Neue Wendung im Fall eines oberösterreichischen Ehepaars, das laut Gericht sein Eigenheim abreißen muss. Die Behörden ermitteln nun.
Ermittler des Landeskriminalamts Enzenkirchen (Kreis Schärding) sollen ab Donnerstagmorgen Ermittlungen und Befragungen im Gemeindeamt durchführen. “Today” hat es im Voraus herausgefunden, und die Behörden bestätigen jetzt, dass Beamte im Dienst sind. Die Ermittlungen werden nach Informationen des Landeskriminalamts “Heute” von der Abteilung “Umweltkriminalität” geführt.
Darum geht es: Wie mehrfach berichtet, muss ein Ehepaar laut Urteil des Verwaltungsgerichts Linz in den nächsten 12 Monaten Haus, Schwimmbad, Billardhaus, Doppelgarage und Werkzeugschuppen abreißen . Der Grund: Das Gebäude steht teilweise auf Wiesen, hätte also gar nicht gebaut werden dürfen.
5,5 Meter verursachen Abriss
Konkret sind es etwa 5,5 Meter, um die das Haus versetzt gebaut wurde (mehr dazu hier). Die Familie, die anonym bleiben wollte, wollte eigentlich, dass alles noch einmal genau vermessen wird. Das Gericht sah den Fall jedoch sehr klar und sagte, das gesamte Gebäude und die Nebengebäude müssten weichen.
Die Eheleute erwarben das Grundstück im Jahr 2002, danach bestand die Möglichkeit, zusätzlich eine Weidenwiese zu kaufen. 2004 erteilte der damalige Bürgermeister schließlich eine Baugenehmigung für das Haus, inklusive der Einbindung einer Garage, eines Poolhauses mit Pool und einer Gartenmauer. Das Bauvorhaben sei „mehrere Meter verschoben und teilweise auf Wiesen errichtet worden“, heißt es in dem Urteil.
Und das Gericht sagt weiter: “Da diese (Gebäude; Anm. d. Red.) teilweise auf Wiesen errichtet wurden, kommt eine nachträgliche Genehmigung nicht in Frage.”
“Natürlich ist die Familie völlig erschöpft”
Enzenkirchs Bürgermeister Christian Gmundner von der FPÖ (er ist erst seit Herbst Ortsvorsteher) sagte „Heute“: „Es ist eine existenzielle Bedrohung für die Familie, natürlich ist die Familie völlig am Ende“.
Das Haus der Familie ist vielleicht nicht das einzige schwarze Gebäude in Enzenkirchen. Es werden wahrscheinlich mehrere Gebäude ohne die erforderlichen Genehmigungen gebaut. Weil der Verdacht besteht, dass Gemeindebeamte weggeschaut haben, wird nun wegen „Amtsmissbrauch“ ermittelt.
Die Ermittlungen der Behörde befassen sich mit dem Mandat von Gmundners Vorgänger. Gegen den ehemaligen Bürgermeister wurde laut Staatsanwaltschaft Ried ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Vertreter des Navigationskontos, Uhrzeit JR14.07.2022, 11:35 | Akt: 14.07.2022, 12:37