Das Gericht in Bern verhängt lange Haftstrafen gegen Rocker
zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei weitere Rocker erhielten 8 und 42 Monate. Alle drei waren 2019 an gewalttätigen Auseinandersetzungen in Belp beteiligt. Vor der Urteilsverkündung im Berner Rocker-Prozess versammelten sich schätzungsweise 300 Rocker neben dem Berner Gericht. Sie gehören mehreren Motorradclubs an. Die Polizei beobachtet die Situation genau. Ein Wasserwerfer stand bereit. Kurz nach acht Uhr morgens war die Lage ruhig.
30.06.2022
Im Berner Rocker-Prozess sind die Urteile gefällt, das Urteil steht noch aus. Rund 300 Rocker haben sich vor Gericht versammelt: Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.
Im Berner Rocker-Prozess wurde der Hauptangeklagte an diesem Donnerstag zu acht Jahren Haft verurteilt. Der andere wurde mit acht Monaten wegen Erpressung hingerichtet. Ein dritter Mann wurde wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu 42 Monaten Haft verurteilt. Alle drei waren 2019 an gewalttätigen Auseinandersetzungen in Belp beteiligt.
Weitere 19 Rocker wurden wegen Erpressung oder Kollaboration angeklagt. Sie wurden teilweise schuldig und teilweise freigesprochen. Die meisten Schuldsprüche waren bedingte Haftstrafen von etwa zehn Monaten.
Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland ist noch hängig. Es sollte mehrere Stunden dauern. Die meisten Angeklagten schwiegen während der Verhöre und verweigerten jegliche Auskunft über die Tat.
Hells Angels-Mitglieder und ihre Anwälte treten am 30. Juni 2022 vor Gericht.
Bild: Schlussstein
Gewaltkonflikt 2019 in Belp
Der Prozess dreht sich um einen gewalttätigen Konflikt im Jahr 2019 in Belp BE. Es nahmen Mitglieder von drei Motorradclubs teil: einerseits die Hells Angels und die mit ihnen verbündeten Bernese Broncos, andererseits die Bandidos. Sie wollen sich in der Schweiz niederlassen, die Probleme hat.
Nach den Auseinandersetzungen in Belp wurden 22 Männer angeklagt.
Hintergrund des Streits der Rocker ist, dass die Bandidos einen Schritt in die Schweiz wagen wollen. Als Clubmitglieder im Mai 2019 ein Fest in Belp veranstalteten, wurden sie von den beiden anderen in der Schweiz gegründeten Motorradclubs besucht. Laut Anklage handelt es sich um einen “Einschüchterungsversuch”. Dann nahm die Gewalt zu.
Hells Angels-Mitglieder versammeln sich vor dem Urteil in der Nähe des Gerichtsgebäudes.
Bild: Schlussstein
Als der Prozess Ende Mai begann, stießen etwa 200 Mitglieder der Hells Angels and Bandits vor dem Bürogebäude zusammen. Die Polizei setzte Gummigeschosse, Wasserwerfer und Hunde ein, um die beiden Lager voneinander zu trennen. Noch heute hat er die Aufgabe, verfeindete Rockergruppen zu trennen.
Die Polizei trifft mit einem Großaufgebot zum Urteil ein
Vor der Urteilsverkündung hatten sich schätzungsweise 300 Rocker neben dem Berner Gericht versammelt. Die Polizei wird mit großer Gewalt eingesetzt, um eine Eskalation zwischen verfeindeten Gruppen zu verhindern.
Laut Reportern der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hatten viele Polizisten bereits in den frühen Morgenstunden rund um das Bürogebäude Stellung bezogen. Die Hells Angels begannen sich auf der nahe gelegenen Schützenmatte zu treffen. Um 8:30 Uhr waren es bereits rund 300 Mitglieder aus verschiedenen Motorradclubs.
Polizisten setzten in der Nähe des Gerichts einen Wasserwerfer ein.
Bild: Schlussstein
Einige von ihnen hängten in den Kneipen ein Schild mit dem Hinweis auf eine Website mit einem «Statement» von Schweizer Motorradclubs. Auf dieser Website können Sie nachlesen, dass die Schweizer Motorradclubs seit 50 Jahren „unser eigenes System und unsere eigenen Regeln“ haben, wenn es um die Motorrad- und Motorradclubszene geht.
Das freundschaftliche und friedliche Verhältnis zwischen den Clubs basiert auf gegenseitigem Respekt und wird durch zahlreiche Reisen, Partys und gemeinsame Treffen unterstützt. Dabei soll es bleiben. „Andere Staaten“ brauchen es nicht. Clubs sind hinter diesem System „geschlossen“.
Dabei handelt es sich offenbar um einen Hinweis auf den Motorradclub Bandidos, der in der Schweiz installiert werden soll, ein Umstand, der 2019 zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen im Prozessobjekt Belp BE geführt hat.
Die Rocker versammelten sich auf der Berner Schützenmatte, also dem Platz vor dem alternativen Kulturzentrum Reitschule. Gut hundert Meter entfernt steht das Bürogebäude, in dem das Urteil gesprochen wird. Die Rocker kletterten in Gruppen mit ihren schweren Maschinen und begrüßten sich, sobald sie die Räder abstellten.
Den Inschriften auf den Roben zufolge gehören sie ganz unterschiedlichen Vereinen an; laut der im internet geposteten erklärung unterstützen auch zahlreiche klubs diese „aussage“.
Die Polizei beobachtet die Situation genau. Ein Wasserwerfer stand bereit. Kurz nach acht Uhr morgens war die Lage ruhig.
zc, sda/amo