DAX testet 14.000 Punkte Ein typischer Freitag beim DAX?

Marktbericht

Stand: 10.06.2022 09:53 Uhr

Der deutsche Leitindex fiel zum Handelsstart weiter. Ein Blick auf den Kalender mahnt zur Vorsicht: Der Freitag ist ein Tag, der an der Börse keinen sehr guten Ruf hat.

Der DAX startete mit Verlusten in den letzten Handelstag der Woche. Zum Handelsstart auf XETRA fielen die deutschen Standardwerte um 0,6 Prozent auf 14.110 Punkte. Schwache US-Ziele, Inflations- und Zinsängste, steigende Anleiherenditen und eine negative Charttechnik bereiten Anlegern Probleme.

DAX testet 14.000 Punkte

In den ersten Notierungen fiel der deutsche Leitindex noch weiter auf die psychologisch bedeutsame 14.000-Punkte-Marke, die nun einem ersten Test unterzogen werden dürfte. Der DAX ist nach seinem jüngsten Kursrückgang technisch angeschlagen.

Gestern verlor das deutsche Börsenbarometer 1,7 Prozent auf 14.199 Punkte. Mit dem Unterschreiten der beiden jüngsten Tagestiefs bei 14.359 / 14.330 Punkten sendete der DAX ein technisches Verkaufssignal.

Börsenstatistiken stehen nicht neben den „Bullen“ des DAX

Außerdem ist heute Freitag. Dies könnte einige Anleger veranlassen, ihr Risiko vor dem Wochenende zu reduzieren. Auch aus statistischer Sicht ist die Wahrscheinlichkeit von Kursverlusten an keinem anderen Wochentag höher als am Freitag.

Solche Börsencrashs, die an einem „Panikfreitag“ begannen und sich an einem „schwarzen Montag“ fortsetzten, gab es in der Vergangenheit häufig. Statistisch gesehen besteht nur eine gute Chance, dass der „Dienstag des Wechsels“ wieder steigen wird.

Steigende Renditen machen Anleihen attraktiv

Besonderes Augenmerk gilt weiterhin den Rentenmärkten: Zehnjährige Anleihen rentieren mit 1,43 Prozent nahe dem Achtjahreshoch vom Vortag (1,47 Prozent).

„Daher empfehlen sich Anleihen zunehmend als Alternative zu Dividendenaktien“, betont IG-Analyst Christian Henke. “Steigende Zinsen könnten die Wirtschaft stoppen und zu einer Flucht in sichere festverzinsliche Anlagen führen.”

Hat die EZB die Kontrolle über die Inflation verloren?

Der fundamentale Hintergrund für steigende Anleiherenditen und fallende Aktienkurse ist die gestrige Sitzung der Europäischen Zentralbank. Überraschenderweise hat die EZB den Zeitpunkt und die Höhe der Zinsinvestitionen festgelegt, alle Leitzinsen werden im Juli auf 25 Basispunkte steigen. Der Markt prognostiziert nun einen Leitzins von 1,5 Prozent in der Eurozone zum Jahresende.

Das ist mehr, als Marktteilnehmer vor der EZB-Sitzung erwartet hatten; In der Folge trafen die Währungshüter um Christine Lagarde viele Anleger unvorbereitet. Bleibt die Frage, ob die von der EZB versprochene Straffung der Geldpolitik ausreichen wird, oder ob sie bereits die Kontrolle über die Inflationserwartungen verloren hat, wie einige Ökonomen kritisieren.

“Aus unserer Sicht dürfte der Inflationsdruck stärker und nachhaltiger sein und die EZB zwingen, die Zinsen mutiger und aggressiver anzuheben. Die US-Notenbank könnte ein Vorbild sein”, betonte Europa-Chefvolkswirtin Ulrike Kastens. gegenüber dem Vermögensverwalter DWS gestern nach der EZB-Sitzung.

Inflationsängste drücken den Dow und den Nasdaq nach unten

Inflationsangst und Zinserhöhungen waren gestern auch die Hauptthemen an der New Yorker Börse. Heute Nachmittag werden Verbraucherpreisdaten für Mai veröffentlicht, bevor die US-Notenbank nächste Woche neue geldpolitische Signale vorlegt.

Der Aktienindex Dow Jones schloss 1,9 Prozent unter 32.272 Punkten. Der Hightech-Kurs Nasdaq fiel um 2,8 Prozent auf 11.754 Punkte. Der breite S&P 500 verlor 2,4 Prozent auf 4017 Punkte. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten mit 3,07 Prozent so hoch wie seit Mitte Mai nicht mehr.

Nervöse Anleger drücken den Nikkei auf Rot

Kursverluste an der Wall Street trübten zum Ende der Woche auch die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten. Der japanische Nikkei-Index fiel in Tokio um 1,5 Prozent, während der breitere Topix um 1,3 Prozent fiel. In Hongkong hat sich der Hang-Seng-Index kaum verändert. „Die Finanzmärkte sind nervös“, kommentierten Analysten des Finanzhauses ANZ. Angesichts steigender Preise dürften die Notenbanken ihre Geldpolitik schon lange deutlich gestrafft haben.

Gold fällt, der Euro etwas höher

Der Euro gewinnt nach dem gestrigen Rückgang gegenüber dem Dollar nur bei den ersten Devisentransaktionen an Boden. Die gemeinsame europäische Währung ist um 0,2 Prozent auf 1,0635 Dollar gestiegen. Gestern war ein Euro maximal 1,771 $ wert. Eine Feinunze Gold kostete im Erstbetrieb 1.844 Dollar, 0,1 Prozent weniger als am Vortag.

Die Ölpreise sinken leicht

Die Ölpreise fielen in den ersten Notierungen leicht. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent 122,36 Dollar. Das waren 71 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel in den USA um 65 Cent auf 120,86 …

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