Marktbericht
Stand: 05.07.2022 09:37 Uhr
Der DAX begann zu fliegen. Doch was diesen neuen Aufholversuch wirklich wert ist, wird sich erst am Nachmittag zeigen. Dann tritt die Wall Street nach dem gestrigen Feiertag wieder auf.
Gut erholt startete der deutsche Leitindex in den neuen Handelstag. Zur Eröffnung von XETRA stiegen die deutschen Standardwerte um 0,6 Prozent auf 12.851 Punkte. Nach einem Minus von 2.000 Punkten im Juni sieht es so aus, als ob sich der DAX vorerst stabilisieren kann.
Solide Wall Street: Dow-Future im Plus
US-Indikatoren, die nach dem langen Wochenende auf einen soliden Start in New York hindeuten, geben dem deutschen Aktienmarkt insgesamt positive Impulse. Der Future des US-Leitindex liegt aktuell 0,3 Prozent höher. Nasdaq-Futures legten um 0,5 Prozent zu.
Commerzbank-Experten weisen auf anhaltende Spekulationen hin, dass Präsident Joe Biden die Zölle aus der Trump-Ära auf chinesische Importe rückgängig machen könnte. Die Wall Street war gestern wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen.
Versuch, den DAX zu stabilisieren, läuft
Aus technischer Sicht versucht der DAX noch, sich über seinen beiden jüngsten Tagestiefs von 12.623 und 12.619 Punkten zu stabilisieren. Diese könnten bestenfalls als Doppelpflanze fungieren.
„Um den DAX jedoch grafiktechnisch maximal zu entlasten, müssen mindestens die 13.008 Punkte von Mitte Juni wieder aufgeholt werden“, betonen die technischen Analysten von HSBC.
Die Gaskrise ist das Damoklesschwert für die Börse
Unterdessen bleiben die Risiken für die Unternehmensgewinne hoch. Viele Marktbeobachter befürchten, dass die aggressive Zinspolitik der Notenbanken in Verbindung mit einer europäischen Gaskrise eine Rezession auslösen könnte.
„Die sich in Europa, aber insbesondere in Deutschland abzeichnende Gaskrise hängt wie ein Damoklesschwert über der Frankfurter Wertpapierbörse“, betont CMC Markets Analyst Jochen Stanzl. Zu groß ist die Angst vor einem Ernstfall, wenn Nord Stream 1 nach den für Ende des Monats geplanten Wartungsarbeiten nicht wieder ans Netz geht.
Der Equinor-Streik nährt neue Gasängste
In diesem Zusammenhang sorgt auch eine Meldung aus Norwegen für neue Verunsicherung bei den Marktteilnehmern: Inmitten großer Sorgen um die Gasversorgung in Europa haben norwegische Öl- und Gasarbeiter im Kampf um höhere Löhne ihre Arbeit eingestellt.
Die Öl- und Gasproduktion wird infolge der heutigen Abschaltung um 89.000 Barrel Öläquivalent pro Tag reduziert, davon 27.500 für die Gasproduktion, sagte der norwegische Energiekonzern Equinor. Nach einer Reuters-Schätzung könnte eine für Samstag geplante neue Eskalation fast ein Viertel der norwegischen Gasförderung und etwa 15 Prozent der Ölförderung lahmlegen.
Nikkei schließt mit deutlichen Kursgewinnen
Von den asiatischen Börsen kommen morgens widersprüchliche Angaben. In Tokio stieg der Nikkei-Index um ein Prozent auf 26.423 Punkte. Anleger in China waren dagegen vorsichtiger: Die Shanghaier Börse und der Index der größten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fielen um etwa ein halbes Prozent.
Chinas neue Wirtschaftsdaten haben die Märkte unterstützt: Laut Caixin’s Index of Purchasing Managers wuchs dort der Dienstleistungssektor im Juni schneller als seit fast einem Jahr.
Gold bleibt klar über 1800 $
Eine Unze Gold kostet im ersten Handel 1809 US-Dollar. Damit ist das gelbe Edelmetall noch weit von der runden Marke von 1800 US-Dollar entfernt, die es zuletzt erholt hatte. Der Euro hat einen Seitwärtstrend von 1,0434 $.
Die Ölpreise steigen
Die Ölpreise stiegen in den ersten Notierungen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 113,74 US-Dollar. Das waren 24 Cent mehr als am Vortag.
Der Barrelpreis der Sorte American West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,98 $ auf 110,47 $. Der WTI-Preisvergleich bezieht sich auf Freitag, da am Montag aufgrund eines Feiertags in den USA keine Abrechnung erfolgte.
Die Regierung will einen „Schutzschirm“ für Uniper & Co schaffen
Bei den Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt steht einmal mehr die Uniper-Aktie im Fokus. In der Gaskrise will die Bundesregierung einen „Schutzschirm“ für angeschlagene Energiekonzerne schaffen. Die gesetzlichen Änderungen sollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Bund in Unternehmen wie Uniper investiert.
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