Das Wien Museum als „freies Wohnzimmer“

Der neue „Joint Floor“ zwischen dem alten Haerdtl-Bau und dem angrenzenden „Floating Floor“ für Sonderausstellungen wird eine der neuen Attraktionen des Wien Museums sein. Aber nicht nur die Aussichtsterrasse wird frei zugänglich sein. „Das ganze Haus ist kostenlos“, sagte Museumsdirektor Matti Bunzl am Dienstag bei einer Baustellenführung. “Sonderausstellungen ganz oben sind der einzige Bereich, für den Sie ein Ticket benötigen.”

Fotoserie mit 14 Fotografien

Platz besonders “zum Bleiben”

„Wir wollen wirklich ein Open-Access-Wohnzimmer für alle werden“, sagte Bunzl und beschrieb die mit dem Wiener Gemeinderat vereinbarte Übernahme des „britischen Modells“ des Museumszugangs. Mit dem zehn Meter hohen Eingangspavillon vor dem alten Haupteingang mit einer Fläche von 215 Quadratmetern und dem Restaurant, das von 8 bis 24 Uhr geöffnet sein wird und innen und außen 70 Sitzplätze bieten kann. „Wirklich mitten im Park“, freute sich Bunzl. Ein Großteil des Platzes „wird nur zum Ausruhen dienen. Wir arbeiten gerade am Möbelkonzept.“

Aber auch die Dauerausstellung, die chronologisch drei Stockwerke von der tiefsten Geschichte „ein bisschen wie das Guggenheim-Museum“ bis in die Gegenwart durchquert, soll ohne Eintritt zugänglich sein. Als erstes Objekt dieser Dauerpräsentation, mit der das neue Wien Museum am 6. Dezember 2023 eingeweiht wird, wird Mitte Juli der alte Praterwal aufgenommen. Projektverantwortlicher Heribert Fruhauf erklärte, dass es keine andere Möglichkeit gebe, das zehn Meter lange Objekt, das künftig von der Decke hänge, zu tragen.

Erst dann wird in das imposante, hohe Atrium ein Dachgeschoss eingebaut, in dem eine aus dem Himmel ragende umgekehrte Betontreppe an Piranesi oder MC.Escher erinnert.

Erste Sonderausstellung 2024

Der gemeinsame Boden erinnert jedoch an das Konzept der Elbphilharmonie in Hamburg, der noch die Glaswände fehlen, die den Innenraum der Terrasse trennen, auf der es auch Tische für Snacks und Getränke geben wird. In Hamburg wurde der allgemein zugängliche Platz des spektakulären Gebäudes in einer alten Lagerhalle von der Öffentlichkeit gestürmt.

Auch für das Fugengeschoß in Wien sind Studien zur Vermittlung von Museen und Veranstaltungsräumen geplant. Der angrenzende „Floating Floor“, dessen Betonwände durch dreieckige Rillen der Schalung mit einem attraktiven Schattenspiel versehen werden müssen, fungiert hingegen als White Cube ohne Tageslicht und bietet 1.200 Quadratmeter Ausstellungsfläche Platz. , die sich in bis zu fünf Teilbereiche aufteilen lassen.

Die erste Sonderausstellung wird erst 2024 eröffnet. Bunzl hat das Thema heute schon fast verraten, sich aber dagegen entschieden: „Ich sage noch nicht, was es wird. Aber es wird großartig!“

Anschluss an das geschnittene Versicherungsgebäude

Auf der anderen Seite kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, welche Auswirkungen der Krieg in der Ukraine und die aktuelle Verknappung der Baustoffbranche auf Kosten und Zeitpunkt haben werden. Dass alle Stahlträger bereits vor Februar eingebaut wurden, sei ein großer Segen für das Projekt, sagte Fruhauf und lobte ebenso wie Bunzl den Generalunternehmer (Porr AG), der alles unternehme, um den Bau wie geplant fertigzustellen.

Seit ein paar Wochen steht das Gebäude wieder alleine da: Die Brücken zum Gebäude der Züricher Versicherungsgesellschaft, in dem einst die Büros des Museums untergebracht waren, sind alle abgeschnitten, und der Blick vom Karlsplatz auf die französische Botschaft ist frei. Beim Umbau wurde es nach den Plänen des Architektenteams Winkler + Ruck (Klagenfurt) und Ferdinand Certov (Graz) umgesetzt, wodurch sich die Nettonutzfläche des Museums verdoppeln wird (12.000 Quadratmeter statt bisher 6.900) wurden nicht nur neue Erdtanks unter dem Hof ​​gebaut, sondern auch 30 Sonden jeweils 150 Meter abgesenkt.

Angesichts der ungewissen Entwicklung seien die genauen Prognosen jedoch “zweifelhaft”, betonten beide. Auch das Gebäude soll im März 2023 vom Generalunternehmer übernommen werden. Noch unmöbliert will Bunzl bei einem Tag der offenen Tür das Wien Museum erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. „Ob das funktioniert, wissen wir nicht“, sagt er. Der Termin für eine weitere Etappe steht jedoch bereits fest: Die Abschlussfeier ist für den 21. Juni geplant.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *