Das Robert-Koch-Institut meldete 80 Fälle von Pocken bei Affen

Stand: 07.06.2022 14:55

Pocken wurden bislang in neun Bundesländern in Deutschland gemeldet. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilte, wurden offiziell 80 Fälle registriert. Die Symptome sind noch mild.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind mittlerweile bei 80 Menschen in Deutschland Pocken bestätigt und gemeldet worden. Das Institut sprach auf seiner Prüfseite von neun Bundesländern.

Seit dem Freitag vor Pfingsten ist die Zahl der vom RKI erfassten Erkrankungen um 15 gestiegen. Er sagt weiter: „Wie Sie wissen, werden die meisten Betroffenen nicht ernsthaft krank.“

Beweise in 30 Ländern

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die Krankheit inzwischen in etwa 30 Ländern nachgewiesen, in denen das Virus sonst nicht zirkuliert. Es gibt mehrere hundert Fälle.

In Deutschland wurde die Virus-Infektion bisher besonders häufig in Berlin bestätigt: Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat nach neuesten am Freitag vor Pfingsten vorliegenden Daten bereits 48 Fälle gemeldet. Elf dieser Patienten wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Sexuelle Infektion

In einem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums heißt es nach ersten Tests in Deutschland, dass Partyveranstaltungen, „bei denen Geschlechtsverkehr stattfand“, in Berlin auch als Orte gelten, an denen Menschen dem Virus ausgesetzt waren. Auch auf den Kanarischen Inseln hatte es solche Feiern gegeben.

„Da die Ansteckung wahrscheinlich über Schleimhautkontakte erfolgt, sollte enger körperlicher/sexueller Kontakt mit anderen Personen oder Fremden möglichst vermieden werden“, rät die Berliner Gesundheitsverwaltung. Safer-Sex-Regeln wie die Verwendung von Kondomen müssen eingehalten werden.

Die Symptome verschwinden in ein paar Wochen

Die erste Person, bei der das Pockenvirus in Deutschland diagnostiziert wurde, ist einem Krankenhausbericht zufolge genesen. Der 26-jährige Brasilianer sei nach etwa zweiwöchiger Behandlung aus der asymptomatischen Behandlung entlassen worden, teilte das Klinikum München mit. Ein zweiter Patient war bereits in der Vorwoche in Einzelhaft entlassen worden.

Die Pocken gelten im Vergleich zu den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwerwiegende Krankheit. Der Erreger wird laut RKI in der Regel durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Experten gehen davon aus, dass der Ausbruch eingedämmt werden kann. Das Risiko für die Allgemeinheit wird weiterhin als gering eingeschätzt.

Symptome wie Fieber und Hautausschlag verschwinden in der Regel innerhalb weniger Wochen, können aber bei manchen Menschen zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen zum Tod führen.

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