Das Leben wird teurer: Für Mieter steigen die Nebenkosten um fast 40 %

– Für Mieter steigen die Nebenkosten um fast 40 Prozent

Energiekosten verursachen in diesem Jahr hohe Mehrkosten für Mieter. Wer mit einer Wärmepumpe heizt, spart sich die Preiserhöhung.

Gepostet heute um 20:45 Uhr

Teure Nebenkosten: Experten schätzen, dass die Nebenkosten für Häuser, die mit Diesel oder Gas geheizt werden, um bis zu 38 Prozent höher ausfallen werden.

Bild: Michael Scherrer

Viele Mieter erhalten heute Briefe von ihren Vermietern. Darin werden sie darüber informiert, dass die Nebenkosten aufgrund steigender Energiepreise in diesem Jahr stark steigen werden und sie deshalb höhere Abschlagszahlungen leisten sollten.

Einige Verwaltungen warnen sogar vor einer Verdoppelung der Mehrkosten für dieses Jahr. Wie die Credit Suisse in ihrem aktuellen Immobilienreport schreibt, wird mit einem Anstieg der Nebenkosten um 38 Prozent gerechnet. Dies gilt für Wohnungsbewohner mit fossilen Brennstoffen zum Heizen. In der Schweiz machen sie 60 Prozent der Haushalte aus.

Der Umstieg auf eine Wärmepumpe ist langfristig günstiger

Mieter, deren Eigentümer Wärmepumpen zum Heizen einsetzen, sind weniger von steigenden Nebenkosten betroffen. Erwartet wird lediglich ein Plus von 3 Prozent.

Durch den Krieg in der Ukraine und die drohende Verknappung der Energieressourcen sind die Preise für Heizöl und Erdgas förmlich explodiert. Die Heizkosten einer Wärmepumpe liegen 60 Prozent unter den Kosten fossiler Brennstoffe, allerdings gilt diese Aussage für die Strompreise, die derzeit noch recht stabil sind, nun aber auch steigen werden.

Die Investitionskosten einer Wärmepumpe, die beim Wechsel der Heizung auf Diesel oder Gas anfallen, amortisieren sich laut Credit Suisse immer schneller. Nach acht, neun Jahren zahlt sich dieser Wechsel für Eigen- und Wohnungseigentümer bereits aus.

So können sich Mieter schützen

Bei einer schlecht gedämmten Vierzimmerwohnung mit einem Heizölverbrauch von 2000 Litern pro Jahr könnte eine Erhöhung des Heizdieselpreises von 60 auf 120 Franken pro 100 Liter zu Mehrkosten von 1200 Franken pro Jahr führen.

Der große Schock kommt erst noch: „Für Mieter wird sich dieser Zuschlag erst ab der Rechnung 2023 wirklich auswirken, da die Nebenkostenabrechnung einmal im Jahr erfolgt“, sagt Natalie Imboden, Generalsekretärin des Mieterbundes.

Bei Mietverträgen mit Abschlagszahlungen für Heiz- und Nebenkosten muss der Vermieter eine Jahreserklärung erstellen. Der Mietvertrag gibt oft das Datum an. Gibt der Vermieter die Erklärung nicht innerhalb dieser Frist ab, können die Mieter sie schriftlich verlangen.

Die Rechnung muss jedes Jahr von den Mietern überprüft werden. „Wenn der Vermieter die Abschlagszahlungen erhöht, ist das grundsätzlich möglich, relevant ist aber die Endabrechnung mit den tatsächlichen Kosten“, sagt Imboden. Zudem sollten Mieter beachten, dass nur die im Mietvertrag aufgeführten tatsächlichen Kosten in Rechnung gestellt werden können. Daher muss der Vermieter alle Bestandteile der Nebenkostenabrechnung detailliert aufschlüsseln und genauso benennen wie im Mietvertrag.

Wohnungssuchende müssen sich auf steigende Mieten einstellen. Nach einer Einschätzung von ImmoScout24 und IAZI haben Vermieter nach Monaten ohne nennenswerte Mieterhöhungen im Mai die Preise wieder angehoben.

«Menschen, die eine neue Mietwohnung suchen und einziehen wollen, warten derzeit auf die Preiserhöhung», heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Immobilienangebotsindex Schweiz. Im Durchschnitt stiegen die Mieten in der Schweiz gegenüber April um 0,7 Prozent. Auch diese einmonatige Steigerung ist fast so hoch wie die gesamte Mietanpassung der letzten zwölf Monate (+ 0,9 Prozent).

Allerdings ist die Entwicklung der Mieten regional unterschiedlich. Wohnungssuchende im Grossraum Zürich (+ 1,8 %) müssen bei Mietgesuchen mit dem stärksten Anstieg rechnen. Es folgt die Zentralschweiz (+ 1,2%). Eine etwas geringere bis sehr leichte Zunahme wurde in der Genferseeregion (+ 0,5 %) und in der Nordwestschweiz (+ 0,4 %) sowie im Mittelland (+ 0,1 %) und in der Ostschweiz (+ 0,1 %) beobachtet. . . ) etabliert. Im Tessin sind die Mieten derweil gefallen (-0,8 Prozent).

Immobilien sind auch teurer

Auch der Wohneigentumsanteil ist im Berichtsmonat wie in den Vormonaten gestiegen. Für den Kauf eines Einfamilienhauses mussten Käufer rund 1 Prozent mehr bezahlen als im April. Auch die Wohnungspreise für Eigentumswohnungen stiegen laut Mitteilung um 0,2 Prozent, was zeigt, dass steigende zinsbedingte Finanzierungskosten potenzielle Käufer noch nicht gestört haben. Angesichts steigender Hypothekarzinsen gehen viele Beobachter jedoch von einer baldigen Abkühlung der Lage aus.Der Swiss Real Estate Offer Index wird von der SMG Swiss Marketplace Group und dem Beratungsunternehmen Iazi erstellt. (SDA)

Bianca Lüthy ist Wirtschaftsverlegerin und schreibt für die Tourismusbranche, den Detailhandel und den Immobilienmarkt. Er hat Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert und arbeitet seit 2018 im Tagesjournalismus.

Weitere InformationenHeute um 08:45 Uhr gepostet

Fehler gefunden? Jetzt melden.

64 Bewertungen

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *