Der Abschluss des Berliner G7-Gipfels verspricht den Kohleausstieg

Stand: 27.05.2022 14:55

Die sieben großen westlichen Industrieländer wollen den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen und ärmere Länder im Falle von Klimaschäden finanziell stärker unterstützen. Darauf haben sich die G7-Umweltminister bei ihrem Treffen in Berlin verständigt.

Die sieben großen westlichen Industriestaaten (G7) wollen den Ausstieg aus klimaschädlichen fossilen Brennstoffen vorantreiben. Die Stromerzeugung und der Verkehrssektor müssen in den kommenden Jahren weitgehend dekarbonisiert werden, die Kohleverstromung wird vollständig eliminiert. Darauf einigten sich die Energie-, Klima- und Umweltminister der G7-Gruppe bei ihren Beratungen in Berlin.

Die G7-Staaten wollen die Kohleverstromung beenden

Christoph Kehlbach, ARD Berlin, Tagesschau um 16 Uhr, 27. Mai 2022

Die Schlusserklärung nennt einige geplante Termine, bleibt aber in wichtigen Punkten vage. Die Stromversorgung muss bis 2035 „überwiegend“ dekarbonisiert sein. Der Verkehrssektor soll laut Aussage bis 2030 „hoch“ dekarbonisiert sein. Die G7 setzt sich dafür ein, die Subventionen für fossile Brennstoffe bis Ende 2022 zu beenden.

Arme Länder sollen bei Schäden durch die Erderwärmung stärker unterstützt werden: Die Klimafinanzierung für Maßnahmen zur Anpassung von Entwicklungsländern an die Erderwärmung bis 2025 soll gemeinsam mit anderen Ländern verdoppelt werden.

Unter der Überschrift „Schaden und Schäden“ wird diese Hilfeleistung bei Schäden und Verlusten, die von Entwicklungsländern verursacht werden, beispielsweise durch den Anstieg des Meeresspiegels, seit Jahren diskutiert. Allerdings lehnen die Industrieländer als historische Verursacher des Klimawandels bislang verbindliche Verpflichtungen ab, auch weil sie befürchten, dass daraus Schadensersatzforderungen resultieren könnten.

Deutschland und die USA erklärten auf dem Gipfel zudem gemeinsam, dass sie bei den Rahmenbedingungen für eine Energiewende eine internationale Führungsrolle übernehmen wollen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und US-Klimakommissar John Kerry haben eine neue Klima- und Energiepartnerschaft unterzeichnet.

In diesem neuen Format gefunden

An dem zweitägigen Treffen in Berlin nahmen die Energie-, Klima- und Umweltminister der G7-Gruppe teil. Dieses Format war das erste. Als gemeinsame Gastgeber fungierten Habeck und Bundesumweltministerin Steffi Lemke. Ziel war es, die Klimakrise und die Energiekrise gemeinsam anzugehen.

Habeck räumte ein, dass die Konferenz einen “gemeinsamen Feind” habe: den “Status quo”. Er betonte: “Niemand sollte überzeugt werden, dass wir stolze Vorreiter des Klimaschutzes sind. Aber wir versuchen aufzuholen, was in der Vergangenheit nicht gut genug gelaufen ist; das gilt auch für die Klimafinanzierung.”

Lemke sagte: “Ich gehe mit einem guten Gefühl nach Hause.” Die Konferenz war ein Erfolg für den Klimaschutz, aber auch für den Umwelt- und Naturschutz. „Krisen sind eng miteinander verbunden“, sagte er. Lösungen sind auch verwandt.

Die G7 setzt sich für mehr Klimaschutz ein

Claudia Plass, ARD Berlin, 27. Mai 2022 13:05 Uhr

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