Ein 18-jähriger Schütze hat am Dienstag 19 Kinder und zwei Lehrer an einer kleinen Grundschule in Texas getötet. Der Angreifer schloss sich mit zwei Schülern und Lehrern in zwei miteinander verbundenen Klassenzimmern ein und schoss dort.
Biden reiste am Sonntag mit seiner Frau Jill nach Uvalde. Vor der Grundschule platzierten der Präsident und die First Lady einen Blumenstrauß auf einem provisorischen Denkmal mit Blumen, Spielzeug und Fotos der Morde. Sie rannten einzeln von einem Bild zum anderen und berührten dabei die Fotos der Opfer. Anschließend nahmen sie an einem Gottesdienst von Kirche zu Kirche teil. Sie wollten später Angehörige der Opfer und Überlebenden treffen.
AP / Evan Vucci Biden besuchte am Sonntag mit seiner Frau die Schule in Texas
Polizisten warteten im Flur vor dem Klassenzimmer
Was Ermittler bisher aus Videoaufnahmen, Zeugenaussagen, Polizeimitteilungen und Notrufen rekonstruiert haben, ist erschreckend. Der Schütze betrat kurz nach 11:30 Uhr Ortszeit die Grundschule und das Klassenzimmer und begann zu schießen. Wenige Minuten später standen die ersten Polizisten vor dem Klassenzimmer. Andere Beamte folgten. Kurz nach 12:00 Uhr Ortszeit befanden sich 19 Polizisten auf dem Flur vor dem Klassenzimmer.
Etwa zur gleichen Zeit begannen Studenten im Raum verzweifelt, die Polizei unter der Notrufnummer 911 anzurufen, sagten Beamte. Unter ihnen war ein Student, der mehrmals hintereinander anrief. Im Flüsterton meldete er zunächst mehrere Todesfälle. Bei einem weiteren Anruf sagte er wenig später, dass acht bis neun Schüler noch am Leben seien. Noch ist keine Hilfe eingetroffen. 40 Minuten nach dem ersten Anruf rief das Mädchen sofort die Polizei.
Bericht über Bidens Besuch in Texas
ORF-Korrespondent Christophe Kohl berichtet über den Besuch von US-Präsident Joe Biden in Uvalde, Texas, wo ein Schütze 21 Menschen an einer Schule tötete.
Warten auf den Schlüssel
Unterdessen wartete die Polizei vor dem Tor auf Verstärkung, wie die texanische Behörde für öffentliche Sicherheit am Freitag mitteilte. Der zuständige Beamte sagte, dass nach den ersten Schüssen keine Kinder mehr in Gefahr seien. Das sorgt jetzt für Verwirrung. Erst um 12.50 Uhr betraten die Einsatzkräfte den Raum – mit einem Schlüssel, den sie vom Hausmeister erhalten hatten – und töteten den Schützen. Mehr als 75 Minuten nach Eröffnung des Feuers im Inneren. In der Zwischenzeit endete der Angreifer mit 21 Leben. 17 weitere Menschen wurden verletzt.
Schwere Beschwerden
Angesichts der neuen Erkenntnisse erstatteten die Angehörigen schwere Anzeige bei der Polizei. „Sie hätten einige Leben retten können“, sagte er der „Washington Post“ unter Berufung auf den Großvater eines ermordeten Studenten. „Du hättest sie retten können“, sagte sie und sah ihre Enkelin an. Der Vater eines getöteten Kindes sagte CNN auch, dass seine Tochter noch am Leben sein könnte, wenn die Polizei anders gehandelt hätte. Die Mutter einer anderen Schülerin beklagte sich: „Du hast zu lange gewartet.“
Trauerfeier nach einer Schießerei in Texas
Nachdem US-Präsident Joe Biden in Texas überfahren worden war, besuchte er die Grundschule, bei der 21 Menschen starben. Bei der Beerdigung in der Stadt Uvalde gedachten er und seine Frau der Opfer. Der Schmerz mischt sich mit wachsender Wut: Die Polizei hat zu lange vor dem Klassenzimmer gewartet, wo der Schütze auf die Kinder geschossen hat.
Das Justizministerium ergreift Maßnahmen
Das Justizministerium von Washington kündigte am Sonntag eine Untersuchung der Polizeiaktionen an. Der Bürgermeister von Uvalde, Don McLaughlin, hat darum gebeten. Ziel ist es, einen unabhängigen Bericht über die Leistung der Strafverfolgungsbehörden an diesem Tag zu erstellen und Lehren für andere Angriffe zu ziehen. Der Bericht sollte auch am Ende veröffentlicht werden.
Auch der Demokrat Roland Gutierrez vom texanischen Senat beklagte, dass Fehler bei der Operation Menschenleben hätten kosten können. „Am Ende haben hier alle versagt“, sagte der Demokrat am Sonntag gegenüber CNN. Dies gilt auch für den texanischen Gesetzgeber, der es versäumt hat, strengere Waffengesetze durchzusetzen.
Die Rüstungsdebatte dreht sich im Kreis
Die Bluttat von Uvalde hat die Debatte um die Verschärfung der Waffengesetze in den USA erneut angeheizt. Viele Republikaner wehren sich seit Jahren gegen strengere Vorschriften. Auch der frühere republikanische Präsident Donald Trump verteidigte am Freitag bei einem Auftritt vor der mächtigen Waffenlobby NRA (National Rifle Association) laxe Waffengesetze in vielen Teilen der USA und forderte mehr bewaffnete Sicherheitskräfte in Schulen und Lehrer bewaffnet sein. Das NRA-Treffen in Houston, Texas, wurde von Protesten gegen bewaffnete Gewalt und die Waffenlobby begleitet. Die Vereinigten Staaten bekämpfen seit langem großangelegte bewaffnete Gewalt.