Aktualisiert am 25.05.2022 06:07 Uhr
- Auch hinter einer Luxusfassade steckt manchmal eine verletzte Seele.
- Das zeigte die RTL-Real-Life-Doku „Reich und herzlich“ in einer neuen Folge.
- Luxusläufer Marcel Remus wollte eigentlich nur einen Verein unterstützen und wurde plötzlich in seine eigene schwere Kindheit versetzt.
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Mach es richtig und zeig es auf RTL! Nach den erfolgreichen Proben des Sommers 2021 startete die Reality-Doku „Reich und herzlich – Ein Millionär geht undercover“ am Dienstagabend in eine neue Runde. Immobilienmakler Marcel Remus (35), der normalerweise Luxusvillen auf Mallorca verkauft und in den VOX-Formaten „Mieten, Kaufen, Wohnen“ und „Goodbye Deutschland!“ zu sehen ist, hat drei neue Kapitel aufgeschlagen. Saft.
In “Reich und Herzen” verkleidete er sich mit Brille, Bart und Freizeitkleidung als Philipp Wagner, Redakteur einer gefälschten Fernsehdokumentation. Zunächst besuchte er die Initiative „Schutzengel – Biker gegen Mobbing eV“ in München. Aber hinter der einschüchternden Rocker-Fassade steckte natürlich eine freundliche Seele.
Im Mobbing-Workshop brach Marcel Remus in Tränen aus
Der diplomierte österreichische Lehrer hilft mit seinem Verein Opfern von Schulmobbing durch Präventionsworkshops, Aufklärungsarbeit oder auch Schutz- und Selbstbewusstseinsstiche durch das Abholen von Schulkindern. Einer der besagten Workshops brachte Marcel Remus schnell an seine Grenzen, als er von eigenen Erfahrungen mit Schulmobbing berichtete und plötzlich merkte, wie sehr ihn die Erfahrungen noch immer beschäftigten. Wegen seiner dicken Brille wurde er einst ausgegrenzt und ausgelacht. “Das wünsche ich niemandem als Sechst- oder Siebtklässler.” Mit Mühe hielt sie ihre Tränen zurück.
Im Anti-Mobbing-Workshop wird Marcel Remus von seinen Emotionen überwältigt.
© RTL / Banijay-Produktionen Deutschland
Tief betroffen war der Selfmade-Millionär auch von seinen weiteren Besuchen, etwa von Lorena Schenuit (29), die mit großem Engagement das Bochumer Pferdetherapiezentrum leitet und finanziell labil bleibt. Außerdem leide er unter kreisrundem Haarausfall, je nach Belastung würden seine Haare kommen und gehen, erklärte er. Im Moment sah er kein Haar auf seinem Kopf, und doch strahlte er viel Lebensfreude aus und konnte aus all dem sogar „positive Aspekte“ ziehen: „Patienten, deren Behinderung deutlich sichtbar ist, kann ich wie sie auf die Straße geschaut haben.“
Marcel Remus erwartet in Bad Neuenahr „purer Horror“.
Station Nummer 3 war Köln. Der Gründer des Vereins Little Home eV, Sven Lüdecke (43), hat es gebaut. mit seinen Assistenten, Wohnboxen von 3,2 Quadratmetern für Obdachlose, ausgestattet mit Matratze, Campingtoilette und Toilette, unter anderem. Neben Schutz bieten sie auch eine Adresse, oft der Startschuss, um wieder auf die Beine zu kommen. „Du hast nachts nur mit einem Ohr geschlafen. Das andere war immer wach“, beschreibt der Helfer André seine Angst, als er selbst auf der Straße lebte. Nach sieben Monaten in einem „kleinen Haus“ lebt sie nun wieder in einer Wohnung. Der „verrückte“ Marcel Remus hat sein Schicksal gefunden.
Der ehemalige Dressurreiter Marcel Remus bewundert die reittherapeutische Arbeit von Lorena Schenuit.
© RTL / Banijay-Produktionen Deutschland
Zuletzt zog es ihn ins von der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr schwer getroffene Bad Neuenahr, wo er unter anderem die zerstörte Gärtnerei Arche Noah besuchte. Manager Björn Zentner (47) versucht es mit Helfern wieder aufzubauen, damit die 115 oft traumatisierten Kinder umgesiedelt und ihre Eltern entlastet werden können. Sein eigener vierjähriger Sohn gerät weiterhin in Panik, wenn es viel regnet, sagte der Direktor. Marcel Remus fand, dass das Chaos “wie Krieg” aussah. “Pures Entsetzen!” Andererseits beeindrucke ihn der „großartige Teamgeist“. Als die Kleinen zum Beispiel Spielzeugspenden aus ganz Deutschland erhielten, berührten ihn die „hellen, leuchtenden Kinderaugen“ so sehr, dass sich ihre Augen wieder mit Wasser füllten.
Es regnet Geschenke
Nach den vier Besuchen folgte die Demaskierung, vor der der Luxusläufer darauf hinweisen musste, inwieweit er angeblich befürchtete, sein Versteckspiel könnte ihm angetan werden. Natürlich tat es niemand, schon gar nicht, nachdem es Geschenke geregnet hatte, für die er im Vorfeld während der Arbeit Wünsche geweckt hatte.
Zigarren, Whiskey und Badeschaum, dazu 10.000 Euro für die Vereinskasse, ging an Biker Roland; eine Einladung zu einem Culcha-Candela-Konzert, ein Ausflug im Sportwagen und ein Urlaub in Kroatien mit der Mutter des Mobbing-Opfers Benni (fast 12 Jahre alt). Pferdetherapeutin Lorena durfte auf Mallorca eine Woche Luxus und ein neues Therapiepferd erwarten, Remus schenkte einer Familie aus Bad Neuenahr, der neuen Möbelgärtnerei und dem Kleinen Vereinsmann sechs Kisten im Wert von 2.600, einen Urlaub im Disneyland-Paris. Euro jeweils. (tsch) © 1&1 Mail & Media / teleschau