Denn das Traumhaus wird unerreichbar
Junge Familien wollen weniger Finanzierungshürden beim Eigenheimkauf
In einer neuen Studie von Wohntraum kritisieren die Schweizer die strengen Finanzierungskriterien für Wohneigentum. Bei jungen Familien ist die Ablehnung besonders groß.
Ein Einfamilienhaus auf dem Land: Das ist der Traum vieler Schweizer. Laut der neuen Studie des Hypothekenspezialisten Moneypark wünscht sich fast die Hälfte der Befragten ein Eigenheim auf dem Land. Bei den jüngeren Befragten ist der Wunsch im Vergleich zum Vorjahr sogar noch gestiegen. Bei den Schweizerinnen und Schweizern zwischen 25 und 30 Jahren wünschen sich 64 % ein Haus auf dem Land.
Doch am Haushimmel türmen sich dunkle Wolken. Dieses Traumhaus zu verwirklichen wird immer schwieriger. Der Schweizer Heimmarkt ist zu sehr ausgetrocknet. Und die Finanzierungshürden sind zu hoch. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sogenannte Erschwinglichkeitsstandards an öffentlicher Unterstützung verlieren. Vor allem jungen Familien bleibt der Traum vom eigenen Idyll zu Hause verwehrt.
Aufwärtstrend am Immobilienmarkt: „Jetzt ist die Party vorbei“ (06:20)
Der heimische Markt überhitzt
Erfahren Sie mehr über den Immobilienmarkt und die Zinsen
Die Studie kam zu dem Schluss, dass das geringe Angebot 58 Prozent der Befragten Schwierigkeiten bereitete. Und hohe Preise stören 49 Prozent der Befragten. Drittens erfüllen sie die strengen Finanzierungskriterien, die darauf abzielen, eine Überhitzung des Immobilienmarktes zu vermeiden.
Kritik an Förderkriterien
50 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die geltenden Kriterien nicht mehr der aktuellen Realität entsprechen und sagen, dass der Kauf auch mit weniger Einkommen möglich sein sollte. Die Mehrheit der Mieter befürwortet mit 59 Prozent Erleichterungen bei den Förderkriterien.
Das Problem: Die Immobilienpreise sind im Vergleich zu den Löhnen überdurchschnittlich gestiegen. „Bei strengen Förderregeln bedeutet dies, dass sich Neukäufer ihre erste Immobilie erst mit 44 Jahren leisten können“, sagt Martin Tschopp, 58, CEO von Moneypark.
Hinzu kommen massiv steigende Hypothekenzinsen, die die Finanzierung zusätzlich erschweren.
Jordanien bei Zinserhöhung: “Es ist der richtige Zeitpunkt, die Geldpolitik zu straffen” (1:54)
Das System bestraft junge Familien
„Jüngeren Familien und Paaren bleibt damit unter anderem das Wohneigentum systembedingt verwehrt“, sagt Tschopp.
Tatsächlich zeigt die Studie, dass die Ablehnung aktueller Förderkriterien bei der jungen Bevölkerung besonders stark ausgeprägt ist: 58 Prozent der jungen Menschen im Alter von 25 bis 30 Jahren sind der Meinung, dass eine Anschaffung auch mit geringerem Einkommen möglich sein sollte. Zwischen 31 und 40 Jahren sind es sogar 62 Prozent.
Die Traumhausstudie Dreampark, Alacasa und Helvetia Versicherungen geht seit 2015 einmal jährlich der Frage nach, wie Hausträume in der Schweiz aussehen. Befragt wurden insgesamt 1001 in der Schweiz lebende Personen.