Für viele der 54.000 Studierenden Vorarlbergs beginnt am Wochenende die schönste Zeit des Jahres: die Ferien. Mit Ausnahme der Abiturienten beginnt für sie ein ganz neuer Lebensabschnitt. Die meisten können auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken: 92 % der 1.635 Abiturienten haben ihr Abitur bestanden. 20 Prozent davon mit ausgezeichnetem Erfolg und weitere 20 Prozent mit gutem Erfolg.
Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani zeigt sich zufrieden: „Entdecken Sie die Tiefe der Themen. Herzlichen Glückwunsch, wir freuen uns sehr.“ Erstmals seit den Corona-Einschränkungen fand die Matura unter nahezu normalen Bedingungen statt, mit nur kürzerer Dauer für schriftliche Prüfungen.
Mehr als eine Million PCR-Tests während des Schuljahres
Die Revision des Schuljahres steht erneut ganz im Zeichen der CoV-Pandemie. Einige Vorarlberger Schulen sind zu echten Teststraßen mutiert. Zu Schulbeginn gab es jede Woche einen PCR-Gurgeltest, ab Februar sogar zwei pro Woche.
In Schulen wurden insgesamt 1.125.047 PCR-Tests durchgeführt, von denen 4.978 positiv waren. In größeren Gruppen mussten Schulklassen schließen. Die meisten Klassen wurden bis Ende Januar geschlossen: 124 Klassen mussten zu diesem Zeitpunkt Abstand nehmen.
370 Schüler wurden vollständig von der Schule entfernt. Ihre Eltern nahmen sie unter Vertrag und erzogen sie zu Hause. Viele kehrten jedoch während des gesamten Kurses zurück, aber 200 blieben bis zum Ende zu Hause und mussten am Ende des Kurses einen sogenannten externen Test absolvieren. 14 Prozent der Studierenden haben es nicht geschafft und weitere zwölf Prozent haben gar nicht erst angefangen. Das Schuljahr muss wiederholt werden.
Die Einschränkungen für das nächste Jahr sind schwer abzuschätzen
Aber auch die Vorarlberger Schulen blicken in die Zukunft. Zum einen natürlich im Hinblick auf die CoV-Pandemie. Inwieweit das Corona-Virus den Schulalltag im nächsten Schuljahr beeinflussen wird, ist schwer vorherzusagen. Schulrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) hofft, dass spätestens Ende August klar ist, wie die Einschränkungen für die Schulen aussehen werden.
Andere Luftfilter für Klassenzimmer sind nicht ausgeschlossen. Marte-Stefani betont jedoch: „Untersuchungen zeigen, dass Belüftung die beste Lösung ist. Auch bei Luftfiltern gibt es Analysen, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.“ Einige sind auch sehr laut.
Lehrkräfte werden dringend benötigt
Das Virus mache nicht nur die Planung des neuen Studiengangs schwierig, der Personalmangel schaffe auch Unsicherheit, sagt Mars-Stefani. „Unsere Personalabteilung arbeitet hart. Aber es ist schwierig, wenn Absagen etwas zu früh eintreffen. Dann muss der Plan immer wieder überprüft werden. Wir hoffen, im Herbst alle Plätze abdecken zu können“.
Aktuell sind 16 Stellen für AHS und BHS und 16 Lehramtsstellen für Pflichtschulen zu besetzen. Und die Rekrutierung ist schwierig. Vorarlberg stellt auch in anderen Bundesländern Personal ein, schließlich gebe es Länder mit einem Überangebot an Lehrkräften, sagt der Bildungsdirektor, ebenso das Burgenland. Die Landesregierung zahlt den neuen Lehrern einen monatlichen Mietzuschuss von 180 Euro und das Klimaticket, doch die Wahlbeteiligung bleibt gering.
Darüber hinaus sind Lehrkräfte grenzüberschreitend sehr gefragt. Rund 300 Lehrerinnen und Lehrer aus Vorarlberg arbeiten in Liechtenstein und im Kanton St. Gallen, rechnet Landeshauptmann Schöbi-Fink vor. Und da der Lehrermangel mittlerweile auch Deutschland betrifft, kämpfe beispielsweise auch das Kleinwalsertal mit Personalengpässen, ergänzt Marte-Stefani: „Dort arbeiten besonders viele Deutschlehrer.“
Appell an Teilzeitbeschäftigte
Ein weiteres Problem sei, dass es im Lehrerberuf besonders viele Teilzeitbeschäftigte gebe, sagt die Bildungsdirektorin. „Dafür gibt es viele Gründe. Wir können sie auch verstehen und nachvollziehen. Aber es würde uns sehr helfen, wenn einzelne Lehrer über eine Aufstockung nachdenken. Auch ein paar Stunden mehr würden uns sehr helfen.“
Beliebte Sommerschule
Einige Lehrende und Studierende sind jedoch auch im Sommer weiter im Einsatz: 1.450 Studierende haben sich in diesem Jahr für die Sommerschule eingeschrieben, die an 56 Standorten, in Altach und Höchst, sogar als Ganztageskurs angeboten wird. Dies ist ein Versuch, der in den kommenden Jahren auf die gesamte Sommerschule ausgeweitet werden soll.