Franke hat sein Leben lang wie kein anderer mit analytischen Methoden und der Hilfe von Maschinen immer wieder neue Territorien erkundet und fast 70 Jahre in die Zukunft der digitalen Kunst geblickt, bis er als früher Künstler und Kurator der 2000er Jahre zu Metaverse kam.
Als Computerkünstler der ersten Stunde experimentierte er 1953 mit generativer Fotografie, nutzte seit 1954 einen analogen Computer und die ersten Großrechner für seine abstrakte algorithmische Kunst der 1960er Jahre. 1970 war er mit einem Siebdruck seiner Serie „Quadrate“ auf der Biennale in Venedig vertreten. Bereits 1967 hatten Herbert W. Franke und der Programmierer Georg Färber einen Algorithmus entwickelt, der zusammenhängende und übereinandergelegte Quadrate zeichnete. Heute werden diese Werke als Pionierleistung im Bereich der NFT-Kunst gefeiert, die derzeit in aller Munde ist.
“Der grüne Komet”
„Die Zeit“ beschrieb Franke als „den prominentesten Science-Fiction-Autor, der auf Deutsch schreibt“, die „FAZ“ nennt ihn „großen Erzähler“. Darüber hinaus entwickelte er eine Theorie der rationalen Kunst. Er ist seit 1960 als Schriftsteller tätig, mit seinem Erstlingswerk „Der grüne Komet“ – ein Pionier virtueller Welten. Außerdem war er ein Pionier bei der Datierung von Stalaktiten in der Höhlenforschung, mit der er auch wichtige Informationen für die Klimatologie seit der letzten Eiszeit preisgeben konnte.
Das Francisco Carolinum Linz würdigte den Pionier kürzlich anlässlich seines 95. Geburtstags mit der Ausstellung „Visionary“. Denn Franke ist der Landeshauptstadt Oberösterreichs sehr verbunden. Aus der Idee einer Computerkunst-Show, die Franke ursprünglich für das Künstlerhaus in Wien konzipiert hatte, entstand 1979 in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Leiter des Landesstudios ORF Oberösterreich, Hannes Leopoldseder († 2021) das Ars Electronica Festival. .