswidrig, erklärte das Innenministerium. Zuwiderhandlungen haben jedoch keine rechtlichen Konsequenzen. Generell wird von allen Ressorts erwartet, dass sie sich an die im Flaggenerlass festgelegten Vorschriften halten.

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