Debatte über den Lauterbach-Plan Weitere kostenlose Kronentests sind erforderlich

Stand: 22.06.2022 08:24 Uhr

Gelingt dem Bundesgesundheitsminister, sollen die kostenlosen Bürgerkronen-Tests trotz steigender Inzidenz von sieben Tagen bald auslaufen. Dafür bekommt er Zustimmung, es gibt aber auch heftige Kritik.

Die Patientenschutzstiftung fordert kostenlose Bürgerkronentests über den 30. Juni hinaus. Hier dürfe es keinen klaren Schnitt geben, sagte Präsident Eugen Brysch der Rheinischen Post. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) muss seine Pläne an der Realität des häuslichen Lebens der Bedürftigen ausrichten.

Die Menschen wollen sicherstellen, dass sie niemanden in der Geriatrie anstecken. Aber auch Schwerkranke und ihre Angehörigen brauchen den kostenlosen Probescreen.

Die Konferenz der Gesundheitsminister beginnt

Julia Grünwald, MDR, Morgenmagazin, 22. Juni 2022

Auch in der Ampelkoalition gibt es Anzeichen für Kontroversen. „Wir sind dafür, dass im Herbst flächendeckend kostenlose Studien angeboten werden“, sagte der grüne Gesundheitsexperte Janosch Dahmen im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Kostenlose Schnelltests sind ein entscheidendes Instrument, um die Pandemie zu überwachen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und jedem Einzelnen verantwortungsvolles Verhalten zu ermöglichen. Um die Kosten zu senken, könnte man darüber reden, wer diese Tests künftig anbieten soll, etwa Apotheken und Arztpraxen.

Auch die kommunalen Spitzenverbände pochen auf kostenlose Bürgerkronen-Prozesse. Dies sind die ersten Frühwarnsysteme in der Pandemie. Diese Tests seien notwendig, damit das Infektionsgeschehen mindestens halbiert werden könne, sagte am Sonntag der Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe (CDU).

Der Präsident des Kassenärztlichen Bundesverbandes, Andreas Gassen, ist gegen eine Fortsetzung der kostenlosen Studien. Diese trügen nur sehr wenig bei und seien mit vielen Kosten verbunden, sagte Gassen dem Deutschen Verlagsnetzwerk.

Gesundheitsminister diskutieren über Corona-Pandemie

Am Mittag treffen sich die Gesundheitsminister der Länder mit Bundesgesundheitsminister Lauterbach (SPD) in Magdeburg, um über das weitere Vorgehen angesichts der Corona-Pandemie zu beraten.

Angesichts der wahren Pläne des Bundesgesundheitsministers, den unzumutbaren Zugang zu kostenlosen öffentlichen Kronenversuchen Ende Juni auslaufen zu lassen. Künftig könnten nur Menschen mit Symptomen und wenige ausgewählte Personengruppen wie Schwangere, Kleinkinder oder Menschen mit vielen Kontakten einen kostenlosen Test erhalten, ebenso wie ukrainische Flüchtlinge. Auch Vorsorgeuntersuchungen vor Krankenhausbesuchen oder Pflegeheimen sollen weiterhin kostenlos angeboten werden.

Unterdessen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch erneut, nun um 488,7. Am Vortag lag der Wert bei 458,5, im Vormonat bei 322,4. Experten gehen davon aus, dass viele Fälle vom RKI nicht mehr registriert werden, vor allem weil viele Infizierte keinen PCR-Test mehr haben. Allerdings nimmt das RKI nur positive PCR-Tests in seine Statistik auf.

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