Frankfurt Schwindende Konjunkturängste locken Anleger an die europäischen Aktienmärkte. Am Pfingstmontagnachmittag stieg der Dax um 1,3 Prozent auf 14.652 Punkte. Europas Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 1,5 Prozent auf 3.843 Punkte. Am Freitag schloss der deutsche Leitindex leicht im Minus bei 14.460 Punkten.
Börsenmakler waren damit beschäftigt, die überraschend starken US-Beschäftigungsdaten für Freitag aufzunehmen. Der solide Arbeitsmarkt strebe nach stabilen Einkommen und dämpfe damit die Angst vor einer kurzzeitigen Rezession, sagte Barclays Bank-Ökonom Jonathan Millar. Naeem Aslam, Chief Market Analyst bei Avatrade Brokerage, warnte jedoch vor übertriebenem Optimismus. Die aktuelle Erholung könnte sich als Strohfeuer entpuppen.
Vor allem Anlageformen, die als besonders riskant gelten, profitieren von einer positiven Stimmung. Die Kryptowährung Bitcoin ist am Nachmittag um etwa sechs Prozent im Kurs gestiegen. Zu den größten Gewinnern gehörten auch Aktionen bei Online-Händlern wie dem Modehändler Zalando, dem Food-Kit-Distributor Hellofresh und dem Essenslieferdienst Just Eat Takeaway. Sie konnten sich nach den starken Kursverlusten der letzten Monate wieder erholen.
Die Aktie von Just Eat Takeaway, das in Deutschland unter der Marke Lieferando operiert, erlebte an der Amsterdamer Börse zeitweise einen Kursanstieg von knapp 15 Prozent. Ein wichtiger Faktor waren Spekulationen um die US-Tochter GrubHub. Einem Zeitungsbericht zufolge will möglicherweise ein Mitgründer das Unternehmen zurückkaufen.
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Auch am Rohstoffmarkt waren Konjunkturoptimisten in der Überzahl. Sie haben eine wachsende Nachfrage von großen Käufern in China. In letzter Zeit gab es von dort einige Zeichen der Hoffnung. Die strengen Kronenregeln in der Hauptstadt Peking müssen gelockert werden. Zudem verbesserte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im Mai. Der Kupferpreis stieg.
Der Ölpreis steigt leicht
Steigende Ölpreise wurden jedoch durch Spekulationen behindert, dass der Iran mehr Rohöl auf dem Weltmarkt verkaufen könnte. Die Ölpreise stiegen Anfang der Woche zunächst stark an, nachdem Saudi-Arabien die Exportpreise nach Asien überraschend angehoben hatte.
Aber dann kam ein Bericht, dass die US-Regierung unter Druck vor den Wahlen im November dem Iran erlauben könnte, mehr Öl zu exportieren, sagte Analyst Stephen Innes, CEO des Vermögensverwalters SPI. Die Rohölpreise gaben dann einen Teil ihrer anfänglichen Gewinne zurück.
Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 120,57 Dollar, 80 Cent mehr als am Freitag, nachdem es auf knapp 122 Dollar gestiegen war. Der Preis für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 84 Cent auf 119,71 Dollar.
Der Ölpreis war in der vergangenen Woche gestiegen, obwohl der Ölverband „Opec plus“ plant, die Produktion im Juli und August auszuweiten. Analysten waren jedoch skeptisch, ob das zusätzliche Angebot ausreichen würde, um das geringe Angebot auf dem Weltmarkt auszugleichen.
„Vielleicht wird nur ein Drittel bis die Hälfte dessen, was Opec Plus versprochen hat, in den nächsten zwei Monaten online sein“, sagte Vivek Dhar, ein Bergbau- und Energieanalyst bei der Commonwealth Bank of Australia. Vor allem die russische Produktion stand zuletzt durch schwere westliche Sanktionen infolge des Ukrainekriegs unter Druck.
Schauen Sie sich die asiatischen Aktienmärkte an
Die Aussicht auf frischen Wind in der Wirtschaft ermutigte die Anleger, in die asiatischen Aktienmärkte einzusteigen. Der japanische Nikkei-Index stieg am Montag um 0,6 Prozent auf 27.915 Punkte, und die Shanghai Stock Exchange stieg um 1,1 Prozent auf 3.236 Punkte.
Anleger seien gespannt auf das Ende der Kronenblockaden in der chinesischen Hauptstadt und insbesondere in der Wirtschaftsmetropole Shanghai, schrieben Analysten der Bank Morgan Stanley in einem Kommentar. Bisher war dies jedoch eher ein psychologischer Faktor. In den Wirtschaftsdaten spiegelt sich das noch nicht wider.
Ein weiterer Stimmungsaufschwung war die Aussicht auf einen neuen Konjunkturimpuls der chinesischen Zentralbank. In Japan sind Investoren zuversichtlich, ein staatliches Programm zur Ankurbelung des Tourismus wieder aufzulegen, das unter anderem Übernachtungsgutscheine beinhaltet. Damit verdienten die Airline ANA und das Reisebüro HIS jeweils um die drei Prozent Wechselkurse.
Individuelle Werte im Fokus
Online-Händler: Trotz des mittlerweile besiegelten Dax-Rückgangs haben die Aktien von Delivery Hero zusammen mit Hellofresh und Zalando bis zu sechs Prozent der starken Kursverluste wieder aufgeholt, die ehemalige Gewinner der Corona-Krise zuletzt hinnehmen mussten. von steigenden Zinsen und dem Ende der Pandemie. Für den Essenslieferdienst Food Hero kehrt Beiersdorf bald in den Dax zurück, die Titel des Konsumgüterkonzerns trafen mit einem Plus von 0,6 Prozent auf den MDax.
Nemetschek: Das Softwarehaus gehört mit einem Plus von 1,1 Prozent zu den Gewinnern der deutschen Börse. Inzwischen hatten sich die Rollen noch mehr vervielfacht. Die Analysten der Citigroup beginnen ihre Bewertung von Nemetschek mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 85 Prozent.
Bitcoin: Steigende Aktienkurse ermutigen Anleger, andere riskante Anlagen wie Kryptowährungen zu kaufen. Bitcoin ist um 6 Prozent auf 31.414 US-Dollar und Ethereum um 9 Prozent auf 1.915 US-Dollar gestiegen.
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