Für die österreichische Fußball-Nationalmannschaft beginnt am Freitag (20.45 Uhr) die Ära Ralf Rangnick.
Der neue Teamchef steht beim Nations League-Spiel in Osijek gegen Kroatien (Freitag, 20.45 Uhr im Sport24 LIVE-Ticker) für die Auswahl des ÖFB erstmals an der Seitenlinie und hofft auf ein Erfolgserlebnis. „Die Erwartungshaltung ist groß, jetzt ist die Zeit zu starten. Wir wollen ein gutes Spiel machen und versuchen zu gewinnen“, sagte der Deutsche am Donnerstag vor seinem Abschied von Bad Tatzmannsdorf. Im Südburgenland absolvierte die Nationalmannschaft vier Einheiten, die zur vollsten Zufriedenheit von Rangnick verliefen. „Wir hatten sehr viel Energie auf und neben dem Platz. Die Jungs waren alle sehr konzentriert und fokussiert“, berichtete Rangnick.
Seine ersten Eindrücke waren durchweg positiv. “Es ist eine echte Gruppe, daher bin ich optimistisch für die nächsten Spiele. Wenn wir diesen Geist und unsere Spielweise auf den Platz bringen, können wir uns auf die Spiele freuen.”
“wir fühlen”
Das Miteinander könnte laut Rangnick ein entscheidender Erfolgsfaktor sein. „Es ist wirklich auffällig, wie viel Zeit die Jungs miteinander verbringen. Das ist in einer Nationalmannschaft nicht selbstverständlich und eine gute Voraussetzung für das Wir-Gefühl, das wir brauchen, um Topteams in der Tabelle zu schlagen.“ .
Das ÖFB-Team reist als Nummer 34 der Welt. in Osijek, wo ihn der aktuelle Vizeweltmeister und Weltranglisten-16. erwartet. So viele Niederlagen gab es für Österreich in fünf Duellen gegen die Kreuzritter. “Die Statistiken sind da, um sich zu ändern”, sagte Rangnick. In der Gruppe mit den anderen Rivalen Frankreich und Dänemark sind Sie klar im Nachteil. “Aber das macht es noch interessanter. Die Wettquoten spielen keine Rolle.”
Der 63-Jährige hofft, am Freitag das Beste aus seiner Philosophie herausholen zu können. „Für mich ist alles eine Frage der Kontrolle. Wir wollen den Lauf der Dinge selbst bestimmen, das gilt auch in Zeiten des Wandels in beide Richtungen“, betonte Rangnick. “Wir wollen die Kontrolle behalten. Das ist doppelt wichtig gegen Mannschaften wie Kroatien, die sehr gut spielen und gerne den Ball haben. Wenn man sie treten lässt, ist es schwer, überhaupt in Ballbesitz zu kommen.”
Mannschaft ohne Alaba gegen Kroatien
Das Spiel über 90 Minuten gegen eine Mannschaft wie Kroatien zu kontrollieren sei schwierig, räumte Rangnick ein. “Es geht darum, die richtigen Momente einzufangen.” Welches Training erfolgreich sein soll, ließ der Chef des neuen Teams offen. Fest steht nur, dass David Alaba nicht zum Einsatz kommt.
Der frischgebackene Champions-League-Sieger ist am Mittwoch in Bad Tatzmannsdorf eingetroffen, jedoch nicht nach Kroatien geflogen und wird erst am Samstag in Wien wieder zur Verfügung stehen. „Ich hatte gestern Abend ein persönliches Gespräch mit ihm, in dem wir uns beide darauf geeinigt haben, dass er hier bleibt“, sagte Rangnick. Beim nächsten Spiel am Montag im Happelstadion in Wien gegen Dänemark wird der ÖFB-Star auf jeden Fall von Anfang an dabei sein.
Alaba wird voraussichtlich Kapitän von Rangnick. Wer in Abwesenheit der Wiener den Bogen tragen würde, wollte der Coach nicht verraten. “Er muss ein Spieler mit genügend Erfahrung sein.” Rangnick stellte klar, dass der Anführer des Spielers von ihm und seinem Trainerstab bestimmt werde, nicht von der Mannschaft.
Frage des Torwarts
Auch in Sachen Torhüter – Heinz Lindner, Patrick Pentz, Martin Fraisl kommen in Frage – ließ sich der Deutsche nicht unterkriegen. „Mir ist bewusst, dass es in Österreich in letzter Zeit keine klare Nummer eins gibt. Jetzt müssen wir sehen, wer herauskommt und wer am besten zu unserer Spielweise passt.“ Rangnick kündigte an, dass voraussichtlich jeder der drei Torhüter in den nächsten vier Länderspielen Einsatzzeit haben wird.
Die letzte Trainingseinheit hat der Bundestrainer mit seinem Stab in Bad Tatzmannsdorf absolviert und nicht wie bei Auswärtsspielen üblich auf dem Platz. „Wenn es nur darum geht, sich ein bisschen zu bewegen, kann man das dort im Stadion machen, aber der taktische Inhalt macht aus doppelter Sicht keinen Sinn. Das Training nach dem Flug wäre riskanter, wenn sich jemand verletzt. Du können sicher sein, dass sich die Leute auch dieses Training ansehen werden“, sagte Rangnick.
Training mit “Really Fire”
Ursprünglich waren für Dienstag und Mittwoch zwei Trainingseinheiten angesetzt, doch Rangnick sagte die Nachmittagseinheiten ab. „Das morgendliche Training war schon ziemlich anstrengend, da war weniger mehr“, so der Teamchef. Er verstand es, den Einheiten die Inhalte gut zu vermitteln, er sei „sehr gespannt“. Nun wollen sie den positiven Trend nach Kroatien bestätigen. „Es geht darum, mindestens mehr Spiele zu gewinnen als nicht zu gewinnen. Man hat einfach Spaß und Freude am Fußball, wenn man am Ende gewinnt“, sagte Rangnick.
Das ÖFB-Team hat nach dem Gastspiel in Kroatien gegen Dänemark am Montag und am darauffolgenden Freitag gegen Weltmeister Frankreich im Happel-Stadion noch Erfolgschancen. Den Abschluss bildet das Spiel am 13. Juni in Kopenhagen gegen Dänemark.