Dass das Bregenzer Theater am Kornmarkt mit einer Welle von Fehlinvestitionen in Millionenhöhe voranschreitet, ist längst klar und wird auch durch ein Gutachten belegt. Seit 2013 ist die nach wie vor städtische Kulturstätte samt Betrieb an die Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft (KuGes) des Landes verpachtet.
Neben den Betriebskosten übernimmt der Staat den Erhalt der baulichen und technischen Substanz und zahlt in diesem Jahr rund 330.000 Euro (300.000 Euro indexiert seit 2013) jährlich, pocht aber auch auf einen Zustand des Gebäudes, der moderne Theateraktionen zulässt. Wer den erhobenen Unterhalt übernehmen muss, war lange Zeit ein Streitpunkt unter den Gesellschaftern. Die Stadt hielt zunächst eine zehnprozentige Beteiligung für „vorstellbar“, das Land beharrte auf einer 20-prozentigen Beteiligung.
Einigung zwischen Stadt und Land
Nun wurde eine Einigung erzielt. Die Stadt Bregenz werde sich in den nächsten 15 Jahren mit maximal 20 Prozent, also 1,92 Millionen Euro, an den anfallenden Kosten beteiligen und sich mit zehn Prozent dieser Summe auch an einer etwaigen Erhöhung des Baukostenindex beteiligen, sagte Bürgermeister Ritsch im Anschluss Stadt. Vorstandssitzung. Gleichzeitig wird die Miete während der zehnmonatigen Ausführungsfrist um 20 Prozent reduziert.
Es wird ab Herbst 2025 erneuert
In der Sitzung wurde ein Nachtrag zum bestehenden Mietvertrag beschlossen, wonach ab Herbst 2025 bis Sommer 2026 ein Großteil der Bühnentechnik und Bühnentechnik erneuert wird, darunter die Bühnenmaschinerie, die il Licht-, Audio- und Videoanlage, sondern auch architektonisch. Anpassungen zur Verbesserung der Prozesse. „Bregenz ist nicht nur die Hauptstadt des Landes Vorarlberg, sondern auch die Kulturhauptstadt des Bodensees“, betonte Ritsch die Bedeutung des Projekts.
Etwa 9,6 Millionen Euro für Renovierungen
Werner Döring, Vorstandsvorsitzender von KuGes, bestätigte am Freitag den Deal und zeigte sich erfreut. In der Stadt gab es schon lange keine Bewegung mehr. Auch der Staat hatte Interesse an einem Kauf, doch das Projekt scheiterte an den Vorstellungen der Stadt.
Rund 7,5 Millionen Euro müssen nun in die technische Instandhaltung und weitere 2 Millionen Euro in bauliche Anpassungen wie die Öffnung des Foyers zum Karl-Tizian-Platz investiert werden.
„Ich bin froh, dass sich die Stadt einmischt“, sagte Döring, der in der Debatte „weder Gewinner noch Verlierer benennen wollte“. Auch Bregenz beteiligt sich an steigenden Baukosten, wenn auch mit einer Deckelung. Für 2025/26 rechnete Döring mit einem Plus von bis zu zwanzig Prozent. Er sei zuversichtlich, dass sich die Stadt trotz der jetzt getroffenen Entscheidungen weiterhin zu Wort melden werde.
Die Entscheidung der Regierung wird abgewartet
25 Prozent der für KuGes bereitgestellten Mittel werden aus dem eigenen Haushalt finanziert, 55 Prozent sollen vom Land kommen. Hier warte man in Kürze auf die entsprechende Entscheidung der Landesregierung, erklärte Döring. Die Ausschreibung erfolgt im Herbst.
Saison 2025/2026 geschlossen
Aufgrund der Sanierung bleibt das Vorarlberger Landestheater für die Spielzeit 2025/26 geschlossen, ein Teil des Programmbudgets wird dann für die Sanierung verwendet und auch auf die jährliche Opernproduktion muss verzichtet werden. Landestheaterdirektorin Stephanie Gräve entwickle aber bereits Ideen für kleinere, über das Land verteilte Produktionen, verriet Döring.