Das Medikament gegen Diabetes senkt das Alzheimer-Risiko

pte20220603017 Medizin / Beestar, Forschung / Entwicklung

Das Sulfonylharnstoff-Zielprotein ist laut Karolinska Institutet ein vielversprechender Kandidat

Alzheimer: Hoffnung auf ein Medikament, das das Risiko senkt (Foto: pixabay.com, pasja1000)

Stockholm (pte017/03/06/2022/10:30) –

Die Mechanismen, die mit einem bestimmten Antidiabetikum verbunden sind, können auch zum Schutz vor der Alzheimer-Krankheit beitragen. Das schließen Forscher des Karolinska Institutet. Daher könnte das Zielprotein des Medikaments ein interessanter Kandidat für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit sein.

Genetische Untersuchung

Für die aktuelle Studie nutzen die Forscher genetische Methoden zur genaueren Untersuchung. Laut Erstautor Bowen Tang können genetische Varianten innerhalb oder in der Nähe von Genen, die das Zielprotein eines Medikaments codieren, physiologische Veränderungen hervorrufen, die die Wirkung des Medikaments nachahmen. „Mit diesen Varianten untersuchen wir das Wiederverwendungspotenzial von bereits zugelassenen Medikamenten.“

Im ersten Schritt identifizierten die Forscher genetische Varianten, die die pharmakologische Wirkung von Medikamenten gegen Diabetes nachahmen. Konkret geht es um die Senkung des Blutzuckers. Möglich wurde dies durch die Analyse von Daten von mehr als 300.000 Teilnehmern der UK Biobank.

Die Analyse hat Varianten in zwei Genen identifiziert, die gemeinsam das Zielprotein einer Klasse von Diabetes-Medikamenten namens Sulfonylharnstoffe codieren. Experten bestätigten diese Varianten, indem sie unter anderem ihren Zusammenhang mit einer erhöhten Insulinausschüttung, einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes und einem höheren BMI aufzeigten. Dies entspricht der Wirkung des Medikaments.

KATP-Kanal für Therapien

Im nächsten Schritt wurde der Zusammenhang zwischen den identifizierten genetischen Varianten und dem Alzheimer-Risiko analysiert. Dazu untersuchten die Forscher zuvor erhobene Daten von mehr als 24.000 Menschen mit Alzheimer und 55.000 gesunden Kontrollpersonen. Es wurde gezeigt, dass genetische Varianten von Sulfonylharnstoff-Genen mit einem geringeren Alzheimer-Risiko assoziiert sind.

Laut Sara Hägg, Erstautorin der Studie, ist das Sulfonylharnstoff-Zielprotein, der KATP-Kanal, ein therapeutisches Ziel für die Behandlung und Prävention von Alzheimer. „Dieses Protein wird in der Bauchspeicheldrüse, aber auch im Gehirn exprimiert.“ Es sind jedoch zusätzliche Studien erforderlich, um die zugrunde liegende Biologie vollständig zu verstehen. Details wurden in “Neurology” veröffentlicht.

(Finale)

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