Das West-Nil-Virus kann auch durch Stechmücken auf den Menschen übertragen werden.
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Das durch Mücken übertragene West-Nil-Virus ist in Europa immer noch auf dem Vormarsch. Italien verzeichnete die meisten Infektionen. Der Erreger wurde erstmals im Tessin nachgewiesen.
Es war längst überfällig, nun ist es soweit: Das Virus, das die Infektionskrankheit West-Nil-Fieber auslösen kann, wurde erstmals im August in Mücken nachgewiesen, die im Tessin gefangen wurden. Das berichtet “Radiotelevisione svizzera (RSI)”. Es wurde noch keine menschliche Infektion gemeldet, obwohl jetzt ein Infektionsrisiko besteht.
Das West-Nil-Virus wurde erstmals 1937 in Uganda nachgewiesen. Seit 2008 kursiert es auch in Italien. Die durch den Erreger ausgelöste Infektionskrankheit West-Nil-Fieber tritt vor allem bei Vögeln auf, teilt das Bundesamt für Gesundheit öffentlich im Internet mit. Eine Übertragung auf Menschen und andere Säugetiere wie Pferde, Kaninchen, Eichhörnchen und andere Wirbeltiere ist jedoch möglich. Die Übertragung erfolgt hierzulande meist durch die Mückenarten Culex pipiens (Gemeine Mücke) und Culex modestus.
In der Schweiz wurden noch keine Infektionen gemeldet
Nachdem das Virus bereits in allen Provinzen der Lombardei nachgewiesen wurde und auch hier die Zahl der Infektionen bei Menschen zugenommen hat, warnte Enos Bernasconi, Leiter der Infektionsabteilung des Hospital Cantonal del Ticino (EOC), kürzlich in einem Interview mit RSI vor dem Virus “könnte bald kommen”.
Das West-Nil-Fieber gilt als eine Krankheit, die von Tierärzten und medizinischem Fachpersonal kontrolliert und den nationalen Gesundheitsbehörden gemeldet werden muss. Bisher wurden in der Schweiz keine Fälle von Personen gemeldet, die sich mit dem West-Nil-Virus infiziert haben. In den letzten 10 Jahren haben sich vier in der Schweiz wohnhafte Personen im Ausland angesteckt.
Die Krankheit verläuft in der Regel ohne Symptome
Laut BAG verlaufen etwa 75 Prozent der West-Nil-Virus-Infektionen beim Menschen asymptomatisch. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 14 Tagen würden 25 % grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber und teilweise Rötungen der Rumpfhaut entwickeln. Eine Erholung tritt jedoch in der Regel nach einigen Tagen oder Wochen ohne Therapie ein. Schwerwiegende Komplikationen, insbesondere Gehirn- und Meningitis, würden bei weniger als 1 Prozent der Infizierten auftreten. 0,1 % der Infizierten sterben.
Mittlerweile 188 Infektionen in der EU
Laut einem Bericht der Gesundheitsbehörde ECDC haben sich in diesem Jahr EU-weit 188 Menschen nachweislich mit dem West-Nil-Virus angesteckt. Italien verzeichnete davon mit Abstand die meisten (144). Es gab auch zehn Todesfälle durch eine Infektion. Weitere Infektionen wurden in Griechenland (39), Österreich (2), Rumänien (2) und der Slowakei (1) gemeldet.
Zudem verzeichnet Serbien, das an die EU grenzt, 34 Infektionen und drei Todesfälle. Die Übertragungssaison dauert laut ECDC in der Regel von Juni bis November.