Demokratische Republik Kongo Zehntausende fliehen vor erneuter Gewalt

Stand: 27.05.2022 17:10

Die harten Kämpfe in der Demokratischen Republik Kongo haben in kurzer Zeit Zehntausende zur Flucht gezwungen. Nach UN-Angaben flohen innerhalb einer Woche mindestens 72.000 Menschen. Vertriebene sind ständiger Gewalt ausgesetzt.

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen hat seine Besorgnis über die Not vieler Vertriebener im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo zum Ausdruck gebracht. UNHCR sagte, 72.000 Menschen seien in einer Woche angesichts heftiger Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Tutsi-Rebellen geflohen. Vertriebene sind ständiger Gewalt ausgesetzt und brauchen dringend Hilfe.

In den Regionen Nyiragongo und Rutshuru toben seit einer Woche heftige Kämpfe. Nach Angaben des International Rescue Committee (IRC) und des Norwegian Refugee Council (NRC) wurden die Flüchtlinge zu Fuß in die Vororte von Goma, der Provinzhauptstadt von Nord-Kivu, geschleppt. Insgesamt gibt es bereits 1,9 Millionen Vertriebene in der Region.

Frauen und Mädchen sind auf der Flucht sexueller Gewalt und Erpressung durch Kampfgruppen ausgesetzt. Viele Kinder würden von ihren Familien getrennt. Bewaffnete Auseinandersetzungen brachen erneut aus, als diejenigen, die zuvor vertrieben worden waren, mit der Rückkehr begannen. Tausende von Menschen, die geflohen sind, haben jetzt keine Unterkunft, Nahrung und sauberes Wasser, was sie einem Krankheitsrisiko aussetzt. Die Kämpfe behinderten die humanitäre Hilfe.

Ende 2021 brachen die Kämpfe erneut aus

Die ehemalige Tutsi-Rebellenorganisation M23, die 2013 von der Armee der Demokratischen Republik Kongo besiegt wurde, kämpft seit Ende letzten Jahres wieder gegen Regierungstruppen. Laut UNHCR wurden seit der Wiederaufnahme der Kämpfe mindestens 170.000 Einwohner vertrieben. Berichten zufolge suchten letzte Woche etwa 7.000 Menschen Zuflucht im benachbarten Uganda.

Insgesamt leben im Kongo 5,6 Millionen Binnenvertriebene, mehr als in jedem anderen afrikanischen Land. Die Vereinten Nationen schätzen die Kosten der humanitären Hilfe auf 225 Millionen US-Dollar (210 Millionen Euro). Davon werden 16 Prozent gefördert.

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