Das Tessin weht im Kampf gegen den Japankäfer

Der Japanische Käfer (Popillia japonica) ist in Asien beheimatet und ähnelt dem Gartenkäfer. (Archiv)

Bild: Olaf Zimmermann / LTZ Augustenberg / dpa

Der Japankäfer wurde erst vor wenigen Jahren im Tessin eingeführt. Da die invasive Art jedoch enorme Schäden anrichten kann und sich zu verfestigen scheint, nutzt die südliche Ecke nun die Population.

Der Japankäfer (Popillia japonica) wurde erstmals vor vier Jahren an der Südgrenze zur Schweiz gefangen. Da das Insekt die Oberhand zu gewinnen scheint, hat das Tessin diese Woche eine Kampagne lanciert, um auf die Gefahren des Käfers aufmerksam zu machen. Tiere können enorme Schäden anrichten, weshalb die Art sowohl in der Schweiz als auch in der EU als „Quarantäneorganismus“ gilt.

Der Kanton Tessin teilte am Dienstag mit, dass der Japankäfer wegen der von ihm verursachten schweren Schäden in der Landwirtschaft und in öffentlichen Parkanlagen meldepflichtig ist. Zur Bekämpfung sind daher die Weisungen des kantonalen Pflanzenschutzdienstes zu befolgen.

Weißhaarige Haarschnitte an der Seite

Das Problem: Der Japanische Käfer ist für den Laien nicht leicht vom heimischen Gärtner zu unterscheiden. Es seien vor allem weisse Haarschuppen an den Seiten und am letzten Bauchsegment, die ihn charakterisieren, schreibt Agroscope, das Schweizer Kompetenzzentrum für Agrarforschung. Erwachsene Tiere erreichen eine Länge von etwa 1 Zentimeter und eine Breite von 0,5 Zentimetern.

Die Larven der Art ernähren sich bevorzugt von Wurzeln sowie Wiesen und Gräsern. Die Käfer selbst fressen Hunderte verschiedener Pflanzen, darunter Weinreben, Äpfel und Rosen.

Wer verdächtige Käfer oder entsprechende Larven entdeckt, dem wird empfohlen, sich schweizweit an den Pflanzenschutzdienst zu wenden. Im Tessin solle die Bevölkerung verdächtige Tiere in einem geschlossenen Behältnis halten, damit die Behörden die Tiere kontrollieren können, sagte er.

Um den Japankäfer effektiv zu bekämpfen, müssen Sie ihn früh genug erkennen: Hat sich das Tier erst einmal eingelebt, ist es zu spät. Geruchsverschlüsse werden derzeit installiert, um die Situation zu kontrollieren. Pestizid-Insektizide sind in der Schweiz nicht zugelassen, aber biologische Bekämpfungsmethoden sind vielversprechend.

Erstmals 2014 in der Nähe von Mailand entdeckt

Agroscope berichtet, dass das Insekt aus der Käferfamilie erstmals im frühen 20. Jahrhundert in den USA eingeführt wurde. Im Gegensatz zu Japan richtet es großen Schaden an. In den 1970er Jahren wurde der Käfer erstmals in Europa, genauer gesagt auf den Azoren, gefunden. 2014 wurde er in der Nähe von Mailand und drei Jahre später erstmals an der Schweizer Grenze gefunden.

Im Sommer 2020 wurde gemäss Agroscope erstmals ein Befall im Mendrisiotto festgestellt. Der Käfer wurde auch in weiten Teilen des Scottozeneri nachgewiesen. Agroscope berichtet, dass es “trotz grosser Anstrengungen” noch nicht gelungen sei, den Käfer auszurotten.

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