Das Autobahnkreuz Schönbühl in Bern ist die gefährlichste Nationalstrassenstrecke der Schweiz.
BUNDESAMT FÜR STRASSEN/ZVG
Der Unfall an der Axenstrasse hat die Schweiz erschüttert, doch wie eine Erhebung des Bundesamtes für Strassen zeigt, passieren dort nicht viele Pannen. Woanders sieht das ganz anders aus.
Ein Auto stürzte am vergangenen Sonntag rund 45 Meter von der Axenstrasse in den Vierwaldstättersee. Das Fahrzeug wurde 182 Meter unter dem Seespiegel gefunden und am Mittwochnachmittag schließlich geborgen.
Ist die über die Landesgrenzen hinaus bekannte Axenstrasse besonders gefährlich? Nein, sagt Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Straßen Astra. «Auf der Axenstrasse gibt es keinen Gefahrenpunkt. Andererseits ist sie durch Naturgefahren wie Steinschlag hoch gefährdet.»
Astra investiert in entsprechende Schutzeinrichtungen wie Netze und betriebliche Maßnahmen wie Felssicherungen sowie in die Pflege bestehender Anlagen und Schutzwälder.
955 schwarze Punkte, 116 auf der Autobahn
Experten gehen von 116 Unfallschwerpunkten auf Autobahnen aus. 97 davon lagen laut Rohrbach im Knotenbereich, also Verbindungen und Abzweigungen. Auf allen Straßentypen zusammen wurden noch viele weitere Unfallschwerpunkte entdeckt, nämlich 955. Grundlage sind alle von der Polizei erfassten und georeferenzierten Unfälle.
Der Unfallschwerpunkt mit der höchsten Punktzahl im Berechnungssystem ist daher die Strecke nach der Verbindung von Schönbühl nach Bern in Richtung Zürich. Betrachtet wurde der Zeitraum zwischen 2018 und 2020.
Es ist gefährlich, in diesen 116 Punkten zu fahren. Laut Bundesregierung passieren hier die meisten Unfälle.
An zweiter Stelle steht der Abschnitt der A1 in Regensdorf direkt vor dem Gubristtunnel. Und an dritter Stelle steht der Abschnitt der A1 bei Morges.
Einer der Unfallschwerpunkte liegt ebenfalls vor dem Gubristtunnel.
KEYSTONE/WALTER BIERI
Seit 2013 gibt es in der Schweiz eine Liste der Unfallschwerpunkte. Seither sind Bund, Kantone und Gemeinden verpflichtet, ihr Strassennetz zu analysieren.
Wenige Schwerpunkte auf der Autobahn
Insgesamt hat die Schweiz eine Strassenlänge von rund 70’000 Kilometern. Rund 50’000 Kilometer entsprechen dem Hoheitsgebiet der Gemeinden und weitere 18’000 Kilometer sind Kantonsstrassen.
Der Bund ist nur für 2.200 Kilometer zuständig. Obwohl es das kürzeste der drei Straßennetze ist, nimmt es laut Rohrbach rund 40 Prozent des gesamten Straßenverkehrs auf: „Bei Schwerverkehr sogar 70 Prozent.“