Düsseldorf Der deutsche Leitindex beschleunigte seinen Rückgang nach der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten und fiel nach einer schwachen Anfangsperformance um weitere 250 Punkte. Der Dax schloss 3,1 Prozent im Minus und steht bei 13.762 Punkten, ein Minus von mehr als 400 Punkten.
Laut Ralf Schweden von der Landesbank Helaba “sollte sich die US-Notenbank bestätigt fühlen, dass sie nächste Woche den Leitzins um 50 Basispunkte anheben und im Juli weiter aggressiv gegen die Inflation vorgehen wird”.
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Die Maßnahme vom Freitag erhöhte den Dollarindex, der den Kurs gegenüber den wichtigsten Währungen abbildet, um 0,9 Prozent auf ein Dreieinhalb-Wochen-Hoch von 104,25 Punkten.
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Vor der Veröffentlichung hatte Oanda-Broker-Experte Jeffrey Halley in allen Anlageklassen mit Ausnahme des Dollars eine Risikoflucht zu derart hohen Werten erwartet.
Die Märkte rechnen mit schnellen und signifikanten Zinserhöhungen
Anleihen wurden ebenfalls leicht hinter den US-Inflationsdaten verkauft. Im Gegenzug stiegen die Renditen deutlich an. Eine 10-jährige Staatsanleihe wurde vor der Veröffentlichung bei 3,047 Prozent gehandelt und ist seitdem auf 3,146 Prozent gestiegen.
Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag mit ihrer Zinsentscheidung den Anleihenabsatz weiter angekurbelt. Die Renditen von Bundesanleihen mit zwei- und fünfjähriger Laufzeit lagen am Freitag mit 0,948 Prozent und 1,2307 Prozent auf dem höchsten Stand seit 2011. Damals lag der EZB-Leitzins aber bei 1,5 Prozent.
Für Kapitalmarktexperte Thomas Altmann zeigt dieser Anstieg, „mit welchen schnellen und deutlichen Zinserhöhungen die Märkte rechnen“. Auch die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte mit 1,49 Prozent ein neues Achtjahreshoch.
Zudem gingen die Renditen italienischer und deutscher Staatsanleihen erneut auseinander. Verglichen mit 1,49 Prozent für einen guten Deutschen waren es 3,84 für den Italiener, ein Unterschied von 235 Basispunkten. Vor der EZB-Entscheidung vom Donnerstag betrug die Differenz rund 200 Punkte. Dieser Anstieg zeigt, dass die Angst vor einer Rückkehr der Euro-Schuldenkrise zurückgekehrt ist.
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Immobilien- und Industrieaktien sind am heutigen Handelstag deutlich gefallen. Vonovia-Aktien verloren 3,1 Prozent, Tag Immobilien sogar 6,7 Prozent. Bei den Industriewerten führte Heidelberger Druck mit weniger als 5,7 Prozent die Verliererliste an.
Auch die meisten anderen Werte der „Old Economy“, also die Werte traditioneller Industrien, haben stärker verloren als der Gesamtmarkt. Auch Finanztitel gaben aufgrund der drohenden Rezession aufgrund drastisch steigender Zinsen stark nach.
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Bayer: Das Unternehmen hat in den USA einen weiteren Prozess wegen angeblicher Krebsrisiken des Herbizids Glyphosat gewonnen. Eine Jury in einem Gericht in Kansas City, Missouri, entschied am Donnerstag zugunsten des DAX-Unternehmens und entschied, dass das Herbizid nicht die Schuld der Krankheit des Klägers Allan Shelton sei. Die Aktien fielen um etwa 3 Prozent.
Große rechtliche Risiken ging Bayer 2018 mit dem Kauf des damaligen US-Riesen Monsanto für 60 Milliarden Dollar ein, der das umstrittene Herbizid Roundup mit Glyphosat herstellt. Der Agrochemie- und Pharmakonzern hat sich in den USA nun in drei aufeinanderfolgenden Glyphosat-Prozessen durchgesetzt, zuvor aber auch drei aufeinanderfolgende Prozesse verloren. Die Leverkusener sehen sich in den USA mit zahlreichen weiteren ähnlichen Klagen konfrontiert.
GFT Technologies: Die Aktie verlor rund acht Prozent. Die Privatbank Berenberg hatte zuvor aus Bewertungsgründen ihr Investment-Rating für den IT-Dienstleister von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft und sieht wenig Spielraum für Kurssteigerungen.
Dividenden: Die folgenden Dokumente wurden am Freitag mit einem Dividendenabschlag gehandelt. Brenntag (70,68 Euro Schlusskurs am Donnerstag, 1,45 Euro Dividende), DWS Gruppe 31,24 Euro, 2,00 Euro), Instone Real Estate (13,06 Euro, 0,62 Euro), Traton (16,96 Euro, 0,50 Euro)
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