Debatte um Abtreibungsgesetz: “Abtreibung in den ersten 12 Wochen sieht so aus, als wäre sie strafbar”

Gepostet am 6. Juni 2022, 20:59 Uhr

Eine parlamentarische Initiative fordert, Abtreibungen nicht mehr im Strafgesetzbuch zu verankern. Ein SVP-Politiker erwägt eine Gegeninitiative.

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Abtreibungen sollen nicht mehr im Strafgesetzbuch verankert werden.

Tamedia / Franziska Rothenbühler

Das fordert die grüne Nationalrätin Léonore Porchet.

20min / Monika Flückiger

Die Politik der SVP Camille Lothe unterstützt die Initiative.

Tamedia/Nicole Philipp

Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche sind in der Schweiz seit fast 20 Jahren legal. Der Prozess dieser sogenannten Fristenregelung läuft jedoch weiterhin über das Strafgesetzbuch. Das will die Stiftung Sexual Health Switzerland ändern. Léonore Porchet, Präsidentin der Stiftung und Nationalrätin der Grünen, will eine entsprechende parlamentarische Initiative vorlegen.

Der Schwangerschaftsabbruch soll nun als medizinische Leistung in den Grundkatalog der Krankenversicherung aufgenommen werden. «Wir fordern die Schweiz auf, Abtreibung primär als Gesundheitsproblem zu betrachten. In einer modernen Gesellschaft passt sie nicht mehr ins Strafgesetzbuch», sagt Porchet.

Camille Lothe, Präsidentin der Jungen SVP des Kantons Zürich, unterstützt den Wechsel: «Das ist nicht mehr so.» Auch Ronja Jansen, Präsidentin von JUSO Schweiz, sieht in der Initiative eine positive Entwicklung, sie hofft, dass sich dadurch der Personalabbau reduzieren wird Stigma um Abtreibung. „Es ist ein Gesundheitsproblem, kein kriminelles“, sagt Jansen.

Herzschlag-Initiative

SVP-Nationalrätin Yvette Estermann kritisiert die Initiative. “Durch die Weihung der Abtreibung an das Gesundheitssystem scheint es, als würde der natürliche Zustand der Schwangerschaft als Krankheit angesehen.” Die Initiative sei ein “Rückschritt für die Gesellschaft”. Sie sagt: “Der Mord an einem Fötus gehört zum Strafgesetzbuch, egal ob legal oder nicht.”

Gemeinsam mit SVP-Nationalrat Erich von Siebenthal erwägt Estermann, die «Heartbeat-Initiative» zu lancieren. Vorbild dafür ist die „Heartbeat Bill“ des US-Bundesstaates Texas. Diese verbietet eine Abtreibung, sobald der Herzschlag des Fötus zu hören ist, was in der Regel ab der fünften oder sechsten Schwangerschaftswoche der Fall ist. „Sobald ein Fötus einen Herzschlag hat, ist das für mich ein Mensch“, sagt Estermann. Erstens will sie werdende Mütter und Gesundheitspersonal, die Abtreibungen vornehmen, vor künftigen Schuldgefühlen schützen.

Estermann und seine Parteikollegin Andrea Geissbühler haben im Dezember zwei Initiativen zum Thema gestartet. Befürworter ihres Falls haben daran gearbeitet, die tatsächliche Abschrift dieser Aussage online verfügbar zu machen. Die zweite Initiative, die „Viable Babies Save Initiative“, zielt darauf ab, dem Fötus ab einem bestimmten Zeitpunkt ein absolutes Recht auf Leben zu geben. Es ist noch nicht klar, wann Föten außerhalb der Gebärmutter überleben und atmen können.

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